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CL-Gegner im Portrait

U-Boot, Scheich und Maradonas Erben

FC Villarreal, Manchester City und SSC Neapel heißen die Gegner des FC Bayern in der diesjährigen Champions-League-Gruppenphase - drei Klubs, gegen die der deutsche Rekordmeister fast noch nie in einem Pflichtspiel angetreten ist. Auf Neapel traf der FCB im UEFA-Cup-Halbfinale 1988/89, mit Villarreal und ManCity gab es noch nie ein Aufeinandertreffen. fcbayern.de stellt die drei Klubs kurz vor.

FC Villarreal
Seit Jahrhunderten sind Keramik und Orangen die bekanntesten Produkte von Villarreal oder Vila-Real, wie die 50.000-Einwohner-Stadt auf Valencianisch heißt. Seit Ende der 90er Jahre hat sich aber auch ein Fußballklub zum Aushängeschild der ca. 60 Kilometer nördlich von Valencia gelegenen Stadt gemausert. 2005/06 erreichte der FC Villarreal das Halbfinale, 2008/09 das Viertelfinale der Champions League. In der Europa League bzw. im UEFA-Cup drang das Gelbe U-Boot (Submarino Amarillo), wie der Klub aufgrund seiner Vereinsfarben genannt wird, zweimal bis ins Halbfinale vor. Zuletzt in der vergangenen Saison, als die Spanier im Achtelfinale Jupp Heynckes Leverkusener zweimal knapp besiegten (3:2, 2:1). Im Halbfinale war dann gegen den späteren Titelträger FC Porto Endstation.

Diese internationalen Ausrufezeichen sind die bislang größten Erfolge in der Vereinsgeschichte des FC Villarreal, der seine Heimspiele im El Madrigal (22.000 Plätze) austrägt. Noch nie wurde der Klub Meister oder Pokalsieger in Spanien, letzte Saison beendete er die Primera Division auf dem vierten Platz. Wie der FC Bayern musste sich auch Villarreal über die Playoffs für die Champions League qualifizieren. Gegen Odense BK setzte sich der Klub nach einem 0:1 in Dänemark im Rückspiel mit 3:0 durch.

Zweifacher Torschütze im Rückspiel war Giuseppe Rossi. Der italienische Nationalstürmer bildet zusammen mit dem Brasilianer Nilmar eines der gefährlichsten Sturmduos der Primera Division. In Liga und Europa League erzielten die zwei zusammen 45 Tore (Rossi 29, Nilmar 16). Innenverteidiger Carlos Marchena sowie die Mittelfeldspieler Marcos Senna und Cani sind weitere bekannte Akteure im Team von Trainer Juan Carlos Garrido. Im Sommer verpflichtet der Klub zudem mit dem kolumbianischen Abwehrspieler Cristiano Zapata (von Udine) einen weiteren international erfahrenen Spieler. Am Montag startet der FC Villarreal in die Saison. Zum Auftakt taucht das Gelbe U-Boot im Camp Nou des FC Barcelona auf.

Manchester City
Ein Blick auf den Kader von Manchester City zeigt: Masse und Klasse tummeln sich im 38 Spieler starken Aufgebot des aktuellen Tabellenführers der englischen Premier League. Ob David Silva, Carlos Tevez, Sergio Agüero oder der ehemalige Bundesliga-Profi Edin Dzeko - bei den Citizens, wie der Stadtrivale des großen Lokalgegners Manchester United genannt wird, tummeln sich einige Hochkaräter des Weltfußballs. Das weiß auch FCB-Verteidiger Jérôme Boateng, der bis zur Sommerpause noch in Manchester spielte.

Das verdankt ManCity nicht zuletzt Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, der seit seinem Einstieg beim Klub im Jahr 2008 rund eine Milliarde Pfund investierte. Allein für die Verpflichtung Agüeros und von Samir Nasri Mitte dieser Woche legten ManCity über 70 Millionen Euro hin. „Manchester City will Erfolge, egal was er kostet“, weiß auch FCB-Profi Frank Ribéry. Ob bis zum Duell mit den Bayern Spieler wie Tevez, Emanuel Adebayor oder der frühere Münchner Roque Santa Cruz noch auf der Payroll der Skyblues, der Himmelblauen, stehen werden, ist allerdings noch offen.

Sportlich nimmt Manchester City in dieser Saison erstmals als Tabellendritter der vergangenen Saison an der Königsklasse teil, ein Pflichtspiel gegen den FC Bayern gab es bislang noch nicht. Der größte europäische Erfolg war der Sieg im Europacup der Pokalsieger 1970 gegen Gornik Zabrze (2:1). Trainer der Citizens, für die einst auch Michael Tarnat spielte, ist seit 2009 der Italiener Roberto Mancini. Die Spielstätte von ManCity ist das Etihad Stadium, in dem 47.700 Zuschauer Platz finden.

SSC Neapel
Die Süditaliener schlossen die vergangene Saison der Serie A als Tabellendritter hinter Meister AC Mailand und Inter ab. Erstmals in der Vereinsgeschichte qualifizierten sie sich damit für die Champions League. Großen Anteil am Erfolg des SSC Neapel hatte der uruguayische Stürmer Edinson Cavani, der mit 26 Toren aus einer ausgeglichenen Mannschaft herausstach und mit dem Argentinier Ezequiel Lavezzi ein gefährliches Sturmduo bildete. Weitere namhafte Spieler der Italiener: Gökhan Inler, Neuzugang von Udinese Calcio, sowie Innenverteidiger und Kapitän Paolo Cannavaro - der jüngere Bruder von Fabio, der Italien 2006 in Deutschland zum WM-Titel führte.

2010/11 trat der SSC in der Europa League an. Das Aus kam in der Runde der letzten 32 - ausgerechnet gegen einen weiteren Gruppengegner der Bayern, den FC Villarreal. Nach einem 0:0 im Hinspiel hatten die Spanier das Rückspiel mit 2:1 für sich entschieden. Die größten Erfolge des Klubs liegen Jahre zurück: 1987 und 1990 wurde Neapel italienischer Meister, 1989 feierte man den UEFA-Cup-Sieg, nachdem der FC Bayern im Halbfinale in Hin- und Rückspiel (2:0, 0:0) besiegt worden war. Alle drei Titel fielen in die Zeit von Diego Armando Maradona, der zwischen 1984 und 1991 bei den Süditalienern unter Vertrag stand.

Neben Maradona spielten früher auch Stars wie Laurent Blanc, Fabio Cannavaro, Dino Zoff, Gianfranco Zola oder Ex-Bayern-Spieler Massimo Oddo für Neapel. Trainer des SSC ist Walter Mazzari, der 2009 von Sampdoria Genua nach Neapel wechselte. Seine Heimspiele trägt der Traditionsverein im 60.240 Zuschauer fassenden Stadio San Paolo aus. „Eine Mannschaft, die eine Entwicklung durchmacht und sich auf einem guten Weg befindet“, kommentierte FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger das Los.

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