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Flexibel und ausbalanciert

So will Heynckes die Bayern spielen lassen

Jupp Heynckes war zufrieden. „Heute haben wir schon gut gearbeitet“, sagte der neue FCB-Chefcoach nach der ersten Trainingseinheit der neuen Saison. Insgesamt 35 Tage hat er bis zum DFB-Pokalspiel in Braunschweig Zeit, seine Mannschaft fit zu machen und einzuspielen. „Es liegt viel Arbeit vor uns“, betonte er. Denn: „Der FC Bayern wird in diesem Jahr ein ganz anderer FC Bayern sein als im letzten Jahr, davon können Sie ausgehen.“

Als der 66-Jährige dies am Montag sagte, meinte er vor allem zwei Punkte, an denen er mit seinen Spielern arbeiten will. Punkt eins: „In Gesprächen mit der Vereinsspitze habe ich immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass es notwendig ist, dass der FC Bayern in der neuen Saison eine bessere Balance zwischen Defensive und Offensive hat.“

Punkt zwei: mehr Flexibilität im Spielsystem. Wie er seine Mannschaft in der neuen Saison spielen lassen will, habe er schon im Kopf, erzählte Heynckes. Aber: „Ich bin kein strikter Systemfanatiker. Ich bin auch so flexibel, dass ich etwas ändern werde, wenn ich sehe, dass ich so nicht zum Erfolg komme.“ Zum Beispiel könne man während eines Spiels von einem Stoßstürmer auf zwei Sturmspitzen umstellen.

Reagieren auf den Spielverlauf

Ein Trainer müsse ein Spiel lesen und im richtigen Moment eingreifen, erklärte Heynckes. „Das heißt, mit Auswechslungen das Spiel zu ändern, zu kippen. Dazu gehören auch Änderungen im System, dazu bin ich mir nicht zu schade.“ Die letzte Saison habe gezeigt, dass Mannschaften wie Dortmund, Hannover oder Mainz das Spielsystem des FC Bayern ausgekuckt hätten. Darauf müsse ein Trainer reagieren.

Und zwar nicht nur, indem er das Spielsystem ändere, sondern auch indem er „die Spieler in den Positionen“ ändere, sagte Heynckes. „Das ist etwas, was große Mannschaften können, dass mal das Mittelfeld anders formiert wird, ohne dass ein Qualitätsverlust stattfindet.“

Die CL-Qualifikation im Blick

Bevor solche taktischen Dinge auf dem Trainingsplan stehen, will Heynckes aber erst einmal die Grundlagen legen, sprich: „Ausdauer, mit und ohne Ball“. Nach dem Trainingslager im Trentino (3.-9. Juli) werden dann die spieltaktischen Trainingsinhalte immer mehr zunehmen. Die Freundschaftsspiele, darunter zwei hochklassig besetzte Turniere (Ligatotal!Cup, AUDI Cup), gäben zudem wichtigen Aufschluss darüber, „wo es zwickt und zwackt“.

Zum Pokalspiel in Braunschweig am 1. August will Heynckes dann eine Mannschaft präsentieren, die schon „eine relativ gute Form“ hat. Das sei notwendig, nicht nur weil Braunschweig ein nicht zu unterschätzender Gegner sei, sondern auch, weil schon zwei Wochen später die Champions-League-Qualifikation beginnt. „Bayern muss den Anspruch haben, in der Champions League zu spielen“, sagte Heynckes, „ich werde mit meinem Trainerteam alles daran setzen, dass die Mannschaft bis dahin soweit fit ist, dass wir die Qualifikation schaffen. “

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