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'Wunderbare Balance'

Offensivspektakel und geordnete Defensive

Hinten steht die Null, vorne ballern Mario Gomez und Co. um die Wette. Der FC Bayern hat nach nur wenigen Wochen unter der Regie von Trainer Jupp Heynckes zu alter Stärke zurückgefunden und seinen Anspruch auf den Gewinn der 23. Deutschen Meisterschaft eindrucksvoll untermauert: In sieben von acht Pflichtspielen blieb der FCB ohne Gegentor und erzielte auf der anderen Seite 22 eigene Treffer. Einzig beim Bundesligastart gegen Borussia Mönchengladbach mussten die Münchner ein Tor hinnehmen und gingen vorne leer aus.

„Der Trainer hat eine wunderbare Balance zwischen Offensivspektakel und geordneter Defensive gefunden“, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die jüngsten Auftritte des Rekordmeisters. „Elf gut harmonierende Spieler stehen auf dem Platz“, betonte Toptorjäger Gomez, der nach seinen 28 Treffern in der Vorsaison auch in dieser Spielzeit schon wieder in Torlaune ist: Nach seinem Viererpack beim 7:0 gegen den SC Freiburg führt er mit acht Toren nach fünf Spieltagen die Torjägerwertung souverän an.

„So ist Fußball: In den ersten Wochen hab ich immer geballert, und keiner ging rein. Und heute werde ich auch noch angeschossen. Da musste ich schon ein bisschen lachen“, meinte Gomez in Anspielung auf seinen dritten Treffer gegen die Breisgauer, als sich der Ball nach einem Klärungsversuch von Oliver Barth von seinem Schienbein ins Freiburger Tor senkte. Ein „sensationeller Stürmer“ sei Gomez, meinte Philipp Lahm, „er arbeitet seit über einem Jahr sehr hart für uns, das hat er sich verdient.

Man solle lieber „den Ball flach halten“, mahnte Gomez trotz seines momentanen Laufs, der Nationalspieler kennt auch torlose Zeiten. „Aber es werden Spiele kommen, wo es enger wird. Dann bin ich froh, wenn wir ein Tor schießen.“ Zumal er auch von den Vorlagen seiner Mitspieler abhängig ist. „Am Ende stehe ich vorne und schieße die Tore. Das ist mein Job.“

Petersens Knoten geplatzt

Gegen den SC Freiburg glänzten neben Gomez (vier Tore, eine Vorlage) auch Franck Ribéry (zwei Tore, zwei Vorlagen), Thomas Müller, Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger (je eine Vorlage) sowie Neuzugang Nils Petersen, der in der Schlussminute sein erstes Bundesligator verbuchte. „Der Knoten ist geplatzt!“, freute sich der Torschützenkönig der 2. Liga über seinen Debüt-Treffer.

Vor allem Ribéry ist derzeit die Spielfreude anzumerken, sein erstes Tor gelang ihm sogar per Hackentrick, „Das ist der Franck, den die Zuschauer und wir lieben und sehen wollen“, lobte Rummenigge den französischen Flügelflitzer, der in 102 Bundesligaspielen an 79 Toren beteiligt war (34 Tore, 45 Vorlagen). „Wir haben viel Spaß, ich fühle ich mich gut, ich bin wieder bei hundert Prozent“, berichtete ein fröhlicher Ribéry.

Rummenigge erwartet Nagelprobe

„Zurzeit haben wir eine gute Spielfreude nach vorne, nutzen die Torchancen gut aus, sehen den Nebenmann der besser steht“, brachte Müller das derzeitige Erfolgsgeheimnis der Bayern auf den Punkt. „Wir erobern schnell den Ball, dann ist der Gegner noch unsortiert und dann schießen wir das Tor. So einfach ist das. Auf dem Platz macht es schon sehr viel Spaß, wenn das Bällchen läuft.“

„Hoch zufrieden“ zeigte sich dann auch Heynckes nach dem Spiel, hob aber dabei vor allem die Abwehrleistung seiner Elf hervor. „Was mir besonders gefällt, ist, dass alle Spieler mit in der Defensive arbeiten.“ Seit 568 Minuten ist Manuel Neuer nun schon ohne Gegentor, auch Freiburg blieb ohne echte Torchance. „Aber wir wissen, dass schwerere Aufgaben auf uns zukommen“, sagte der Torwart. Und Rummenigge meinte: „Die nächste Woche wird für die Abwehr die Nagelprobe werden.“

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