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Ribéry im Interview

'Jetzt ist es perfekt'

Für Franck Ribéry läuft es momentan einfach rund. Seit Wochen ist der französische Flügelflitzer in bestechender Form und liefert auf dem Platz eine Galavorstellung nach der anderen ab. Und auch außerhalb des grünen Rasens hat der 28-Jährige allen Grund zur Freude: Gerade erst wurde er zum dritten Mal Vater, sein erster Sohn ist auch noch ein echter Bayer. Vor den beiden Heimspielen gegen Bayer Leverkusen und Manchester City stellte sich Ribéry zum Interview.

Das Interview mit Franck Ribéry

fcbayern.de: Franck, Dein Leben besteht derzeit nur aus Höhepunkten: sportlich läuft es überragend, privat hat die Geburt Deines Sohnes vor einer Woche noch alles getoppt. Glücklicher als Du kann man wohl nicht sein, oder?
Franck Ribéry: „Das stimmt, ich bin wirklich rundum glücklich. Es ist schon eine ganz Zeit her, dass ich mich so gefühlt habe wie jetzt. Aber ich habe es schon im Trainingslager im Juli gespürt, dass die kommenden Monate großartig werden können, ich bin total motiviert in die Saison gegangen. Und die Geburt meines Sohnes war natürlich ein Highlight. Meiner Frau und dem Kleinen geht es gut, es ist alles bestens.“

fcbayern.de: Macht Dich das private Glück noch stärker?
Ribéry: „Meine Kinder geben mir sehr viel Kraft und Energie. Sie sind das Allerwichtigste für mich und unterstützen mich in meiner Leistung.“

fcbayern.de: Welchen Anteil an Deiner Spielfreude hat der neue Trainer Jupp Heynckes?
Ribéry: „Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen Louis van Gaal und mir nicht gepasst hat. Aber das Thema ist für mich erledigt und abgeschlossen. Jetzt fühle ich mich wieder frei und habe Riesenspaß am Fußball. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Jupp Heynckes wieder gekommen ist, wir haben ein tolles Verhältnis.“

fcbayern.de: Aber Heynckes verlangt auch, dass die offensiven Künstler nach hinten arbeiten, was vor allem Du erstaunlich konsequent umsetzt. Wird aus dem Zauberer Franck am Ende noch der Zerstörer Ribéry?
Ribéry: „Ich mache, was der Trainer von mir verlangt - und das sehr gerne. Ich sehe ja, wie erfolgreich wir damit im Moment spielen. Und wenn ich so wie jetzt richtig fit bin, dann arbeite ich nach hinten und habe für unsere Angriffe immer noch genügend Power.“

fcbayern.de: Wie wichtig ist es, mit Philipp Lahm jetzt wieder einen festen Partner hinter Dir zu haben? In der vergangenen Spielzeit, musstest Du Dich ja fast in jedem Spiel auf einen anderen Partner in der Defensive einstellen…
Ribéry: „Für mich ist Philipp eine große Hilfe. Ich habe schon zwei Jahre mit ihm als Partner hinter mir gespielt, wir kennen uns beide perfekt, das macht es für uns beide natürlich einfacher, als wenn man ständig einen neuen Partner hat. Vergangenes Jahr hat auf der linken Seite mal Holger gespielt, mal Diego, Danijel Pranjic, Luiz Gustavo. Das war schwierig, weil man sich nicht konstant auf einen Partner einstellen konnte. Jetzt ist es perfekt.“

fcbayern.de: Du zeigst vollen Einsatz, auch was die Kommunikation mit den Kollegen betrifft. Auf dem Platz redest und diskutierst Du mit Deinen Mitspielern so oft wie noch nie. Bist Du der Chef in der Offensive?
Ribéry: „Das zeigt einfach, dass ich wieder viel von meinem alten Selbstbewusstsein habe, das ich in den vergangenen zwei Jahren verloren hatte. Ich bin willensstark und habe mit dem FC Bayern große Ziele. Und deswegen gebe ich auch in jedem Spiel alles, was ich habe.“

fcbayern.de: Dazu kommt, dass Du mittlerweile hervorragend Deutsch sprichst...
Ribéry: „Vielen Dank. Sprache ist für mich sehr wichtig, da ich ein kommunikativer Typ bin, der auf die Leute zugeht. Als ich vor vier Jahren nach München kam, wollte ich sofort mit allen sprechen und Spaß haben, aber das hat natürlich eine gewisse Zeit gedauert.“

fcbayern.de: In der Bundesliga seid Ihr souveräner Spitzenreiter, auch in der Champions League ist der Auftakt sehr eindrucksvoll gewesen. Hättest Du erwartet, dass Ihr schon so früh so stark seid?
Ribéry: „Ja. Denn der Trainer hat von Anfang an klar gesagt, worauf er Wert legt. Disziplin in der Defensive ist sehr wichtig - und das setzen wir alle gut um. Jeder arbeitet für den anderen mit, dazu haben wir eine tolle Stimmung in der Mannschaft und lachen sehr viel miteinander. Das ist unsere Stärke.“

fcbayern.de: 2010 im Finale von Madrid musstest Du wegen einer Sperre zuschauen. Ist das Endspiel 2012 in der Allianz Arena für Dich daher ein noch größerer Ansporn?
Ribéry: „Natürlich ist das ein großes Ziel für uns alle - und für mich ganz besonders. Aber wir sollten uns damit nicht zu sehr unter Druck setzen. Wir haben noch eine lange Saison vor uns und sollten einen Schritt nach dem anderen machen. Wir hatten einen sehr guten und erfolgreichen Start, so muss es jetzt auch weitergehen.“

fcbayern.de: Letzte Frage: Deine Landsleute Bixente Lizarazu und Willy Sagnol kamen damals zum FC Bayern und wollten ursprünglich auch nur ein paar Jahre bleiben - letztlich haben beide hier ihre großen Karrieren beendet. Könntest Du Dir das in Deinem Fall auch vorstellen?
Ribéry: „Natürlich, wieso nicht? Ich bin sehr glücklich in München, meine Familie fühlt sich hier total wohl - und mein Sohn ist ja jetzt auch ein richtiger Bayer. Wie heißt das, was Franz Beckenbauer immer sagt?“

fcbayern.de: Schau ma mal?
Ribéry: „Genau! Schau ma mal…“

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