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Petersen froh

'Dafür bin ich zu Bayern gewechselt'

Zur Erinnerung: Vor etwas mehr als vier Monaten schoss Nils Petersen seine Tore noch gegen Oberhausen, Union Berlin und Erzgebirge Aue. Am Sonntag traf er auf Schalke, vor über 60.000 Zuschauern. Seine Schwester Norma saß in der ersten Reihe und der ehemalige Cottbuser stand zum ersten Mal in der Startelf des FC Bayern. „Für diese Spiele bin ich zu Bayern gewechselt“, sagte er später in den Stadion-Katakomben. Der 22-Jährige war sichtlich erleichtert.

Immer wieder hatte der Torschützenkönig der letztjährigen Zweitligasaison in den vergangenen Wochen von Druck gesprochen. Druck, den Ansprüchen in Bundesliga, Champions League und speziell beim FC Bayern gerecht werden zu müssen. „Es ist natürlich ein Unterschied, ob man 2. Liga spielt oder in der Bundesliga und beim FC Bayern München. Bayern ist eine andere Hausnummer als Cottbus“, sagte Jupp Heynckes.

Mit seinem ersten Bundesligatreffer vor einer Woche beim 7:0 gegen Freiburg hatte Petersen einen Teil dieses Drucks abgebaut. Ein paar Tage später wäre ihm in Villarreal beinahe sein erster Champions-League-Treffer gelungen. „Ich hätte heute gern ein Tor gemacht. Ich merke schon in der Liga, wie der Druck abfällt, wenn man mal getroffen hat“, hatte er danach angedeutet, wie es in ihm aussieht. Sein Ventil öffnete sich dann wieder am Sonntag auf Schalke, wo er den wichtigen 1:0-Führungstreffer des FC Bayern erzielte.

„Franck passt zum genau richtigen Zeitpunkt und dann ist es mein Job, so einen Ball zu verwerten, leider erst im zweiten Versuch“, war er froh, aber nicht ganz zufrieden mit seinem Treffer in der 21. Minute. Nach perfektem Pass von Franck Ribéry versuchte er zunächst, Ralf Fährmann zu tunneln, blieb aber am Schalker Torhüter hängen - im Nachsetzen war er dann erfolgreich. „Glück gehört dazu“, atmete er auf.

Denn in Gelsenkirchen war der Druck auf den 22-Jährigen besonders hoch. Er stand unter Beobachtung, wie er den verletzten Mario Gomez ersetzen könne. „Ich freue mich, dass ich meine Aufstellung rechtfertigen konnte“, trat Petersen zufrieden die Heimreise an. Der Stürmer hätte sogar noch mehr Tore machen können. Anfang der zweiten Halbzeit (46., 51.) ließ er aber zwei gute Chancen ungenutzt.

Besonders die zweite dieser Chancen, als er frei vor dem Tor den Ball nicht richtig traf, wurmte ihn nach dem Schlusspfiff. „Ich muss mir ankreiden lassen, dass ich da nicht das 2:0 mache“, sagte er, „wenn wir das Spiel heute nicht gewonnen hätten, hätte ich mich riesig geärgert.“ Petersen merkte wieder einmal: „In der Bundesliga bekommt man nicht viele Chancen, das war heute auch so. Heute hat‘s zum Glück gereicht.“

'Alle machen es mir so einfach'

Dass er weiter viel arbeiten muss und Gomez, sobald er wieder fit ist, im Sturm gesetzt ist, weiß Petersen. „Ich versuche einfach nur, meinen Job hinter Mario zu machen“, sagte er und zog eine positive Bilanz seines Wechsels zum FC Bayern. „In München haben mir es alle so einfach gemacht, dass ich schon jetzt, nach drei Monaten, sagen kann, dass ich den Schritt nicht bereue. Ich freue mich auf die Zukunft.“

Auch Heynckes ist froh, mit Petersen einen vielversprechenden Mann im Kader zu haben. „Er hat bisher hervorragend gearbeitet“, lobte der FCB-Chefcoach seinen „jungen, aufgeweckten, intelligenten, hungrigen Stürmer“, den er in sieben der bisherigen zehn Saisonspiele einsetzte. Man müsse ihm aber noch Zeit geben, sich weiter an das Niveau beim FC Bayern anzupassen. Das sieht auch Franz Beckenbauer so: „Er ist noch ein junger Bursche. Nichts gegen Cottbus, aber er kommt aus einer anderen Welt.“

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