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Traumduo Gomez und Schweinsteiger

'...dann hau ich ihn dir auf die Birne'

Gerade einmal 88 Sekunden waren gespielt. Flanke Bastian Schweinsteiger, Kopfball Mario Gomez, 1:0 für die Bayern. Eine „traumhafte Kombination“ (Christian Nerlinger) unter Kumpels, die die Fans des deutschen Rekordmeisters auf diese Art und Weise normalerweise kaum mehr zu sehen bekommen. Dass Gomez im Sturmzentrum lauert, ist nichts Außergewöhnliches. Aber dass sich Schweinsteiger - wie zu Beginn seiner Profikarriere - auf dem Flügel herumtreibt, hat mittlerweile Seltenheitswert. Und überraschte wohl auch den 1. FC Nürnberg.

„Der Basti hat noch vor dem Spiel gesagt: Wenn ich mal wieder außen bin - so wie früher - dann geh kurz oder lang, dann hau ich ihn dir auf die Birne“, berichtete Gomez anschließend mit einem Augenzwinkern. Ein Treffer mit Ankündigung also. „Da mussten wir dann schon beide lachen“, erklärte Gomez weiter. Bayerns Toptorjäger bedankte sich bei seinem Kumpel nur Minuten später auf seine eigene Weise, indem er Schweinsteigers Treffer zum 2:0 mustergültig vorbereitete.

Gomez und Schweinsteiger: Zwei deutsche Nationalspieler, die das Spiel des FC Bayern prägen. Gomez erzielte gegen den Club seine Treffer 49 und 50 für den FCB. Zwölf Saisontore stehen für den Torjäger bereits wieder zu Buche - so viele wie nach der kompletten Hinrunde der vergangenen Saison, als Gomez am Ende Torschützenkönig (28 Tore) wurde. Gegen Nürnberg feierte der 25-Jährige zudem eine Premiere: Er erzielte seinen ersten Kopfballtreffer in dieser Saison.

Und Schweinsteiger? Der FCB-Vizekapitän überragt derzeit im Mittelfeld. Er organisiert, spielt geniale Pässe, ist sich für keinen Zweikampf zu schade. Nun entwickelt Schweinsteiger auch noch Torgefahr. Gegen Nürnberg traf er im zweiten Bundesliga-Heimspiel in Folge. Sein Trainer, Jupp Heynckes, kam nach der Partie aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: „Er ist Leader der Mannschaft, eine Führungsperson.“

'Es herrscht eine sehr gutes Klima'

Heynckes weiß, was er am „eminent wichtigen“ Schweinsteiger hat: „Er demonstriert immer mehr seine ganz große Klasse.“ Immer mal wieder hatte der FCB-Coach seinen Mittelfeldstrategen mit den spanischen Weltmeistern Xavi und Andres Iniesta vom FC Barcelona verglichen, Schweinsteiger bestätigt diese Vorschusslorbeeren nun mit konstant starken Leistungen, seine Form ist - wie die von Gomez - beeindruckend.

Es macht vermutlich einen Teil des derzeitigen Bayern-Erfolgs aus, dass weder Schweinsteiger noch Gomez sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Fragen zu ihrer Person werden meist wortkarg beantwortet, stattdessen wird das Kollektiv hervorgehoben oder das Lob an andere weitergegeben. Gomez: „Der Trainer macht das sensationell gut. Er nimmt alle Spieler mit ins Boot. Das ist ganz, ganz wichtig. Es herrscht ein sehr gutes Klima bei uns.“

Gomez und Schweinsteiger warnen

Bei aller Euphorie: Die beiden Bayern-Stars wissen, wie schnell sich die Dinge zum Negativen wenden können. „Wenn wir mal Pech haben oder unsere Klasse nicht abrufen, kann es ganz schnell in die andere Richtung gehen“, weiß Gomez. Und Schweinsteiger warnte vor einer „langen Saison. Wir lassen uns nicht blenden von dem, was geschrieben wird.“ Es herrscht Einigkeit bei Gomez und Schweinsteiger - auf und außerhalb des Platzes.

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