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Torwarttrainer Tapalovic

'So eine Chance muss man nutzen'

Eigentlich könnte er noch selbst zwischen den Pfosten stehen. 30 Jahre sind ja kein Alter für einen Fußballprofi, schon gar nicht für einen Torwart. Doch Toni Tapalovic steht ein paar Meter vor dem Tor. Er schießt mal nach links, mal nach rechts, mal als Aufsetzer. Zwischen den Pfosten greift oder grätscht Manuel Neuer nach den Bällen. Ab und zu ist ein Stöhnen des deutschen Nationalkeepers zu hören. Ansonsten herrscht Stille. Es wird hochkonzentriert gearbeitet.

Tapalovic ist seit zwei Wochen Torwarttrainer beim FC Bayern. „Ich freue mich, dass ich hier bin. Ich wurde gut aufgenommen, es ist alles sehr familiär“, erzählte er fcbayern.de über seinen Einstand beim Rekordmeister. Bis vor einigen Wochen war der 30-Jährige noch selbst als Torwart aktiv. Beim FSV Mainz 05 war er dritter Keeper und stand bei der zweiten Mannschaft im Tor, bis er im Oktober einen Kreuzbandriss erlitt. Er hätte auch diese Saison noch in Mainz spielen können. „Thomas Tuchel wollte, dass ich bleibe.“ Doch dann kam der FC Bayern.

Manuel Neuer, der Tapalovic aus gemeinsamen Zeiten (2006-09) beim FC Schalke kennt, hatte seinen früheren Mitspieler vorgeschlagen. „Ich habe mir natürlich auch von anderer Seite noch Referenzen eingeholt“, erzählte Jupp Heynckes, „ich habe nur positive Auskünfte bekommen. Und auch im persönlichen Gespräch bei mir zuhause habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen. Er hat mir sein Konzept vorgelegt, von dem ich sehr angetan war. Ich denke, dass er zu uns passt, sowohl von der fachlichen als auch von der menschlichen Seite.“

Als dann das Angebot tatsächlich kam, musste Tapalovic nicht lange überlegen. „Für mich war klar, dass ich das mache. So eine Chance bekommt man nicht zweimal. Die muss man nutzen“, sagte der 30-Jährige, der ohnehin nach seiner aktiven Karriere Torwarttrainer werden wollte. „Dass es jetzt so schnell geht, ist für mich wie für alle eine große Überraschung.“

'Er passt zu mir'

Auf Schalke hat Tapalovic bei den Jugend- und Amateurkeepern erste Erfahrungen als Torwarttrainer gesammelt. „Er hat auch Einzeltraining mit mir gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen“, erzählte Neuer, „Toni hat im Prinzip dieselben Gedanken wie ich. Er passt einfach zu mir.“ Das findet auch Tapalovic: „Wir haben die gleiche Torwartschule durchlaufen.“

Und die integriert die Torhüter auch immer wieder in Teile des Mannschaftstrainings. So nahmen Neuer, Jörg Butt und Rouven Sattelmaier im Trainingslager im Trentino auch oft an Passübungen der Feldspieler teil. „Das finde ich sehr wichtig“, meinte Tapalovic, „man trainiert das Passspiel und es entsteht ein enger Zusammenhalt zur Mannschaft. Und für Torhüter machen solche Übungen auch Spaß.“

'Ich weiß, was ich mache'

Doch ein gutes Passspiel ist für den neuen FCB-Torwarttrainer nur eine von vielen Fertigkeiten, die ein Keeper heute beherrschen muss. „Ein Torwart muss alles können: bei Flanken, bei Torschüssen, im Eins-gegen-Eins, mit dem Ball am Fuß“, erklärte er, „ein Torwart muss komplett sein.“

Das will Tapalovic nun als Trainer vermitteln. Dass er dies gleich beim deutschen Rekordmeister tut, bringt ihn nicht aus der Ruhe. „Es ist alles ein bisschen größer hier. Aber ich weiß, was ich mache, und ich versuche, so gut wie möglich zu arbeiten, um die Torleute noch besser zu machen.“

Für fcbayern.de im Trentino: Nikolaus Heindl

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