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'Seele unseres Spiels'

Heynckes adelt 'überragenden' Schweinsteiger

ManCity wirbelte, die Bayern bekamen kaum Zugriff. 35 Minuten lang hatte auch Bastian Schweinsteiger am Dienstagabend Probleme, das Spiel des FC Bayern zu ordnen. Dann sorgte der Vize-Kapitän für ein Hallo-wach-Erlebnis: Teamkollege Thomas Müller legte perfekt quer, Schweinsteiger tauchte alleine vor ManCitys Torhüter Joe Hart auf. Nein, der deutsche Nationalspieler brachte den Ball nicht im Tor unter. Aber: Es ging ein Ruck durch die Mannschaft, von diesem Zeitpunkt an spielte nur noch der FC Bayern - mit seinem Dirigenten Schweinsteiger.

Der Sechser gab den Takt vor, machte das Spiel immer wieder schnell, kam selbst zum Abschluss und war sich für Defensivarbeit nicht zu schade. „Bastian war der Chef auf dem Platz. Eine sehr, sehr gute Leistung“, lobte Sportdirektor Christian Nerlinger. Teamkollege und Kumpel Mario Gomez, der mit seinem Doppelpack direkt nach Schweinsteigers Riesenchance die Weichen auf Sieg stellte, sagte: „Das war ein überragendes Spiel von Bastian.“ Und Franck Ribéry fügte hinzu: „Wenn er so spielt wie gegen ManCity, ist das gut für ihn, für uns, für Bayern - einfach für alle.

Fünf Torschüsse - so viele wie kein anderer Spieler auf dem Platz. 105 Ballkontakte - so viele wie kein anderer Spieler auf dem Platz: Schweinsteiger präsentiert sich in diesen Tagen in einer außergewöhnlichen Verfassung. Er selbst gibt sich zurückhaltend, die Lobeshymnen lassen ihn weitestgehend kalt. „Meine Brust ist genauso breit wie vor dem Spiel. Ich bin nur froh, dass wir gewonnen haben“, sagte der 27-Jährige.

Das ist auch Cheftrainer Jupp Heynckes. Wird er auf seinen Strategen Schweinsteiger angesprochen, funkeln seine Augen. Gegenüber fcbayern.de geriet Heynckes regelrecht ins Schwärmen: „Er ist die Seele unseres Spiels, ein Mittelfeldspieler mit außergewöhnlichen strategischen Fähigkeiten.“ Schweinsteiger, so erklärte Heynckes weiter, habe den fußballerischen Instinkt, immer genau das Richtige zu tun. „Er ist für mich vom Niveau her in der Liga von Iniesta, Xavi und Busquets. Gegen ManCity hat er genauso gespielt.“

Verletzungsprobleme zu Saisonbeginn

Dabei ist Schweinsteiger „etwas schwer“ (Heynckes) in die Saison gestartet. Sein Zehenbruch aus der vergangenen Spielzeit machte ihm auch zu Beginn dieser Saison noch zu schaffen. Dann wurde Schweinsteiger von einer Sprunggelenksverletzung im Trainingslager im Trentino aus dem Rhythmus geworfen. Diese Blessuren hat er hinter sich gelassen, mittlerweile überzeugt er mit „Übersicht, Passspiel, Spieleröffnung und -verlagerung“, wie Heynckes erklärte.

Außerdem ist seine Zweikampfstärke für das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft immens wichtig. „Das ist schon klasse“, sagte Heynckes, der nun fordert: „Bastian muss seine Leistung stabilisieren und im Mittelfeld auch in den nächsten Spielen die Fäden ziehen.“ Am Samstag reisen die Bayern nach Hoffenheim. Drei Punkte, und die Münchner würden die Tabellenführung in der Bundesliga auf alle Fälle über die Länderspielpause hinweg verteidigen. Ein weiterer Anreiz: Am Sonntag geht’s für die Bayern-Stars auf die Wiesn. Und da, sagte Schweinsteiger, „wollen wir natürlich mit einem Sieg hin“.

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