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12 Spiele, 1 Gegentor

FCB-Defensive europaweit herausragend

Van Buyten oder Badstuber? Rafinha oder Boateng? Luiz Gustavo oder Tymoshchuk? Gegen Freiburg? Gegen Schalke? Gegen Manchester City? Egal wer spielt oder wie der Gegner heißt, seit Wochen steht die Null beim FC Bayern felsenfest! In den zwölf Pflichtspielen dieser Saison schaffte es bislang nur einer, ein Tor gegen den Rekordmeister zu erzielen: Gladbachs Igor de Camargo - und dieser Treffer ist mittlerweile über 50 Tage alt.

Seitdem hat der FC Bayern zehn Spiele in Folge gewonnen, zehn Mal ohne ein Gegentor zu kassieren. Das ist natürlich Vereinsrekord, die Tordifferenz von +20 (21:1) nach sieben Spieltagen ist Bundesliga-Rekord. Insgesamt ist die Pflichtspielbilanz des deutschen Rekordmeisters mit 31:1 Toren herausragend. Aktuell kann man sogar sagen: Der FC Bayern verfügt über die beste Defensive Europas.

In den großen Ligen (England, Spanien, Italien) hat nur ein Klub wie der FC Bayern erst ein Gegentor kassiert: Udinese Calcio weist aktuell 5:1 Tore auf, allerdings sind in Italien auch erst vier Spieltage absolviert. Ansonsten können nur der türkische Tabellenführer Istanbul BB (6:1 nach vier Spieltagen), der mazedonische Spitzenreiter Metalurg Skopje (13:1 nach acht Spieltagen) und der zypriotische Klub AEL Limassol (5:0, nach drei Spieltagen) mit dem FCB mithalten - allerdings in im internationalen Vergleich höchstens zweitklassigen Ligen.

Auf höchstem Niveau bestand die Bayern-Defensive am vergangenen Dienstag ihre „Härteprobe“ (Rummenigge). Im Champions-League-Kracher gegen Manchester City stand erneut die Null (2:0). Torwart Manuel Neuer war nur in der ersten halben Stunde gefordert. In der restlichen Spielzeit kamen nur noch zwei Bälle auf sein Tor.

Das Geheimnis für die Defensivstärke ist für Holger Badstuber „ganz einfach: Wir arbeiten zusammen. Jeder läuft für den anderen, unterstützt den anderen, spricht mit dem anderen“, sagte der Nationalverteidiger. Das bestätigte auch Franck Ribéry: „Von Mario (Gomez) bis Manuel (Neuer) arbeiten alle defensiv. Alle arbeiten für die Mannschaft.“

Dies ist ein Verdienst von Jupp Heynckes, der es geschafft hat, alle Spieler von der Bedeutung der Defensivarbeit zu überzeugen. „Alle Spieler sind bereit zur Defensive. Der Trainer machte deutlich, dass er da zu keinem Kompromiss bereit ist“, berichtete Christian Nerlinger am Donnerstag in einem kicker-Interview.

Pressing und kompaktes Auftreten der gesamten Mannschaft im Spiel gegen den Ball, darin lag Heynckes‘ Hauptaugenmerk seit seinem Amtsantritt im Sommer. Das Ergebnis nach nur drei Monaten Arbeit kann sich mehr als sehen lassen. „Es ist nicht nur die Abwehr alleine“, analysierte Karl-Heinz Rummenigge, „schon vorne wird die erste Barriere aufgebaut. Und im Mittelfeld arbeiten Leute wie Gustavo, Tymoshchuk, Schweinsteiger oder auch Kroos gut, das ist der Schlüssel.“

Auf der Jagd nach der 1.000er Marke

Neuer findet es vor allem „bemerkenswert, dass sich die Offensivabteilung defensiv so reinhaut“. Eine Szene des Manchester-Spiels sei dafür „bezeichnend“ gewesen, fand Thomas Müller: „Da verliert Franck vorne den Ball und gewinnt ihn dann an der eigenen Tor-Aus-Linie zurück.“ Nur Jérôme Boateng (6) und Philipp Lahm (5) setzten gegen ManCity öfter zum Tackling an als Flügeldribbler Ribéry (3). WM-Torschützenkönig Müller (4) fing hinter Boateng (6) die meisten Bälle ab. Und hinten waren Boateng und Daniel van Buyten mit jeweils 100 Prozent gewonnener Zweikämpfe eine Bank.

Doch all dies ist nur eine Zwischenbilanz. Schon am Samstag in Hoffenheim müssen die Bayern ihre Null wieder verteidigen. Machen sie da weiter, wo sie gegen Manchester aufgehört haben, könnte nach 72 Spielminuten eine tolle Marke erreicht werden: Der FCB wäre dann seit 1.000 Minuten ohne Gegentor.

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