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'Das lässt hoffen'

Zu-null-Bayern auch in Villarreal nicht zu stoppen

Costa Blanca, eine frische Brise vom Meer und das sanfte Rauschen der Wellen - beim Auslaufen am Sandstrand von Valencia waren die Anstrengungen vom Vorabend im Schwitzkasten El Madrigal (Gomez: „Gefühlt wurde es von Minute zu Minute wärmer.“) schnell vergessen. Die FCB-Profis genossen am Donnerstagvormittag kurz vor dem Rückflug nach München ein bisschen Urlaubsatmosphäre und den Applaus der Fans nach einem sehr gelungenen Champions-League-Auftakt.

„Wir haben verdient gewonnen, wieder zu null gespielt, vorne wieder Tore gemacht“, sagte Mario Gomez, „der gute Weg, den wir eingeschlagen haben, geht weiter.“ „Souverän“ (Jupp Heynckes), „überzeugend“ (Christian Nerlinger) und „wunderbar“ (Karl-Heinz Rummenigge) fand die FCB-Führung den 2:0 (1:0)-Sieg beim FC Villarreal. Toni Kroos (7. Minute) und Rafinha (76.) hatten für die in allen Belangen überlegenen Bayern getroffen und dem deutschen Rekordmeister in seinem 150. Champions-League-Spiel wie in der Bundesliga gleich Platz eins in seiner Königsklassen-Gruppe beschert.

„Wir sind von Anfang an Tabellenführer - das lässt hoffen, dass wir unser erstes Ziel, das Achtelfinale, erreichen“, sagte Rummenigge weit nach Mitternacht auf dem Bankett im Mannschaftshotel. Das Fernziel, beim Champions-League-Finale am 19. Mai 2012 in der Allianz Arena dabei zu sein, ließ der FCB-Vorstandschef nur vorsichtig anklingen: „Ich hoffe, die Reise wird lang, um am Ende das, wovon wir alle groß träumen, Wirklichkeit werden zu lassen.“ Nach dem ersten überaus gelungenen Schritt in diese Richtung, mahnte Rummenigge aber, „bescheiden zu bleiben“.

Ruhig und entspannt verlief dann auch das Bankett, auf dem sich die Bayern Gazpacho, Paella, Seehecht und Kalbfleisch Stroganoff schmecken ließen. Während sich die Spieler nach und nach auf ihre Zimmer verabschiedeten, saßen Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Rummenigge, Karl Hopfner, Nerlinger und Heynckes lange zusammen und stießen auf den ersten Sieg der Münchner in Spanien seit zehn Jahren an.

In Villarreal hatten die Bayern da angeknüpft, wo sie zuletzt in der Bundesliga aufgehört hatten. Manuel Neuer im Tor verlebte erneut einen ruhigen Abend, nur in der ersten Halbzeit musste er zweimal (21., 45.) eingreifen. Mittlerweile ist er seit 658 Minuten ohne Gegentor. Vorne erspielten sich die Münchner eine Vielzahl von Möglichkeiten. Dass sie diese nicht konsequent nutzten (Heynckes: „Wir hätten schon früher den Sack zumachen können.“), blieb der einzige Kritikpunkt an diesem Abend.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden“, lobte Heynckes sein Team, das sich auch von den verletzungsbedingten Auswechslungen von Gomez (Adduktoren) und Daniel van Buyten (Achillessehne) nicht irritieren ließ. „Ich habe vor dem Spiel noch gesagt: Für mich gibt es hier nichts anderes als auf Sieg zu spielen. Meine Mannschaft hat das sehr gut umgesetzt.“ Es war der siebte Sieg in Folge für den FC Bayern, alle ohne Gegentor, was Heynckes besonders gefiel: „Die Mannschaft hat wieder gezeigt, dass sie zu null spielen kann, auch auf internationalem Parkett.“

'Beflügelt' nach Gelsenkirchen

Das bisschen Urlaubsgefühl am Strand von Valencia hatten sich die Bayern also durchaus verdient. Doch spätestens wenn der Bayern-Flieger am Donnerstagnachmittag in München landet, gilt es konzentriert weiterzuarbeiten. „Es geht weiter. Die Schlagzahl bleibt hoch. Wir haben schwere Spiele vor uns“, erinnerte Rummenigge an die nun folgenden Duelle mit Schalke, Leverkusen und Manchester City.

„Beflügelt“ (Heynckes) vom Sieg gegen Villarreal gehen die Bayern aber selbstbewusst in diese Partien. „Das war ein sehr, sehr guter Start“, meinte Gomez, der weiß: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, wir bekommen nichts geschenkt.“ Schon am Sonntag wartet in Gelsenkirchen die nächste Herausforderung. Dafür haben sich die Bayern im Schwitzkasten El Madrigal schon einmal auf Betriebstemperatur gebracht. Gomez betonte: „Jetzt sind wir heiß auf Schalke.“

Für fcbayern.de in Valencia: Nikolaus Heindl

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