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Zweiter Anzug sitzt

Alaba und Co. spielen sich ins Rampenlicht

Die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Kopfhörer darüber. So spazierte David Alaba nach dem 6:0-Sieg des FCB gegen Ingolstadt an den zahlreichen Journalisten vorbei - leicht humpelnd. „Mir ist einer auf den Zeh getreten“, berichtete Alaba. Auf das gewöhnliche Frage-Antwort-Spiel hatte der 19-Jährige daher keine große Lust. Nicht weiter schlimm, denn Alaba hatte bereits während der 90 Minuten auf dem grünen Rasen in der Allianz Arena Taten sprechen lassen. Leichtfüßig, schnell, dribbelstark, dazu sein erster DFB-Pokal-Treffer. Der Österreicher hinterließ gegen den Zweitligisten einen bleibenden Eindruck!

Nicht nur bei den 63.000 Zuschauern im weiten Rund. Sondern auch bei seinem Trainer, der nicht müde wird, zu betonen, welch ein Rohdiamant Alaba sei. „Das ist ein Spieler, der sich nahtlos einfügt und auch das Niveau hat, beim FC Bayern nicht nur zu spielen, sondern in ein, zwei Jahren auch ein absoluter Topspieler zu werden“, erklärte Jupp Heynckes. Noch muss sich Alaba gedulden. Zwar absolvierte der Mittelfeldspieler in dieser Saison bereits 12 Pflichtspiele für den FCB, in der Startelf stand er aber bislang nur dreimal.

Die Mannschaft funktioniere derzeit bestens, sagte Heynckes, „und deswegen hat er es im Moment schwieriger“. Der FCB-Coach weiß aber: Alaba kann er jederzeit bringen, auf sein Nesthäkchen ist Verlass. Genau wie auf die restlichen Spieler, die derzeit in der zweiten Reihe stehen: Nils Petersen, Daniel Pranjic, Diego Contento, Jörg Butt, Ivica Olic, Takashi Usami. Sie alle durften gegen den FC Ingolstadt im DFB-Pokal ran - und sie alle überzeugten.

„Das sind überwiegend Nationalspieler, die schon Champions League gespielt haben. Wenn ich die in so einer Partie nicht spielen lassen kann, dann weiß ich nicht“, begründete Heynckes sein Experiment mit sechs Neuen in der ersten Elf. Keiner der Jungs enttäuschte ihn. Neben Alaba war Petersen mit seinem ersten Doppelpack im FCB-Trikot der auffälligste. „Wir haben dem Trainer gezeigt, dass er auf uns bauen kann“, erklärte der Torjäger und fügte bescheiden an: „Jeder, der bei Bayern auf dem Feld steht, kann stolz darauf sein. Ich freue mich, dass mir der Trainer das Vertrauen geschenkt hat.“

'Habe mich sehr für Takashi gefreut'

Komplimente, die Heynckes gerne weitergibt. Petersen sei sehr, sehr fleißig und arbeite im Training gut. „Natürlich hat es Nils nicht einfach, er muss warten, sich hineinboxen - aber das hat er vorher gewusst“, sagte der 66-Jährige. Wenn Petersen seine Chance bekommt, nutzt er sie. Schon auf Schalke am 6. Spieltag war er ins kalte Wasser geworfen worden, da Mario Gomez verletzungsbedingt nicht auflaufen konnte. Und der Ex-Cottbuser erzielte das wichtige 1:0, ebnete damit den Weg zum damaligen Bayern-Sieg (2:0). Gegen Ingolstadt traf er nun gar doppelt.

Nur einmal durfte Takashi Usami gegen den Zweitligisten jubeln, dafür aber umso überschwänglicher. Denn der Japaner erzielte kurz vor Schluss seinen ersten Pflichtspieltreffer im Trikot der Profimannschaft des FC Bayern - ein ganz besonderer Moment für Usami und die zahlreichen japanischen Journalisten, die mal wieder den Weg in die Allianz Arena auf sich genommen hatten. „Dieses Tor wird für mich eine sehr wichtige Erinnerung bleiben“, erklärte das japanische Talent anschließend. Teamkollege Franck Ribéry sagte: „Ich habe mich sehr für Takashi gefreut.“

Alle fühlen sich 'zugehörig'

Usami kam bislang in dieser Saison erst zu einem Bundesliga-Einsatz, meistens verstärkte er die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters in der Regionalliga. Vor allem körperlich, so Heynckes, müsse der 19-Jährige noch deutlich zulegen. Aber: „Takashi ist ein Riesentalent, ein Instinktfußballer, der eine besondere Gabe hat. So wie Ribéry, Robben oder Schweinsteiger.“ Lobende Worte von Heynckes, der überzeugt ist, dass Usami in ein paar Jahren ein „wichtiger Spieler“ für den FC Bayern werden kann. Der Japaner selbst zeigt sich lernfähig. Er wisse, dass er „hart arbeiten“ müsse, um sich zu verbessern.

Neben den Torschützen Alaba, Petersen und Usami sammelten auch Butt, Contento, Pranjic und Olic Spielpraxis. Butt war kaum gefordert, die wenigen Flanken der Ingolstädter fing er sicher aber. Contento ließ defensiv nichts anbrennen, Pranjic verteilte die Bälle im Mittelfeld gut und Olic rackerte nach seiner Einwechslung unermüdlich. „Der Trainer hat es geschafft, dass sich alle Spieler zugehörig fühlen. Das ist über eine lange Saison sehr wichtig“, sagte Routinier Butt nach dem 6:0.

Am Samstag steht das nächste Derby an, diesmal geht’s gegen den 1. FC Nürnberg. Alaba und Co. müssen dann wohl fürs Erste wieder zurück auf die Bank. Dass Heynckes sie ohne Bedenken bringen kann, haben sie spätestens am Mittwoch bewiesen.

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