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Länderspiele

Müller & Kroos retten Remis, Alaba verpasst EM

Vier Spiele, aber kein Sieg - das ist die Ausbeute der FCB-Nationalspieler, die am Dienstagabend für ihre Nationalmannschaften im Einsatz waren. Die meisten davon einmal mehr für die deutsche Auswahl. Philipp Lahm, Thomas Müller, Toni Kroos, Jérôme Boateng und Holger Badstuber waren mit dem DFB-Team in Polen zu Gast und verhinderten vier Tage nach der vorzeitigen EM-Qualifikation mit dem Schlusspfiff eine Niederlage.

Maßgeblichen Anteil daran hatte Thomas Müller. Der WM-Torschützenkönig wurde zunächst von Bundestrainer Joachim Löw geschont, nach seiner Einwechslung (61.) leitete er aber beide deutschen Treffer ein. Erst holte er den Foulelfmeter heraus, den Toni Kroos (68.) zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelte, dann bereitete er den Treffer zum 2:2-Endstand durch Cacau (90.+4) mustergültig vor. Polen war zuvor zweimal durch Robert Lewandowski (55.) und Jakub Blaszczykowski (90.+1, Foulelfmeter) in Führung gegangen.

„Wir hatten ziemlich viele klare Chancen in der ersten Halbzeit, dafür haben wir ab und zu in der Abwehr nicht gut gestanden. Insgesamt können wir mit dem 2:2 gut leben“, bilanzierte Müller nach unterhaltsamen 90 Minuten. „Ich glaube, dass wir heute sehr zufrieden sein können mit dem Unentschieden“, meinte Kroos. Bundestrainer Joachim Löw sagte: „Gut war, dass wir nach zweimaligem Rückstand zurückgekommen sind. Das sind Lernprozesse. Es muss ja in den Testspielen nicht alles funktionieren.“

Tor-Premiere für Kroos

Vor 40.000 Zuschauern in der kürzlich fertiggestellten Ostsee-Arena von Danzig nutzte Löw die Möglichkeit, experimentieren zu können. Die Stammkräfte Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer und Mesut Özil hatte er bereits vorzeitig nach Hause geschickt, in seiner Startelf standen im Vergleich zum 6:2 gegen Österreich vier Tage zuvor sieben neue Spieler. So erhielt Boateng seine Chance in der Innenverteidigung, Kapitän Lahm, der in der Halbzeit in der Kabine blieb, und Kroos agierten auf ihren gewohnten Positionen. Müller wurde erst nach gut einer Stunde eingewechselt, Holger Badstuber kam nicht zum Einsatz.

Die Deutschen machten das Spiel und erspielten sich zahlreiche erstklassige Chancen, unter anderem durch Lahm (9.) und Kroos (31., 50.). Immer wieder scheiterten sie aber an Polens Torhüter Wojciech Szczesny. Gleichzeitig erwies sich das DFB-Team bei den schnellen Kontern der Gastgeber (10., 27., 44.) nicht immer als sattelfest. In der 55. Minute brachte Lewandowski Polen schließlich in Führung, die Kroos mit seinem ersten Länderspieltor (68./Foulelfmeter) ausglich.

Kurz darauf scheiterte André Schürrle (76.) an der Latte, Polens Arkadiusz Glowacki (81., wiederholtes Foulspiel) sah Gelb-Rot. Nach einem Foul von Tim Wiese im Strafraum und dem folgenden verwandelten Strafstoß durch Blaszczykowski (90.+1) sahen die Polen schon wie die sicheren Sieger aus, doch praktisch mit dem Schlusspfiff legte Müller auf für Cacau (90.+4), der aus drei Metern mühelos zum 2:2-Endstand traf.

Österreich vergibt letzte EM-Chance

Nur ein Remis gab es auch für David Alaba. Durch ein 0:0 im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei vergaben die Österreicher ihre letzte Chance, im nächsten Jahr beim Turnier in Polen und der Ukraine dabei zu sein. Vor den Augen von UEFA-Präsident Michel Platini war Alaba, der 90 Minuten durchspielte, einer der stärksten Akteure auf dem Rasen des Wiener Ernst-Happel-Stadions.

Die Gastgeber machten viel Druck, ließen vor dem Tor jedoch die nötige Präzision vermissen. Am Ende wären sogar die Türken beinahe als Sieger vom Platz gegangen: Burak Yilmaz (69.) scheiterte an der Latte, Arda Turan (90.) ließ einen Elfmeter ungenutzt. In den verbleibenden zwei Qualifikationsspielen liefert sich nun die Türkei (14 Punkte) mit Belgien (12) ein Fernduell um Platz zwei hinter Gruppensieger Deutschland.

Frankreich zu harmlos

Ein spannendes Quali-Finale steht auch Franck Ribéry in Gruppe D bevor. Nach dem 0:0 der am Dienstagabend in Rumänien liegt Frankreich nur noch einen Punkt vor Bosnien-Herzegowina an der Spitze. Am letzten Spieltag (11. Oktober) treffen beide Teams direkt aufeinander.

In Bukarest, wo bei Anwesenheit von FIFA-Präsident Sepp Blatter die neue Nationalarena Lia Manoliu eingeweiht wurde, lieferten Les Bleus keine überzeugende Leistung ab. Das lag zum einen an den holprigen Platzverhältnissen, zum anderen erwiesen sich die Rumänen als unangenehmer Gegner. Die Franzosen, bei denen Ribéry 90 Minuten mitwirkte und einer der auffälligsten Akteure war, hatten zwar mehr vom Spiel, agierten aber vorne zu harmlos.

Tymoshchuk verliert

Alles andere als zufriedenstellend verlief der Abend für Anatoliy Tymoshchuk. Der FCB-Profi war mit der Ukraine in Prag beim 0:4 (0:2) im Testspiel gegen Tschechien chancenlos. Michal Kadlec von Bayer 04 Leverkusen brachte die Gastgeber per Doppelschlag (4./Elfmeter, 12.) auf die Siegerstraße, kurz nach der Halbzeitpause machten Jan Rezek (47.) und Daniel Kolar (51.) den Sack zu. Tymoshchuk spielte 90 Minuten durch.


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