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'Das ist beeindruckend'

FCZ mit Respekt, aber selbstbewusst

Sie betraten den Presseraum der Allianz Arena, gingen die Treppen hinunter zum Podium. Dann blieben sie kurz stehen, drehten sich um - und staunten. So eine Kulisse für eine Pressekonferenz hatten sie noch nie gesehen: Urs Fischer, Trainer des FC Zürich, und der Kapitän Silvan Aegarter. „Das ist echt beeindruckend. Hier sieht es ja aus wie im Kino“, sagte Fischer bezogen auf die gepolsterten Sessel und die große Zahl an Sitzplätzen für Journalisten. Seine ersten Worte wirkten, wie die eines Touristen.

Dass Fischer und sein Team aber keineswegs nur zum Sightseeing nach München gekommen sind, wurde schon im zweiten Satz klar. „Wir wollen hier gewinnen“, erklärte Fischer am Dienstagabend vor dem Playoff-Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation beim FC Bayern selbstbewusst. Es sei alles möglich, „aber es muss natürlich alles passen“, ergänzte der Cheftrainer des Tabellensechsten der Schweizer Super League.

Natürlich sei der Respekt vor dem FC Bayern groß, aber man wolle mit „Mut, Leidenschaft und Wille bestehen“. Fischers taktische Marschroute für Mittwoch: „Die Mischung aus Offensive und Defensive muss stimmen. Wenn du dich hier hinten reinstellst, bekommst du früher oder später die Rechnung.“ Gladbach habe am ersten Spieltag der Bundesliga vorgemacht, wie die Bayern zu knacken seien. „Auch wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen“, kündigte Fischer an.

Aber der ehemalige Schweizer Nationalspieler weiß auch: Ohne das nötige Quäntchen Glück wird es der FC Zürich schwer haben, die nächste Runde der Königsklasse zu erreichen. „Das musst du hier haben, um etwas mitzunehmen“, sagte Fischer. Und Kapitän Aegarter analysierte: „Bayern hat viele Stars und ist ein europäisches Topteam.“ Anders als der FC Zürich, der erst ein einziges Mal in der Gruppenphase der Champions League vertreten war - in der Saison 2009/10. Auch wenn der FCZ damals ausschied: Den AC Mailand besiegte man in San Siro mit 1:0.

Verletzungssorgen beim FCZ

Die Mannschaft von damals ist mit der von heute allerdings nicht mehr zu vergleichen. Zudem plagen die Schweizer einige Verletzungsprobleme: Stürmer Alexandre Alphonse fällt mit einem Muskelfaserriss in der Wade aus, den er sich am vergangenen Samstag beim 2:1-Sieg des Schweizer Vizemeisters in der Liga beim Champion FC Basel zugezogen hat. Auch Mittelfeldmann Stjepan Kukuruzovic (Kreuzbandriss) und Verteidiger Philipp Koch (Sperre) werden fehlen. Der Euphorie beim FCZ tut dies keinen Abbruch. Fischer: „Ich und meine ganze Mannschaft freuen uns auf dieses Spiel.“

Ein Spiel, das insbesondere für den Trainer ein ganz spezielles ist. Denn Fischer ist seit seiner Kindheit bekennender Anhänger des deutschen Rekordmeisters. „Der Verein war mir immer sympathisch. Franz Beckenbauer war mein großes Vorbild“, erklärte der 45-Jährige. Auch diese Worte könnten aus dem Mund eines Touristen stammen. Aber Fischer und der FC Zürich wollen den FC Bayern am Mittwochabend in der Allianz Arena keineswegs nur bestaunen.

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