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Pokalfieber

Braunschweig freut sich auf den FC Bayern

18.000 Fans bei der Meisterfeier, rund 17.500 Stadionbesucher pro Heimspiel, 3.000 Zuschauer beim Trainingsauftakt - und jetzt noch dieses Los! Ganz Braunschweig ist im Fußballfieber. Nicht nur weil die Eintracht in die Zweite Liga aufgestiegen ist, sondern auch weil der FC Bayern kommt. „Die Fans haben sich schon seit Jahren ein Spiel gegen den FC Bayern gewünscht“, sagte Trainer Torsten Lieberknecht, „jetzt treffen wir in der ersten Runde auf die Bayern, obwohl sie mir persönlich im Finale lieber gewesen wären.“

Das Erstrunden-Duell im DFB-Pokal mit dem deutschen Rekordmeister ist die Krönung eines tollen Jahres von Eintracht Braunschweig. „Das ist das beste Los, das man bekommen kann“, jubelte Manager Marc Arnold. Präsident Sebastian Ebel sagte: „Ich freue mich wahnsinnig für unsere Mannschaft und für unsere Fans. Für sie ist das eine tolle Belohnung, für das Team eine tolle Chance.“ Für den Verein ist die Pokalpartie gegen den FC Bayern außerdem ein Garant für beträchtliche Zusatzeinnahmen. „Das Stadion wird bestimmt ausverkauft sein“, ist Arnold überzeugt.

Sehnsucht nach der Bundesliga

Über mangelndes Zuschauerinteresse können sich die Löwen aber ohnehin nicht beklagen. Mit insgesamt 331.978 Zuschauern stellten die Braunschweiger in der zurückliegenden Saison einen neuen Rekord in der 3. Liga auf. Bei der Meister- und Aufstiegsfeier jubelten 18.000 Fans der Eintracht auf dem Schlossplatz zu. Beim Trainingsauftakt vor gut einer Woche war der Andrang so groß, dass das Training kurzerhand ins Stadion verlegt werden musste. „Es ist Wahnsinn, was hier wieder los ist“, sagte Lieberknecht.

Das Interesse fußt im sportlichen Erfolg der Eintracht, die auf einem guten Weg ist, die Sehnsucht ihrer Fans nach der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus zu stillen. Vor 26 Jahren stieg das Gründungsmitglied der Bundesliga aus der Beletage des deutschen Fußballs ab und ist seitdem nicht dorthin zurückgekehrt. Jetzt sind die Löwen zum vierten Mal in die Zweite Liga aufgestiegen, zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte gewannen sie 2011 den Niedersachsen-Pokal.

Selbstbewusst nach einem Klassejahr

Es war eine Klassesaison der Braunschweiger, die zahlreiche Bestmarken aufstellten: Kein Drittligist sammelte jemals mehr Punkte (85), erzielte mehr Tore (81) und kassierte weniger Gegentreffer (22) als die Eintracht; kein Klub hat jemals früher den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt gemacht (sechs Spieltage vor Saisonende).

Das Selbstvertrauen beim Deutschen Meister von 1967 ist entsprechend groß, auch vor dem Spiel gegen den FC Bayern. „Das ist ein richtig geiles Los. Ich habe mir einen großen Gegner gewünscht“, meinte Kapitän Dennis Kruppke, „warum sollen wir nicht auch eine Pokalsensation schaffen und unsere Außenseiterchancen nutzen?“ Auch Manager Arnold liebäugelt mit einer Pokal-Überraschung: „In einem Spiel kann immer viel passieren.“

Lieberknecht und der Pokal

Trainer Lieberknecht trat hingegen ein bisschen auf die Euphoriebremse. „Wir wissen um die Begeisterung, die dieses Los auslöst. Dennoch gilt unsere volle Konzentration der zweiten Bundesliga, denn die hat oberste Priorität“, sagte der Eintracht-Trainer, der einst als Spieler mit Braunschweig die eine oder andere Pokalsensation (4:1 gegen K’lautern, 2:0 gegen Hannover, 3:2 gegen Hertha BSC, 2:1 gegen Dortmund) miterlebt hat. Gegen den FC Bayern ist er aber vorgewarnt. Im DFB-Pokal-Achtelfinale 2004/05 war für ihn und die Eintracht beim FCB II Endstation (2:3).

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