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'Auf keinen Fall verlieren'

FCB will in Neapel auf Achtelfinal-Kurs bleiben

Links der beeindruckende Vesuv, rechts die historische Altstadt. Und wenn die Profis des FC Bayern einen Blick aus dem Fenster ihres Hotels werfen, blicken sie auf das strahlende Blau des Golfs von Neapel. Urlaubsatmosphäre mitten im Oktober vor dem richtungsweisenden Spiel der Münchner in der Königsklasse beim SSC Neapel. Kapitän Philipp Lahm stellt klar: „Wir reisen nicht dorthin, um irgendetwas anzuschauen - wir spielen Fußball, es ist Champions League, Dienstagabend um Viertel vor neun. Was gibt es Schöneres?“

Mit halbstündiger Verspätung wegen des dichten Nebels am Münchner Flughafen ist der Bayern-Tross am Montagmorgen in Richtung Süditalien aufgebrochen - mit jeder Menge Selbstbewusstsein im Gepäck. Seit zwölf Pflichtspielen hat der FC Bayern kein Gegentor mehr kassiert, auch offensiv sprühen die Münchner nur so vor Spielfreude. Zuletzt wurde am Wochenende Hertha BSC 4:0 besiegt. Am 3. Spieltag der CL-Gruppenphase will der FCB seine sensationelle Serie am Fuße des Vesuvs fortsetzen. „Neapel ist die derzeit stärkste und stabilste italienische Mannschaft. Das wird ein Spiel sein, wo wie zeigen müssen, dass wir auch gegen solche Teams zu null spielen können“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Die Marschroute ist klar: Ein Sieg wäre perfekt, ein Unentschieden völlig okay. Nur verlieren, so Rummenigge, wolle man „auf keinen Fall“. Die Münchner führen die Gruppe A nach Siegen gegen den FC Villarreal und Manchester City derzeit mit zwei Punkten Vorsprung vor dem SSC Neapel an. Ein Dreier - und die Bayern wären den Konkurrenten auf fünf Zähler enteilt. „Wir wollen morgen einen kleinen Schritt in Richtung Achtelfinale machen“, sagte Bastian Schweinsteiger.

Gegen einen Gegner, vor dem die Bayern Respekt haben. Auch wenn Napoli am vergangenen Wochenende zuhause gegen den FC Parma den Kürzeren zog - für Rummenigge, Schweinsteiger und Cheftrainer Jupp Heynckes ist der Ex-Verein von Legende Diego Armando Maradona die „derzeit stärkste italienische Mannschaft“. Rummenigge warnte: „Es wird ein sehr schwieriges Spiel. Wir tun gut daran, Neapel unter keinen Umständen zu unterschätzen.“ Und Heynckes zeigte sich nach einer ausführlichen Videoanalyse „tief beeindruckt von der Spielweise und Leidenschaft“ des Traditionsklubs. Neapel habe „mehr als elf Topspieler“.

Hexenkessel 'San Paolo'

Respekt auf der einen, Vorfreude und Vertrauen in die eigene Stärke auf der anderen Seite. So lässt sich die Gemütslage der Verantwortlichen und Spieler des FC Bayern zusammenfassen. Das Stadion San Paolo ist mit 60.000 Zuschauern ausverkauft und wird am Dienstagabend zum Hexenkessel. Die Euphorie in der 1-Millionen-Einwohnerstadt ist spürbar. Bis zu 1.000 Euro sind den Einheimischen die Karten für das anstehenden „Champions-League-Highlight“ (Holger Badstuber) wert.

„Das ist eine heiße, besondere Atmosphäre. Ganz Neapel steht hinter der Mannschaft, die Fans unterstützen den Klub bedingungslos“, weiß Rummenigge aus seiner Zeit als Spieler bei Inter Mailand. Auch Nationalspieler Thomas Müller fiebert dem Duell mit Napoli entgegen. „Wegen solchen Spielen lieben wir unseren Beruf. Es wird eine packende Begegnung in einem Hexenkessel“, ist sich der Münchner sicher.

'Nicht schleifen lassen'

Personell kann Coach Heynckes fast aus dem Vollen schöpfen. Nur die rekonvaleszenten Arjen Robben und Breno blieben in München. Ob Jérôme Boateng wieder auf rechten Seite verteidigt, oder der zuletzt angeschlagene Rafinha in die erste Elf rückt, steht noch nicht fest. „Wir wollen da weitermachen, wo wir zuhause gegen ManCity aufgehört haben“, stellte Heynckes am Montag auf der Abschlusspressekonferenz im Mannschaftshotel klar und fügte an: „Es wird ein hochklassiges Spiel. Ich bin zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein werden.“ Auch Mario Gomez ist optimistisch. Der Torjäger versicherte: „Wir werden es mit Sicherheit nicht schleifen lassen.“

Das letzte und bisher einzige Duell der beiden Teams liegt lange zurück. Im April 1989 im UEFA-Cup-Halbfinale siegte Neapel im Hinspiel 2:0, das Rückspiel in München endete 2:2 in München. Maradona war der überragende Mann. „Die haben uns damals zweimal ziemlich beherrscht“, erinnerte sich Rummenigge. Über 20 Jahre später hofft der Vorstandsvorsitzende auf einen „besseren Ausgang. Aber es wird ein schwieriges Spiel und ein hartes Stück Arbeit für unsere Defensive.“

Für fcbayern.de in Neapel: Nikolai Kube

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