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'Ein Mannschaftssieg'

3 Punkte für 'ein gutes Gefühl'

Bastian Schweinsteiger, Jérôme Boateng, Rafinha, Philipp Lahm, Takashi Usami, Franck Ribéry, Holger Badstuber und am Ende warf sich auch noch Mario Gomez auf den Haufen bayerischer Erleichterung, der sich an der Auslinie in Wolfsburg auftürmte. Ganz unten lag Luiz Gustavo. Er hatte in der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer erzielt und damit den FC Bayern erlöst. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Manuel Neuer. Und damit war er nicht der einzige an diesem Nachmittag.

Auf der Tribüne hielt es Karl-Heinz Rummenigge nicht mehr auf seinem Sitz, Christian Nerlinger sprang von der Ersatzbank auf und eilte mit dem bereits ausgewechselten Thomas Müller zur Jubeltraube auf dem Rasen. „Eigentlich hatte ich mich nach dem Spielverlauf schon mit dem Unentschieden abgefunden. Umso größer war danach die Freude“, erzählte der FCB-Sportdirektor.

„Nach der Auftaktniederlage gegen Mönchengladbach war es unheimlich wichtig, hier zu punkten“, atmete auch Jupp Heynckes nach dem ersten Saisonsieg auf. Den Erfolg bezeichnete der FCB-Chefcoach aufgrund des späten Treffers als „glücklich“. Nerlinger meinte: „Die Mannschaft ist für ihre Siegermentalität belohnt worden. Aber das war heute keine Glanzleistung.“

Nicht Glanz, sondern Kampf war das Motto gegen die Wölfe, die den Bayern vor allem in der ersten Halbzeit Probleme bereiteten. „Ich denke, dass Wolfsburg, so wie es sich heute und auch letzte Woche präsentiert hat, sehr schwer zu spielen ist“, lobte Heynckes die Gastgeber, denen in der 39. Minute ein Treffer von Patrick Helmes wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Nach Ansicht der TV-Bilder gestand Schiedsrichter Knut Kircher später „einen Fehler“ ein.

In dieser Situation hatten die Bayern also Glück. In der Offensive agierten sie hingegen lange glücklos. „Gegen so eine kampf- und zweikampstarke Mannschaft musst du deine wenigen Chancen nutzen. Das haben wir in der ersten Halbzeit versäumt“, sagte Heynckes. Tempowechsel und Aggressivität vermisste der FCB-Coach bei seiner Mannschaft. „Aber ich habe bisher im Training sehr viel Wert gelegt auf Pressing und Defensivverhalten. Das andere kommt, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Große Teile der zweiten Halbzeit dürfen Heynckes zuversichtlich stimmen. „Aufgrund der zweiten Halbzeit, in der wir uns die klareren Chancen erarbeitet haben, haben wir verdient gewonnen, obwohl es natürlich glücklich ist, wenn man kurz vor Schluss das Tor macht“, sagte Philipp Lahm. „Das war ein Mannschaftssieg, wir haben gekämpft bis zur letzten Minute“, meinte Luiz Gustavo, der schließlich das erlösende Tor erzielte.

„Die drei Punkte waren sehr wichtig, auch für den Kopf“, sagte Franck Ribéry, der seinem Team eine Steigerung gegenüber dem Spiel gegen Gladbach eine Woche zuvor attestierte. „Es ist aber nicht so, dass wir dann auf einmal nächste Woche von alleine die Spiele gewinnen. Man muss sich alles hart erarbeiten“, betonte Schweinsteiger. Das gilt schon am Mittwoch wieder, wenn der FCB in der Champions-League-Qualifikation den FC Zürich zum Hinspiel empfängt. Lahm ist nach dem Last-Minute-Sieg von Wolfsburg zuversichtlich: „Jetzt können wir mit einem guten Gefühl gegen Zürich spielen.“

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