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'Super Moral'

FCB überzeugt trotz Niederlage

Ein Elfmeter, zwei Platzverweise, drei Tore und jede Menge Emotionen. Im Gastspiel des FC Bayern bei Hannover 96 war alles geboten, was zu einem Spitzenspiel gehört. Am Ende von 90 intensiven und phasenweise hochklassigen Minuten in der ausverkauften AWD-Arena musste sich der Rekordmeister unglücklich mit 1:2 (0:1) geschlagen geben, behauptete aber trotz der zweiten Saisonniederlage die Tabellenführung mit drei Punkten Vorsprung auf Dortmund.

„Ich glaube, dass die Mannschaft heute einen Punkt verdient gehabt hätte“, erklärte Bayern-Kapitän Philipp Lahm nach dem Schlusspfiff einer Partie, an deren Ende 66 Prozent Ballbesitz und 19:12 Torschüsse für den FC Bayern zu Buche standen. Nach Toren jedoch stand es durch die Treffer von Mohammed Abdellaoue (23. Minute/Foulelfmeter) und Christian Pander (50.) sowie dem Anschlusstreffer von David Alaba (83.) 2:1 für die Niedersachsen.

„Es lief heute sehr vieles gegen uns. Wir haben einen Elfmeter verursacht, dann haben wir einen Platzverweis bekommen“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der seiner Mannschaft „ein großes Kompliment“ für eine „super Moral“ aussprach. „In dieser aufgeheizten Atmosphäre haben wir sehr konzentriert und cool gespielt, wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Heute bin ich mehr mit meiner Mannschaft zufrieden als bei manchen 7:0- oder 5:0-Spiel.“

Dabei fand seine Mannschaft im Gegensatz zu den letzten Spielen zunächst schwer in die Partie. Erst zum Ende der Anfangsphase kam der FCB-Motor auf Betriebstemperatur, Mario Gomez (13.) und Toni Kroos (20.) scheiterten mit ihren guten Chancen am guten 96er-Schlussmann Ron-Robert Zieler oder an der Querlatte. Auf der Gegenseite beendete Abdellaoue (22.) nach einem von Philipp Lahm verursachten Foulelfmeter (Lahm: „Den kann man mit Sicherheit pfeifen“) Manuel Neuers Serie von 771 Minuten ohne Bundesliga-Gegentor.

Nur sechs Minute später folgte der nächste Rückschlag für die Bayern, als Jérôme Boateng nach einem Schubser gegen Hannovers Christian Schulz die Rote Karte sah. Für die Verantwortlichen des FCB nicht nachvollziehbar, zumal Schulz seinerseits zuerst geschubst hatte und dafür im Anschluß lediglich gelb sah. Heynckes: „Der Schiedsrichter hat sich, weil er es nicht sehen konnte, vom vierten Offiziellen beeinflussen lassen.“ Rummenigge sagte: „Kein Vorwurf an den Schiedsrichter, denn diese Entscheidung wurde ja vom vierten Offiziellen gefällt. Warum ein und das selbe Vergehen einmal mit Rot und einmal mit Gelb geahndet wird, verstehe wer will.“

Doch auch in Unterzahl kontrollierten die Bayern das Geschehen, „sogar zu zehnt hat man gesehen, dass wir auf den Ausgleich drängen“, bemerkte Lahm. Und selbst durch den dritten „Nackenschlag“ (Lahm), einem von Luiz Gustavo unglücklich ins eigene Tor abgefälschten Schuss von Christian Pander (50.) zum 2:0, ließen sich die Bayern nicht unterkriegen. „Die Mannschaft ist trotzdem zurückgekommen. Wir hatten genügend Möglichkeiten, um hier einen Punkt mitzunehmen“, so Lahm.

Dramatische Schlussphase

Nachdem auch der Hannoveraner Steven Cherundolo (63.) wegen wiederholten Foulspiels vom Feld musste, verkürzte der eingewechselte Alaba (83.) auf 1:2. In der dramatischen Schlussphase verpassten Schweinsteiger (88.) und Alaba (90.+4) nur knapp den verdienten Ausgleich für die Münchner. „Meine Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, hat sich nicht aufgegeben und versucht, das Ergebnis noch zu korrigieren. Fast wäre es uns ja noch gelungen“, meinte Heynckes.

„Wir müssen die Niederlage akzeptieren, Hannover hat gut gespielt, hat ohne Frage unglaublich gekämpft“, sagte Rummenigge anerkennend, „wir haben heute sehr unglücklich das Spiel verloren.“ Toni Kroos indes fand es „beeindruckend, wie wir die Situation angenommen und mit zehn Mann das Spiel dominiert haben.“ Und auch Heynckes konnte ob der tollen Moral seiner Mannschaft der Niederlage Positives abgewinnen: „Wir werden gestärkt aus dem Spiel herausgehen, das wirft uns nicht um.“

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