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'Das hat mir gefallen'

Zuversicht nach starkem Auftakt

Thomas Müller ging zu Boden - zum zweiten Mal innerhalb von 30 Minuten. Zum zweiten Mal im Strafraum. Zum zweiten Mal gab es Elfmeter für den FC Bayern. Es schien klar: Wie schon beim 1:0 wird sich Mario Gomez - von Trainer Jupp Heynckes als Elfmeterschütze Nummer eins auserkoren - den Ball schnappen. Tat er aber nicht. Stattdessen lief Bastian Schweinsteiger an, das Geburtstagskind der Münchner. Gomez „wollte mir ein Geschenk machen“, verriet Bayerns Mittelfeldantreiber nach dem überzeugenden 3:0 (2:0)-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig in der 1. Runde des DFB-Pokals am Montagabend.

Der Pflichtspielauftakt ist geglückt, die Stimmung beim deutschen Rekordmeister gelöst. „Mario ist anscheinend ein netter Kerl. Ich muss mich bei ihm bedanken“, erklärte Schweinsteiger bezogen auf seinen gönnerhaften Teamkollegen mit einem Augenzwinkern. Da sowohl Schweinsteiger (39.) als auch Gomez (9.) vom Elfmeterpunkt keine Nerven zeigten und Müller kurz vor Schluss seine starke Leistung mit einem Treffer krönte (83.), starteten Trainer Jupp Heynckes und sein Team mit einem Erfolgserlebnis in die neue Saison.

Der Schlüssel zum Erfolg war laut Heynckes „ein sehr gutes Pass- und Positionsspiel“. Die beeindruckenden Fakten belegen dies: 94,1 Prozent (!) der Pässe landeten beim Mitspieler. Eine derartige Passquote erreichte der FC Bayern in der vergangenen Saison in keiner Partie. Heynckes brachte es auf den Punkt: „Wir haben das Spiel gut auseinandergezogen und hatten eine gute Raumaufteilung.“

Basis für die flüssigen Offensiv-Kombinationen war die konzentrierte Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. Nationaltorhüter Manuel Neuer musste bei seinem Pflichtspieldebüt in 90 Minuten keinen einzigen Torschuss der Braunschweiger abwehren. „Wir standen heute stabil. Ich denke, wir werden uns gut einspielen“, lobte Neuer den neuformierten Defensivverbund um Jérôme Boateng und Holger Badstuber sowie die Außenverteidiger Rafinha und Philipp Lahm.

Boateng, der laut Heynckes „nach wie vor Trainingsrückstand“ hat, machte dies durch sein gutes Stellungsspiel wett. „Er ist ein großer Gewinn für uns“, sagte der Cheftrainer des FC Bayern. Boateng werde die Abwehr stabilisieren: „Davon bin ich überzeugt“, so Heynckes. Auch Rafinha, ein weiterer Neuzugang des FC Bayern, überzeugte und bildete gemeinsam mit Müller eine starke rechte Seite. „Rafinha hat sich gut in den Angriff eingeschaltet“, analysierte Heynckes.

Müller und Rafinha auf rechts, Lahm und David Alaba auf links - im Verbund kompensierte der FC Bayern die verletzungsbedingten Ausfälle der Flügelflitzer Arjen Robben und Franck Ribéry. Das beeindruckte Heynckes: „Das hat mir gefallen! Das Team muss funktionieren.“ Kurzfristig, so fordert der 66-Jährige, müsse der FC Bayern in der Lage sein, „den einen oder anderen Leistungsträger“ zu ersetzen.

Heynckes blickt optimistisch in die Zukunft

Und so ist dem Chefcoach auch vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17.30 Uhr) nicht bange. „Die Spieler haben verstanden, was ich von ihnen will“, glaubt Heynckes. Zwar sei noch nicht alles so, wie er sich das wünsche. Dies sei aber in der frühen Phase der Saison nicht anders zu erwarten. Heynckes ist sich dennoch sicher: „Wir werden das alles in den Griff bekommen.“ Mit harter Arbeit. Geschenke verteilen die Spieler ja auch untereinander.

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