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Boatengs Doppelrolle

'Es macht mir auch rechts Spaß'

1,92 Meter groß, 90 Kilogramm schwer. Jérôme Boateng ist kräftig, kopfball- und zweikampfstark - der perfekte Innenverteidiger. Genau deswegen hat der FC Bayern den Nationalspieler im Sommer aus Manchester an die Isar geholt. Dass Boateng auch auf der rechten Außenverteidigerposition einsetzbar sein würde, war ein angenehmer Nebeneffekt. Nun - in den letzten drei Pflichtspielen - lief der 22-Jährige genau dort auf, da Rafinha (Adduktoren) zuletzt kaum trainieren konnte. Und Boateng überzeugte!

Defensiv ließ er nichts anbrennen, offensiv setzte er Akzente. Gegen Berlin und in Neapel bereitete Boateng je einen Bayern-Treffer vor. „Gegen die Hertha hat er super gespielt. Da kann man vielleicht noch sagen, dass die Gegenwehr nicht so stark war. Aber auch in Neapel war das sehr solide“, lobte Jupp Heynckes seinen Schützling. Der Cheftrainer schätzt die Vielseitigkeit Boatengs: „Das ist absolut notwendig in einer Spitzenmannschaft wie Bayern München. Er fühlt sich mittlerweile auch rechts wohl.“

Klar ist: Langfristig will sich Boateng als Innenverteidiger etablieren - beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft. „Irgendwann möchte man eine feste Position haben. Ich mag es, im Zentrum den Überblick zu haben. Da habe ich das Spiel vor mir“, erklärte er zuletzt. Manchmal sei es ein Vorteil, flexibel zu sein, so Boateng weiter, „manchmal aber auch nicht“. Mit seiner derzeitigen Rolle beim FC Bayern hat er kein Problem. Hauptsache, er steht auf dem Platz. „Es ist ja nicht so, dass ich es ablehne. Es macht mir auch rechts Spaß, ich tue das gerne für die Mannschaft“, sagte Boateng.

Nicht nur Heynckes hat Gefallen an Allrounder Boateng gefunden. Auch Bundestrainer Joachim Löw stellte den Hünen im vorletzten EM-Qualifikationsspiel in der Türkei auf der rechten Verteidigerposition auf. Löws Begründung: Boateng habe das zuvor beim FC Bayern gut gemacht. „Jogi und ich spielen den Doppelpass“, bemerkte Bayern-Coach Heynckes und fügte an: „Jérôme sieht ja jetzt auch: Dadurch dass er bei uns rechts spielt, ist er auch interessant für die Nationalmannschaft.“

EM 2012 als Ziel

Bundestrainer Löw schätzt in erster Linie die „Kraft und Athletik“ des Münchners im Spiel nach vorne, aber auch hinten erledige er seine Aufgaben gut. In anderen Worten: Auf Boateng kann sich Löw stets verlassen. „Mein Ziel ist es, bei der EM zu spielen. Wenn das rechts ist, spiele ich halt erstmals rechts“, erklärte Boateng. Und beim FC Bayern? Dort sieht Heynckes ihn weiter als Innenverteidiger, der ab und zu mal rechts aushilft. „Er ist genau der Spieler, den wir gebraucht haben“, adelte der 66-Jährige seinen Defensivmann zuletzt.

„Mein früherer Trainer hat immer gesagt: Wenn irgendwo eine Lücke frei ist, musst du sie wahrnehmen. So ist es auch bei ihm. Er beklagt sich nicht“, berichtete der Coach weiter. Die Statistik sagt: 13 Pflichtspiele hat der Ex-ManCity-Spieler bislang für den FCB in dieser Saison absolviert. Sieben Mal wurde er von Heynckes als Innen-, sechs Mal als Außenverteidiger aufgestellt. Wobei Boateng in Villarreal (2:0) - zunächst rechts nominiert - nach rund 20 Minuten für den verletzten Daniel van Buyten nach innen gerückt war.

Gomez‘ Vergleich mit Dani Alves

Eine verflixte Doppelrolle, die für Boateng irgendwie aber auch Vorteile hat. Neben Heynckes und Löw hat auch Teamkollege Mario Gomez Gefallen an Boatengs athletischer Spielweise auf der rechten Seite gefunden. „Da haben wir jetzt so einen Dani Alves mit weißen Schuhen“, hatte der Torjäger nach dem 4:0-Sieg gegen Hertha BSC gesagt. Es gibt Schlimmeres, als ein Vergleich mit einem der derzeit besten Außenverteidigern der Welt vom FC Barcelona.

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