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'Ein harter Brocken'

Bayern wollen gegen Zürich vorlegen

Bei dieser Frage musste sogar Jupp Heynckes stutzen. Wie er sich denn fühle, vor seinem ersten Champions-League-Spiel mit einer deutschen Mannschaft, wurde der Cheftrainer des FC Bayern am Dienstag von einem Reporter gefragt. „Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht, dass es so ist“, gestand Heynckes einen Tag vor der Playoff-Partie seiner Mannschaft in der Champions-League-Qualifikation am Mittwochabend gegen den FC Zürich (ab 20.30 Uhr im FCB-Liveticker und im Webradio).

„Damals hieß es ja noch Meistercup“, erinnerte sich der 66 Jahre alte Fußballlehrer, der die 1992 umgetaufte Königsklasse sechs Jahre später mit Real Madrid gewann. Im April 1991 saß er letztmals auf der Trainerbank eines deutschen Teams, damals schied der FCB im Halbfinale des Landesmeisterpokals gegen Roter Stern Belgrad aus. „Ich habe im Fußball ja schon alles mitgemacht, aber wenn sie mich darauf hinweisen, dann ist das ja eine ganz neue Herausforderung.“

Eine Herausforderung wartet auf seine Elf in den beiden Spielen gegen den Schweizer Vizemeister dahingehend, dass für den deutschen Rekordmeister schon kurz nach dem Saisonbeginn das erste „Endspiel“ (Ivica Olic) ansteht. „Das ist eine Situation, die der FC Bayern noch nicht allzu oft erlebt hat. Normalerweise hat man sich vorzeitig für die Gruppenphase qualifiziert, jetzt müssen wir zwei Spiele nachsitzen. Da müssen die Spieler richtig reinhauen“, so Heynckes, der „zwei schwierige Spiele“ erwartet.

Welche Bedeutung das Duell mit dem FC Zürich hat, wissen auch Heynckes Spieler nur zu genau. „Für jeden Spieler im Kader des FC Bayern ist es das Schlimmste, wenn wir nicht in der Champions League dabei sind“, meinte Thomas Müller, der „keine leichte Nummer“ gegen die gerade rechtzeitig in Form gekommenen Züricher erwartet. „Sie sind vergleichbar mit dem FC Basel letztes Jahr. Das ist ein harter Brocken, ich denke, dass wir uns ganz schön strecken müssen.“

Wunschergebnis 2:0

Am Einzug in die Gruppenphase zweifelt im Lager der Bayern aber niemand. „Jeder ist top fokussiert. Wir werden wie immer top vorbereitet sein und wollen ein gutes Spiel zeigen. Wir müssen ein vernünftiges Ergebnis erzielen. Ich denke, gegen ein 2:0 hätten wir alle nichts“, meinte Kapitän Philipp Lahm. Und Ivica Olic ergänzte: „Das ist eine Mannschaft, gegen die der FC Bayern weiterkommen muss. Wir sind besser, das müssen wir in den zwei Spielen bestätigen.“

Heynckes warnte jedoch davor, den Stadtclub zu unterschätzen. „Ich war schon beeindruckt als ich das Spiel gegen Basel gesehen habe“, räumte der FCB-Coach ein. „Wir wissen, dass wir auf einen spielstarken Gegner treffen. Da ist eine kreative Mannschaft, die guten Fußball nach vorne spielt und sich auch in der Allianz Arena nicht verstecken wird.“ Allerdings betonte Heynckes auch: „Die Champions League ist das Sahnehäubchen im europäischen Fußball, da wollen wir natürlich dabei sein.“

Robben wieder einsatzfähig

Personell kann Heynckes bei seiner deutschen Champions-League-Premiere aus dem Vollen schöpfen. Arjen Robben meldete sich nach überstandenen Rücken- und Adduktoren wieder einsatzfähig. „Er hat drei Tage sehr gut trainiert. Es war klug, ihn in Wolfsburg nicht spielen zu lassen“, berichtete Heynckes, der somit erstmals in dieser Saison seine Flügelzange Rib & Rob von Beginn an aufbieten könnte.

„Wir haben den Anspruch als FC Bayern, gegen so eine Mannschaft weiterzukommen. Es ist sicher für das Image des FC Bayern ganz wichtig,“ erklärte Heynckes. Klare Worte formulierte auch Sportdirektor Christain Nerlinger vor dem dritten Playoff-Spiel nach 1998/99 (FK Obilic Belgrad) und 2002/03 (Partizan Belgrad): „Wenn wir die nicht schlagen, haben wir in der Champions League nichts verloren.“

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