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Alaba gegen Müller & Co.

EM-Qualifikation zwischen Kampf und Schmäh

David Alaba hat eine philippinische Mutter und einen nigerianischen Vater, vor allem aber ist er Wiener. Und Letzteres ist nicht zu überhören. Wenn Alaba den Mund aufmacht, dann blüht der Schmäh. Zum Beispiel vor ein paar Tagen in der FCB-Kabine, als er sich von den deutschen Nationalspielern verabschiedet und sich auf dem Weg zur österreichischen Auswahl machte. „Ich habe zum Schluss mit einem Augenzwinkern gesagt, dass wir sie weghauen werden“, erzählte der 19-Jährige in einem Interview mit der Wiener Kronen Zeitung, „da haben sie nur laut gelacht.“

Am Freitag trifft Alaba seine FCB-Kollegen wieder. Dann stehen sie sich in Gelsenkirchen als Gegner in der EM-Qualifikation gegenüber. Mit einem Sieg kann das DFB-Team das Ticket für das Turnier in Polen und der Ukraine lösen, für Österreich hingegen „ist es die letzte Chance, noch auf den EM-Zug aufzuspringen“, wie Thomas Müller feststellte. Mit Belgien (11 Punkte/7 Spiele) und der Türkei (10/6) streitet die Alpenrepublik (7/6) um Platz zwei in der Gruppe.

Müller: 'Unser Ziel ist klar'

„Die werden heiß sein“, erwartet Müller wie beim Hinspiel vor drei Monaten (3. Juni) in Wien ein hochmotiviertes österreichisches Team. Damals setzte sich Deutschland knapp mit 2:1 durch. Mario Gomez, der diesmal verletzt pausieren muss, traf doppelt für den DFB, für das ÖFB-Team leitete Alaba den zwischenzeitlichen Ausgleich (Eigentor Arne Friedrich) ein.

Österreich sei „ein anspruchsvoller Gegner“, meinte Müller, der dem Nachbarland bescheinigte, vor allem gegen Topteams immer eine gute Leistung abzuliefern. Am Freitag soll das seinem FCB-Kollegen Alaba aber nichts nutzen. „Wir wollen von Beginn an dominieren und ein frühes Tor erzielen“, betonte Müller, „unser Ziel ist klar: Am Ende stehen da drei Punkte für Deutschland.“

Alabas Nachhilfe

Auf der anderen Seite weiß auch Alaba, dass er am Freitag in Gelsenkirchen eine harte Nuss zu knacken hat. Sieben FCB-Profis stehen im deutschen Kader, sieben Spieler, vor deren Qualitäten Alaba seine Landsleute schon einmal warnte. „Mit Neuer kann im Tor nichts anbrennen. Lahm, Badstuber und Boateng sind Abwehrstars, an denen du kaum vorbeikommst. Kroos ist technisch perfekt. Müller hat den angeborenen Torinstinkt. Schweinsteiger ist das Herz der Mannschaft“, sagte er über seine FCB-Kollegen.

Und am Ende war dann wieder Zeit für ein bisschen Schmäh. Da wurde Alaba auf ein fcbayern.de-Interview mit Jérôme Boateng angesprochen, in dem dieser kurz nach seinem Wechsel nach München augenzwinkernd erzählt hatte, dass er von allen Bayern gut aufgenommen worden sei, nur „diesen Österreicher“ Alaba verstehe er aufgrund des Dialekts einfach nicht. Anscheinend eine aussichtslose Geschichte, wie Alaba jetzt erzählte: „Ich gebe ihm viel Nachhilfe. Aber er sagt immer noch Alter statt Oida.“

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