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Zufriedene Bayern

Rummenigge: 'Das Team reift immer mehr'

Enge Straßen, unzählige Mopeds, Gehupe an allen Ecken und Enden. Der Bayern-Bus hatte es nicht leicht, sich den Weg durch die Massen zum Stadio San Paolo zu bahnen. Es ließ erahnen, was die Spieler des FC Bayern Stunden später erwarten würde. Bereits als Manuel Neuer und Co. zum Warmlaufen den Rasen betraten, hallte ihnen ein gellendes Pfeifkonzert der italienischen Fans entgegen. Beim Einlaufen der Mannschaften kurz vor Spielbeginn war der Nebenmann endgültig nicht mehr zu verstehen.

Die Heimstätte des SSC Neapel, ein Hexenkessel. Der FCB zeigte sich davon unbeeindruckt und präsentierte sich beim 1:1 (1:1)-Unentschieden am Dienstagabend als die bessere Mannschaft. „Das Team reift immer mehr, denn es ist schwer gegen 60.000 heißblütige Fans anzuspielen“, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Auftritt der Münchner am Fuße des Vesuvs.

Die Bayern erkämpften sich einen Punkt, die Tabellenführung in der Gruppe A der Champions League wurde vor Neapel verteidigt. Mit einem Sieg im Rückspiel in 14 Tagen in der Allianz Arena kann der FCB einen entscheidenden Schritt in Richtung Achtelfinale machen. „Es ist ein Punktgewinn und kein Punktverlust. Wir können mit dem Ergebnis gut leben“, resümierte Rummenigge.

Obwohl - daraus macht der Vorstandsvorsitzende keinen Hehl - auch ein Sieg durchaus drin gewesen wäre: Ein ungenutzter Elfmeter durch Mario Gomez kurz nach der Pause. 15:2 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz. Und das als Gastmannschaft. „Wir haben ein unglückliches Gegentor gekriegt, einen Elfmeter verschossen und die eine oder andere Chance nicht genutzt“, erklärte Rummenigge. Ähnlich sah es Chefcoach Jupp Heynckes: „Wir hätten den Sieg verdient gehabt.“

Man müsse aber, so der 66-Jährige weiter, auswärts auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. „Das war von uns totaler Einsatz, ich muss meinen Jungs ein Kompliment machen.“ Scheinbar völlig unbeeindruckt von der „Super-Atmosphäre“ (Neuer) hatte der starke Kroos die Münchner nach nicht mal 100 Sekunden in Front geschossen - zum neunten Mal in Serie führten die Bayern in der Champions League mit 1:0. Erst als Badstuber (39.) den Ball kurz vor Pause über Neuer hinweg ins eigene Tor bugsierte, erwachten die Neapel-Fans aus ihrer Schockstarre.

In die sie Mario Gomez wenig später wieder hin zurückversetzen hätte können. Doch Bayerns Toptorjäger scheiterte vom Elfmeterpunkt an SSC-Torhüter Morgan De Sanctis - geblendet von einem Laserpointer aus dem italienischen Fanblock. Als Ausrede lässt Gomez das aber nicht gelten! „Er war da, aber das war sicherlich nicht der Grund. Es tut mir Leid für die Mannschaft, aber es geht weiter. Das passiert“, sagte der Nationalstürmer selbstkritisch. Der Rückendeckung des gesamten Teams kann Gomez sich sicher sein, auch Heynckes erklärte: „Der Junge hat so viel in den letzten Wochen für uns geleistet, dann kann er auch mal einen Elfmeter verschießen.“

Seit 13 Pflichtspielen unbesiegt

Kleiner Wermutstropfen: Die Rekord-Defensiv-Serie des FC Bayern in Pflichtspielen ist beendet. Erstmals seit 1.147 Minuten musste Neuer mal wieder einen Ball aus dem Netz fischen. Kurioserweise war es kein gegnerischer Spieler, der ihn überwand - sondern mit Badstuber ein Teamkollege. „Das war einfach ein unglückliches Gegentor“, sagte Neuer, für den der Rekord nur ein angenehmer Nebeneffekt war. „Ich will immer zu Null spielen, klar. Aber wichtig sind für mich nicht die Rekorde, sondern der mannschaftliche Erfolg.“

Erfolgreich sind die Münchner derzeit eigentlich immer, ganz ohne Punkte verließ der FCB in dieser Saison bislang nur ein einziges Mal ein Stadion (0:1 gegen Gladbach). Seit 13 Pflichtspielen ist der deutsche Rekordmeister nun unbesiegt. Eine beeindruckende Serie. „Wir haben gegen eine der besten Mannschaften Europas gespielt, ich bin zufrieden mit dem Punkt“, erklärte Napolis Trainer Walter Mazzarri.

Ziel Gruppensieg

Die Bayern haben sich mit ihren zuletzt starken Leistungen viel Respekt verschafft, die Ausgangslage für das Erreichen des Achtelfinals ist bestens. Denn: Immer, wenn der FCB nach drei Spieltagen in der Champions League sieben Zähler auf seinem Konto hatte, erreichte er bislang auch die Runde der letzten 16. Sportdirektor Christian Nerlinger brachte es auf den Punkt: „Jetzt haben wir zwei Heimspiele. Die sollten wir gewinnen, dann ist das der Gruppensieg.“

Für fcbayern.de in Neapel: Nikolai Kube

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