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Drei Schüsse, zwei Tore

Gomez glänzt, sieht aber noch Potenzial

Mario Gomez hatte einen schweren Stand. Die „zwei Büffel“, wie Bayerns Torjäger seine kantigen Gegenspieler Vincent Kompany (1,91 Meter) und Kolo Touré (1,83) mit einem Augenzwinkern nannte, bearbeiteten Gomez ununterbrochen. Er bekam kaum Luft zum Atmen. Die Folge: Nur knapp alle zweieinhalb Minuten berührte Gomez gegen Manchester City das Spielgerät (38 Ballkontakte) - weniger als jeder andere Spieler, der 90 Minuten auf dem Platz stand. Egal! Denn in den Momenten, als es auf den Bayern-Stürmer ankam, war er zur Stelle: 38. Minute, 1:0 durch Gomez. 45. Minute, 2:0 durch Gomez.

Es war der erste Champions-League-Doppelpack des Nationalspielers vor heimischem Publikum, zum vierten Mal erzielte die Tormaschine des deutschen Rekordmeisters zwei oder mehr Treffer in der europäischen Königsklasse. „Es war wieder ein großer Schritt. Wir haben ein gutes Spiel gemacht gegen eine große Mannschaft“, sagte der Matchwinner.

Doch auch Gomez war nicht entgangen, dass in der ersten halben Stunde die Gäste aus England das Spiel bestimmten, der FC Bayern tat sich schwer. Gomez‘ Begründung: „Wir waren ein bisschen nervös, obwohl das nicht erforderlich war. Es ist mir unerklärlich, warum wir so ins Spiel gestartet sind, auch ich.“ Er selbst sei nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen, habe die Bälle nicht gehalten. Dann aber „habe ich mich Stück für Stück ins Spiel gekämpft“, berichtete Gomez.

Und er krönte seine Leistungssteigerung mit den immens wichtigen Abstauber-Toren kurz vor der Pause. „Es ist schön, zweimal richtig zu stehen“, freute sich Gomez, der damit seine ohnehin schon überragende Torquote noch beeindruckender gestaltete. Es waren seine Pflichtspieltore elf und 12 in dieser Saison, in 101 Partien für den FCB traf er somit 65 Mal. „Mario arbeitet immer für das Team. Er ist einer der besten Stürmer. Er trifft, wie er will“, fasste es Teamkollege Jérôme Boateng kurz und knapp zusammen.

„Etwas aus dem Rhythmus gekommen“

Dabei befindet sich Gomez derzeit „noch nicht bei hundert Prozent“, wie er selbst nach der Partie berichtete. An Training war in den vergangenen Wochen nur selten zu denken, seine Adduktorenprobleme hielten sich hartnäckig. „Ich komme gerade von einer Phase, wo ich ein bisschen Probleme hatte. Ich hatte in vier Wochen zweimal eine Verletzung“, erklärte er. Durch diese sei er etwas aus dem Rhythmus gekommen. Aber nun will Gomez „wieder Stück für Stück zurückkommen“.

Klingt fast wie eine Drohung. Denn mit acht Ligatoren führt Gomez bereits die Bundesliga-Torschützenliste an. Am kommenden Samstag reisen die Bayern nach Hoffenheim - mit dem TORero. „Wir haben noch nichts erreicht, wir müssen weitermachen“, warnte der FCB-Stürmer vor Nachlässigkeiten. Man sei zwar auf einem guten Weg, aber: „Noch haben wir keinen einzigen Pokal in den Händen!“

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