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Cooler Neuer

'Ich musste mich bei Bayern umstellen'

Statistisch gesehen war es ein Spiel wie üblich für Manuel Neuer auf Schalke. Einen Schuss bekam er aufs Tor, das entspricht exakt seinem aktuellen Bundesliga-Standard. In den letzten fünf Ligapartien war das so. Insgesamt hat er in den bisherigen zehn Saisonspielen 13 Schüsse parieren müssen. Nur einer davon landete im Netz, neun Mal hielt der Bayern-Keeper die Null fest. Auch auf Schalke.

Emotional gesehen war die Partie in Gelsenkirchen natürlich alles andere als business as usual für Neuer. Der 25-Jährige ist dort geboren und aufgewachsen, durchlief sämtliche Jugendmannschaften des FC Schalke, wurde dort zum Bundesliga-Profi und Nationalspieler. Doch seit diesem Sommer ist Manuel Neuer ein Bayer. Am Sonntag lief er erstmals als FCB-Torwart in Gelsenkirchen auf.

„Es war ein schönes Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten. Ich habe mich gefreut, die Spieler und Mitarbeiter von Schalke zu treffen. Von Horst Heldt wurde ich offiziell verabschiedet und beschenkt“, schrieb Neuer am Tag danach auf seiner Facebook-Seite. Auf dem Rasen war es aber kein Zuckerschlecken für die Nummer 1 des FC Bayern. Denn die Schalker Fans bereiteten ihm alles andere als einen warmen Empfang.

'Eine große Spielerpersönlichkeit'

„Ich habe damit gerechnet und war darauf eingestellt. Dann geht es ins eine Ohr rein und vom anderen Ohr raus“, ließen Neuer die Pfiffe und Plakate auf den Rängen kalt. „Ich weiß, wie die Fans ticken, dass es sehr emotionale Fans sind.“ Unbeeindruckt spulte Neuer im FCB-Tor sein Programm ab. Jupp Heynckes sagte nach dem Schlusspfiff: „Manuel Neuer ist ein souveräner Torwart, eine große Spielerpersönlichkeit, besonnen, cool und auch noch ein guter Fußballer. Das hat er auch heute wieder gezeigt.“

„Es war sicherlich kein leichtes Spiel für ihn, im Gegenteil, ein sehr schweres und hoch emotionales“, meinte Christian Nerlinger, „er hat das hervorragend gemeistert. Die Leistung heute hat wieder gezeigt: Je stärker der Druck, desto stärker ist Manuel Neuer.“ Auch deswegen passt der gebürtige Gelsenkirchener perfekt zum FC Bayern.

'Keine leichte Umstellung für mich'

Dabei war es auch spielerisch kein leichter Wechsel nach München. „Ich musste mein Spiel umstellen“, berichtete er. Denn im Bayern-Tor hat er deutlich weniger zu tun als während seiner Zeit auf Schalke. Dennoch gilt es, immer hochkonzentriert zu bleiben, um dann zur Stelle zu sein, wenn es plötzlich doch brenzlig wird. „Die Umstellung war nicht leicht für mich, aber man gewöhnt sich daran.“

Acht Mal in Folge ist Neuer aktuell ohne Gegentor, nur einmal musste er in den ersten sechs Ligaspielen hinter sich greifen - beides ist Vereinsrekord. „Von vorne bis hinten versuchen alle, defensiv zu arbeiten. Das ist wichtig auch für einen Torwart“, lobt der FCB-Schlussmann, der seit 748 Minuten nicht bezwungen wurde, die gesamte Mannschaft für ihr Defensivverhalten.

Neuer in Lederhosen

Als ihn Franz Beckenbauer nach dem Schalke-Spiel fragte, ob er sich denn nicht unterbeschäftigt fühle, musste Neuer schmunzeln. „Das eine oder andere Mal wird’s schon langweilig“, sagte der 25-Jährige, der längst beim FC Bayern angekommen ist - selbst wenn ihm die Lederhose beim Paulaner-Shooting am Montag nicht perfekt passte. „Die muss noch ein bisschen angepasst werden“, erzählte Neuer, der aber seit Jahren schon eine eigene Lederhose im Schrank hängen hat. Und die, berichtete er, „sitzt perfekt.“

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