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Mit Köpfchen und mit Schmerzen

Schweinsteiger und Robben auf Torejagd

Auch in der Analyse waren sie sich einig. „Ein gutes Ergebnis, aber wir spielen noch nicht gut genug“, meinte Arjen Robben zum 2:0-Sieg im Playoff-Hinspiel zur Champions League gegen den FC Zürich. Das findet auch Bastian Schweinsteiger, der ebenfalls von einem „guten Ergebnis“ sprach und gleichzeitig „viele Dinge“ ausmachte, „die wir verbessern müssen. Zum Beispiel die Chancenverwertung.“ Für Tore sorgten am Mittwochabend - auch da präsentierten sie Einigkeit - nur Schweinsteiger und Robben.

Beim 1:0 machten die beiden erfahrensten Champions-League-Akteure auf dem Platz sogar gemeinsame Sache. Robbens Maßflanke köpfte Schweinsteiger ins Tor. Anschließend spurtete der 27-Jährige jubelnd quer über den Platz und deutete sich immer wieder halb ungläubig halb begeistert auf die Stirn. Ich? Ein Kopfballtor?

„So oft passiert es nicht, dass ich ein Kopfballtor mache“, sagte Schweinsteiger, der zuvor im Europapokal noch nie per Kopf getroffen hatte. Diesmal passte sein Aufsetzer perfekt neben den Pfosten, und das obwohl die Flanke von einem Abwehrspieler noch leicht abgefälscht worden war. „So einfach war es nicht“, berichtete das neue Kopfballungeheuer des FC Bayern.

Kopfballungeheuer? Tatsächlich wird Schweinsteiger, der erst vor sechs Monaten in seinem 239. Bundesligaspiel zum ersten Mal per Kopf getroffen hatte, mehr und mehr zum Torjäger mit Köpfchen. Auch seine letzten beiden Bundesliga-Treffer (gegen Stuttgart und Mainz) hatte er per Kopf erzielt.

16 Monate Wartezeit

Dass er ein besonderes linkes Füßchen besitzt, bewies gegen Zürich wieder einmal Arjen Robben. Seinen Champions-League-Krachern gegen Florenz und Manchester (2009/10) fügte der 27-Jährige am Mittwochabend einen weiteren sehenswerten Treffer hinzu: Vom rechten Strafraumeck schlenzte er den Ball mit dem linken Fuß zum entscheidenden 2:0 ins linke Toreck (72. Minute).

„Ich versuche es öfters so, manchmal klappt es. Es war schön“, sagte Robben über sein erstes Europacup-Tor seit fast 16 Monaten. Zuletzt hatte er beim 1:0-Heimsieg im Champions-League-Halbfinale gegen Lyon Ende April 2010 getroffen. Da er auch Schweinsteigers 1:0 vorbereitet hatte, war der Holländer erstmals in einem Europapokalspiel des FC Bayern an zwei Toren beteiligt.

'Ein tolles Tor'

Trotzdem war es kein angenehmer Abend für den Turbodribbler. „Es hat wenig Spaß gemacht“, erzählte der Holländer, der nach wie vor an Rückenproblemen laboriert. „Ich habe 90 Minuten lang mit Schmerzen gespielt, aber ich wollte unbedingt dabei sein. Ich war bei 60 bis 70 Prozent meines Könnens. So ist es schwierig zu spielen“, sagte er, „ich hoffe, dass es physisch jetzt schnell besser geht.“

Auf baldige völlige Genesung hofft auch Jupp Heynckes. „Arjen hat noch leichte gesundheitliche Probleme“, bestätigte der FCB-Chefcoach, der Robbens Einsatz lobte: „Er hat heute nicht alles riskiert, aber er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und nach hinten gearbeitet. Er hat auch sehr clever gespielt gegen einen sehr guten Verteidiger. Es war ein tolles Tor von ihm.“ Da waren sich an diesem Abend alle 66.000 Zuschauer in der Allianz Arena einig.

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