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Zu Gast in Wolfsburg

FCB will 'positive Reaktion zeigen'

Die Schattenseite des Trainerdaseins beim FC Bayern musste Jupp Heynckes diese Woche leidvoll erfahren. Anstatt mit seinen Spielern die 0:1-Auftaktniederlage gegen Borussia Mönchengladbach aufzuarbeiten und zu analysieren, musste Heynckes wegen der Länderspielabstellungen auf 16 Profis seines Kaders verzichten. Nun muss der 66-Jährige am Freitag „den Spagat“ bewerkstelligen zwischen Analyse des Gladbach-Spiels und Vorbereitung auf die Partie am Samstag beim VfL Wolfsburg (ab 15.15 Uhr im FCB-Liveticker und im Webradio bei FCB.tv).

„Das ist natürlich eine Situation, die man sich so nicht wünscht. Natürlich ist das nicht optimal, aber das ist der FC Bayern, da kennt man das“, sagte Heynckes am Freitag vor dem Abschlusstraining seiner Mannschaft an der Säbener Straße. Dass seine Spieler die Niederlage gegen die Fohlen bereits abgehakt haben, glaubt Heynckes nicht. „Wenn man ehrgeizig ist, wenn man es gewohnt ist, um Titel zu spielen, dann verschwindet so eine Niederlage nicht von heute auf morgen. Das ist in den Köpfen drin.“

Doch genau da will der erfahrene Fußballlehrer ansetzen, um seine Spieler auf die Partie in Wolfsburg einzustimmen. „Ich habe aus Niederlagen schon immer meine größte Motivation gezogen. Als Spieler und auch als Trainer“, meinte Heynckes. Und so forderte der Coach unmissverständlich von seinem Team: „Eins ist klar: Nach dem Verlustspiel gegen Gladbach müssen wir eine positive Reaktion zeigen. Da muss angezogen werden.“

Insbesondere in der Offensive müsse seine Mannschaft „konsequenter“ agieren, „wir müssen unsere Spielzüge besser und erfolgreicher abschließen.“ Das sieht auch Sportdirektor Christian Nerlinger so. „Man hat deutlich gesehen, dass unser Offensivspiel gestockt hat, Inspiration, Kreativität und das letzte Stück Entschlossenheit gefehlt haben“, hatte Nerlinger im Video-Chat bei FCB.tv bemängelt. „Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft in Wolfsburg die richtige Antwort geben wird.“

Ribéry drängt in die Startelf

Davon geht auch Franck Ribéry aus, der insgesamt „mehr Aggressivität“ auf dem Platz gefordert hatte. „Wir müssen jetzt aufwachen, nicht erst in zwei, drei Spielen. Dann ist es zu spät. Ich hoffe, wir machen ein gutes Spiel, wir müssen drei Punkte holen.“ Der Franzose war einer der wenigen Akteure, die nicht auf Länderspielreise waren. „Er hat diese Woche sehr gut trainiert hat“, lobte Heynckes den Flügelflitzer, der in Wolfsburg „höchstwahrscheinlich von Anfang an“ spielen wird.

Weitere Hinweise auf die voraussichtliche Aufstellung wollte Heynckes nicht geben. „Das Leistungskriterium ist entscheidend. Die reine Leistung auf dem Trainingsplatz und auf dem Spielfeld. Und wichtig ist vor allem, dass die Mannschaft in der Formation harmoniert“, so Heynckes, der die Eindrücke aus dem Abschlusstraining abwarten wollte. Verzichten auf den angeschlagenen Arjen Robben (Rücken- und Adduktorenprobleme) sowie auf den rekonvaleszenten Breno.

Magath sucht Flucht nach vorne

Den Gegner aus Wolfsburg, der in der Vorwoche mit einem 3:0 gegen den 1. FC Köln an die Tabellenspitze stürmte, bezeichnete Heynckes als „sehr gut organisiert und diszipliniert. Sie waren defensiv gut und vorne haben sie drei Tore erzielt. Ich denke, dass Wolfsburg zuhause etwas anders agieren wird als Mönchengladbach in München. Das ist eine Mannschaft, gegen die wir eine optimale Leistung abrufen müssen, um zu gewinnen“, so Heynckes weiter.

Der frühere Bayern- und jetzige VfL-Coach Felix Magath will gegen seinen Ex-Klub die Flucht nach vorne antreten. Er forderte seine Spieler auf, die Initiative zu ergreifen. „Meine Mannschaft soll nicht nur auf die Bayern reagieren, sondern wir wollen selbst agieren“, sagte der VfL-Trainer. Er will gegen den Rekordmeister punkten, die Startniederlage der Bayern schmeckte ihm allerdings nicht. „Jetzt steht die Mannschaft noch mehr unter Druck, was die Aufgabe für uns nicht leichter macht.“

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