präsentiert von
Menü
'Das war ein Fehlstart'

Bayern nach Auftaktniederlage enttäuscht

„Aggressivität in den Zweikämpfen und eine gelungene Raumaufteilung setzte Gladbach der individuellen Klasse der Bayern-Stars entgegen. Dabei half, dass die Münchner unkonzentriert zu Werke gingen.“ So lautete die Analyse des Fachmagazins kicker nach der 0:1-Niederlage des FCB beim Saisonauftakt gegen Borussia Mönchengladbach - am 29. Juli 2001. Es war die letzte Niederlage des Rekordmeisters am ersten Bundesligaspieltag. Bis Sonntag.

Zehn Jahre später hieß der Auftaktgegner wieder Mönchengladbach, und wieder mussten sich die Münchner - diesmal in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena - mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. „Wir sind mit großen Erwartungen in diese Bundesligasaison gestartet und man muss klipp und klar sagen: Das war ein Fehlstart“, fasste Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff die vorangegangenen 90 Minuten zusammen.

17 zu acht Torschüsse, 27 zu null Flanken, 60 Prozent Ballbesitz sowie 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe - in den meisten spielrelevanten Statistiken hatte der FC Bayern klar die Nase vorne. Nur bei den Toren verzeichneten die Fohlen nach dem Treffer von Igor de Camargo (62. Minute) den entscheidenden Vorteil für sich. Es war der erste Erfolg der Gladbacher in München seit 1995 und erst der zweite in der gesamten Bundesliga-Historie.

„Gladbach hat sehr gut organisiert gespielt. Sie haben ein Spinnennetz aufgebaut, in dem wir uns immer wieder verfangen haben“, analysierte Trainer Jupp Heynckes die defensive Ausrichtung des Gegners, wollte diese aber nicht als Alibi für die Auftaktniederlage seiner Mannschaft gelten lassen. „Es lag in erster Linie an uns. Wir haben es versäumt, unsere Überlegenheit in Torchancen umzumünzen. Das war heute nicht zwingend genug, um eine so defensiv eingestellte Mannschaft auseinanderzunehmen.“

„Wir haben zu wenig getan, speziell in der ersten Halbzeit. Wir haben den Gegner zu wenig unter Druck gesetzt. Diesen Vorwurf müssen wir uns heute gefallen lassen“, stimmte auch Rummenigge zu. „Wir müssen leider jetzt schon wieder nach dem ersten Spieltag feststellen, dass wir der Spitze hinterherlaufen müssen. Das ist etwas, was wir vermeiden wollten, aber leider haben wir es nicht geschafft.“

Auch die Spieler des Rekordmeisters verließen angesichts der mehr als unnötigen Niederlage enttäuscht und angesäuert das Stadion. „Ich bin sauer, ich habe so eine Krawatte. Alle guten Vorsätze sind wieder beim Teufel. Der Gegner macht aus dem Nichts ein Tor. Das ist unser Problem“, ließ Thomas Müller seinem Frust freien Lauf. „Wir hatten viele Chancen und haben kein Tor gemacht. Gladbach fährt nach Hause und weiß nicht wirklich, warum sie gewonnen haben“, ergänzte Mario Gomez.

Nicht alles schwarz malen

Trotz drückender Überlegenheit schafften es die Münchner nicht, das Gladbacher Abwehrbollwerk zu knacken. „Wir sind ein Stück weit an uns selbst gescheitert“, meinte Gomez, der neben einem nicht gegebenen Abseitstor von Müller die beiden größten Chancen ausließ. Auf der Gegenseite nutzte de Camargo ein Missverständnis zwischen Jérôme Boateng und Torhüter Manuel Neuer („Ich nehme das Tor auf meine Kappe“) zum viel umjubelten Gladbacher Siegtor.

„Wir dürfen jetzt nicht alles schwarz malen. Aber natürlich haben wir uns das anders vorgestellt“, meinte Kapitän Philipp Lahm. „Solche Spiele gibt es“, sagte Heynckes. „Wir müssen ruhig bleiben, weiterarbeiten und das nächste Spiel gewinnen. Wir werden das Spiel jetzt ganz sachlich analysieren“, betonte der Fußballlehrer, der vor dem nächsten Spiel am Samstag beim VfL Wolfsburg alles andere als optimale Voraussetzungen zur Vorbereitung hat. „Ab morgen sind bis auf vier alle Spieler in diversen Nationalmannschaften unterwegs.“

Weitere Inhalte