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'Die halbe Miete'

Zuversichtlicher FCB noch in der Entwicklung

21 zu 3, 10 zu 0, 62 zu 38 - Die Statistiken hätten einseitiger kaum ausfallen können. Torabschlüsse, Schüsse aufs Tor oder Ballbesitz. Egal, worauf man blickte: Der FC Bayern war dem FC Zürich im Playoff-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation in allen Belangen überlegen. Allein die Torausbeute war verbesserungswürdig. Kapitän Philipp Lahm brachte es nach dem 2:0 (1:0)-Heimsieg auf den Punkt: „Das Ergebnis ist zufriedenstellend, aber wir hätten höher gewinnen müssen.“ Und so standen am Ende nur die Treffer von Bastian Schweinsteiger (8.) und Arjen Robben (72.) zu Buche.

Den Optimismus beim FCB bremste dies aber keineswegs. Im Rückspiel am kommenden Dienstag im Züricher Letzigrund will der deutsche Rekordmeister „nichts mehr anbrennen lassen“, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte. Die Ausgangsposition für das Erreichen der Gruppenphase ist gut, zumal die Münchner vor heimischem Publikum kein Gegentor zuließen. Bei einem Treffer in Zürich, müssten die Schweizer schon viermal ins Schwarze treffen, um den FCB aus dem Wettbewerb zu kegeln. Rummenigge weiß: „Wir sind auch in Zürich in der Lage, das eine oder andere Tor zu erzielen und in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen.“

Das ist das große Ziel, „die halbe Miete“ ist eingefahren, erklärte Manuel Neuer. Auf die leichte Schulter werden die Stars des FC Bayern das Rückspiel aber sicherlich nicht nehmen. Neuer: „In Zürich wird es ein bisschen anderes aussehen. Da werden sie uns unter Druck setzen und versuchen, uns zu Fehlern zu zwingen.“ Das gelang den Schweizern in München nicht. Die FCB-Defensive ließ nicht eine nennenswerte Möglichkeit zu. Torschütze Schweinsteiger fand lobende Worte: „Wir haben wieder zu null gespielt. Das ist ganz wichtig.“ Zum dritten Mal im vierten Pflichtspiel in dieser Saison.

Offensiv präsentierte sich der FC Bayern im Vergleich zu den letzten Spielen verbessert - vor allem im zweiten Durchgang. „Wir haben schnell nach vorne gespielt, hatten viele Aktionen und haben den Gegner ständig unter Druck gesetzt“, sagte Lahm. Cheftrainer Jupp Heynckes sprach von einem „Schritt nach vorne“. Dass am Ende nicht mehr Treffer dabei heraussprangen, lag auch am Abschlusspech von Mario Gomez, dem das nötige Glück fürs erste abhandengekommen ist. Gegen den FCZ ackerte und rackerte er, belohnte sich aber nicht mit einem Erfolgserlebnis. Doch Heynckes ist sich sicher: „Mario wird bald wieder Tore für uns schießen.“

'Wir stehen in der Entwicklung'

Gomez selbst lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, er hat Vertrauen in seine Stärken, die ihn in der vergangenen Saison auf den Thron des Bundesliga-Torschützenkönigs hievten. „Die Tore werden kommen, das weiß ich. Ich mache mich nicht verrückt“, berichtete der Nationalstürmer. Vielleicht fehle auch noch die Lockerheit, das gelte aber für das gesamte Team. Genau das haben die Verantwortlichen des FC Bayern als Grund für die durchwachsene erste Halbzeit ausgemacht. „Die Erwartungshaltung ist hier riesig“, sagte Heynckes. Und Sportdirektor Nerlinger mahnte an: „Wir müssen die Erwartungen an die Mannschaft etwas senken.“

Denn: Das neuformierte Team benötigt Zeit, um sich einzuspielen. „Wir stehen in der Entwicklung“, merkte Lahm an. Und Robben sagte: „Wir müssen positiv bleiben, am Anfang der Saison muss man erst richtig reinkommen.“ Den nächsten Schritt wollen die Münchner am kommenden Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV gehen. „Wir müssen gewinnen, wir wollen gewinnen und wir werden gewinnen“, prophezeite Gomez. Bei einer etwas besseren Chancenauswertung sollte dem nichts im Wege stehen.

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