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'Ein besonderes Spiel'

Kroos warnt vor Ex-Klub Leverkusen

Als Bayer 04 Leverkusen zum letzten Mal in München gewonnen hat, war Toni Kroos noch nicht einmal geboren. Am 21. Oktober 1989 erzielte ein gewisser Marek Lesniak im Olympiastadion das 1:0-Siegtor für die Werkself. Seitdem ist Leverkusen 23 Mal in München angetreten und 23 Mal sieglos wieder nach Hause gefahren. Insgesamt gelangen den Leverkusenern in 35 Pflichtspielen beim FCB nur zwei Siege, der letzte eben vor 22 Jahren.

Toni Kroos, geboren am 4. Januar 1990, ist heute 21 Jahre alt. Die lange Negativserie Leverkusens in München findet er „kurios, weil Leverkusen über Jahre hinweg eine Mannschaft mit guter Qualität hat.“ Kroos selbst hat in Leverkusen, wohin er von Januar 2009 bis Juni 2010 ausgeliehen war, ganz gute Erfahrungen gegen den FCB gesammelt. Von vier Duellen verlor er nur eines - allerdings hat auch er mit der Werkself nie in München gewonnen (1 Niederlage, 1 Remis).

„Ich habe keine Erklärung“, rätselte Kroos über die Gründe für die schwarze München-Serie der Leverkusener. „Aber ich hoffe, dass die Serie anhält.“ Denn am Samstag (18.30 Uhr) tritt Leverkusen wieder einmal beim FC Bayern an. Für ihn sei das auch mehr als ein Jahr nach seiner Rückkehr an die Säbener Straße noch „ein besonderes Spiel. Ich hatte in Leverkusen eine Superzeit. Es ist auch kein Geheimnis, dass ich mich damals mit dem Schritt zurück schwer getan habe. Aber im Nachhinein war alles richtig.“

Heynckes' Händchen

Denn inzwischen kann sich Kroos Stammspieler beim FC Bayern nennen. In neun der ersten zehn Saisonspiele stand er auf dem Rasen, acht Mal davon in der Startformation. Besonders in den letzten Wochen kam er immer besser in Fahrt. „Ich konnte den Schwung von den letzten beiden Länderspielen mit nach München bringen und zeigen, was ich kann“, sagte er. Verglichen mit seinen Leistungen zu Saisonbeginn sei er „effektiver“ geworden.

„Toni entwickelt sich super“, sagte Jupp Heynckes, der offenbar ein besonderes Händchen für Kroos hat. Der heutige FCB-Chefcoach holte Kroos einst nach Leverkusen und verhalf ihm dort zum Durchbruch. Die Zusammenarbeit der beiden trägt jetzt in München weiter Früchte. „Ich weiß, wie ich ihn anfassen muss. Ich weiß, wie ich ihn fordern muss. Ich weiß, wie ich ihm hie und da mal Feuer unterm Hintern machen muss“, sagte Heynckes, der vor allem in puncto Zweikampfverhalten und Athletik noch Luft nach oben beim 21-Jährigen sieht. „Dass er Fußball spielen kann, weiß man sowieso.“

Glücksbringer Lesniak

Das will Kroos auch am Samstag gegen seinen Ex-Klub wieder unter Beweis stellen. Er warnte jedoch davor, sich von Leverkusens Derby-Niederlage gegen Köln (1:4) blenden zu lassen. „Das ist eine Mannschaft von hoher Qualität, die oben mitspielen kann.“ Leverkusens Simon Rolfes hofft gerade nach der verpatzten Generalprobe auf ein Ende der schwarzen München-Serie: „Wir sind häufig mit viel Euphorie nach München gefahren und dann hat es nicht funktioniert. Diesmal sind die Vorzeichen ein bisschen anders.“

Auf der anderen Seite wollen die Bayern natürlich dafür sorgen, dass sowohl ihre Serie gegen Leverkusen als auch die von zuletzt acht Zu-null-Siegen in Folge weiter Bestand hat. FCB-Glückbringer ist dabei ausgerechnet Leverkusens letzter Siegtorschütze in München, Marek Lesniak. Der erzählte am Donnerstag in einem kicker-Interview: „Bayer muss mich nur mitnehmen. Wenn ich dabei bin, gewinnt Leverkusen. Das habe ich schon mehrfach angeboten, aber es ist nichts passiert.“

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