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Neue Defensiv-Stärke

Nur ein Gegentor in fünf Pflichtspielen

Luiz Gustavo, Jérôme Boateng und Toni Kroos raus. Anatoliy Tymoshchuk, Daniel van Buyten und Thomas Müller rein. Schon vor der Saison hatte FCB-Cheftrainer Jupp Heynckes angekündigt: Rotation ist Teil meines Konzepts. Am Samstag war es erstmals soweit. Der 66-Jährige würfelte sein Team personell kräftig durcheinander - einen Qualitätsunterschied merkte man nicht! Der FC Bayern ließ erneut kein Gegentor zu, zum vierten Mal im fünften Pflichtspiel dieser noch jungen Saison. Und offensiv brannten die Münchner beim 5:0-Sieg in der Allianz Arena ein Feuerwerk ab.

„Es gehören nicht nur elf Spieler dazu, sondern der ganze Kader. Es war schön, dass neue Spieler reingekommen sind und ihre Leistung gebracht haben. Das tut der Mannschaft gut“, sagte Kapitän Philipp Lahm am Tag nach dem Torfestival gegenüber fcbayern.de. Während Müller das Gefühl, unter den ersten Elf zu stehen, bereits bestens kennt, feierten Van Buyten und Tymoshchuk ihr Startelf-Debüt in dieser Saison - und sie überzeugten.

Der Belgier lief an der Seite von Holger Badstuber in der Innenverteidigung auf und war bester Zweikämpfer der Partie (92 % gewonnene Duelle). Zudem stellte er mit seinem Kopfballtor in der 13. Minute schon früh die Weichen auf Sieg. „Heynckes hat mir gesagt, dass ich mich vorbereiten soll. Ich habe gewartet, bis ich meine Gelegenheit bekommen und habe einfach alles gegeben“, erklärte Van Buyten. Und Tymo ging auf der Sechser-Position neben Bastian Schweinsteiger weite Wege, eroberte viele Bälle. Um ein Haar wäre ihm zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar ein Treffer gelungen.

Neben der starken Offensivleistung gegen den HSV, fiel abermals auf: Der FC Bayern hat sich unter Heynckes vor allem defensiv verbessert. In den fünf Pflichtspielen flogen insgesamt nur fünf Schüsse auf das Tor von Nationaltorhüter Manuel Neuer. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es im Schnitt 3,8 pro Spiel. Kapitän Lahm erklärte das Erfolgsrezept folgendermaßen: „Es arbeiten alle defensiv mit. Nach Ballverlusten wurde super umgeschaltet, auch von den offensiven Spielern. Dadurch hatten wir viele Balleroberungen. Und das macht es der Abwehr deutlich leichter.“

Heynckes: 'Noch Luft nach oben'

Ähnlich sieht das Christian Nerlinger. Der Sportdirektor der Münchner sprach - angesprochen auf das Defensivverhalten der Mannschaft - von einer „sehr guten Entwicklung“ und einem „entscheidenden Schritt“. Coach Heynckes kündigte an: „Ich denke, dass wir da noch Luft nach oben haben und dass das noch besser gemacht werden kann.“ Dies sei allerdings ein Prozess, der Zeit brauche und nicht nach drei Bundesliga-Spieltagen abgeschlossen ist.

Abgeschlossen ist wohl auch nicht die von Heynckes eingeführte Rotation. In Zürich könnte die Mannschaft bereits wieder ein anderes Gesicht haben. Die Tatsache, dass der FC Bayern aus mehr als elf Spielern besteht, wie Heynckes betonte, und so auch die vermeintlichen Ersatzspieler eine Perspektive besitzen, scheint sich leistungsfördernd auszuwirken. „Wenn wir Spieler, die die ersten Spiele nicht gemacht haben, auf dem Platz stehen, müssen wir es dem Trainer beweisen“, sagte Torschütze Van Buyten und fügte an: „Ich war hungrig!“ Heynckes‘ Rotations-System zeigt Wirkung.

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