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Hauptsache gewonnen

'Am Ende war es ein Arbeitssieg'

Nein, gesagt hat Uli Hoeneß in der Mixed Zone der Augsburger SGL-Arena fast nichts. Der Präsident des FC Bayern ließ an diesem Abend eine Geste sprechen. Beim Verlassen des Stadions bemerkte er Manuel Neuer, der gerade FCB.tv ein Interview gab. Spontan trat Hoeneß zum Bayern-Torwart und schüttelte ihm die Hand. Er sagte danke. Dem Mann, der den 2:1 (2:0)-Sieg beim FC Augsburg gerettet hatte.

In der 83. Spielminute verhinderte der deutsche Nationalkeeper „in Weltklassemanier“ (Heynckes) gegen Augsburgs durchgebrochenen Edmond Kapllani den Ausgleich, der die Partie endgültig auf den Kopf gestellt hätte. „Ohne Manuel hätten wir 2:2 gespielt“, sagte FCB-Chefcoach Jupp Heynckes.

Eine Stunde lang hatten die Bayern den Gegner fast nach Belieben dominiert und führten durch Treffer von Mario Gomez (15.) und Franck Ribéry (28.) souverän mit 2:0. „Wir haben kein Land gesehen“, berichtete FCA-Verteidiger Dominik Reinhardt. Die Leistung seiner Mannschaft in dieser Phase sei erfreulich gewesen, meinte Heynckes. Nur eine Vorentscheidung habe sie leider verpasst. „Ich hätte mir gewünscht, wir hätten das 3:0 erzielt, dann wäre das Ganze gegessen gewesen.“

'Wir haben stark abgebaut'

Das Tor erzielten - quasi aus dem Nichts - die Augsburger. In der 59. Minute traf Hajime Hosogai nach einem Eckball und es geschah, was schon vier Tage zuvor gegen Neapel (3:2) passiert war: Eine schon entschieden geglaubte Partie wurde noch einmal spannend. „Vielleicht haben wir uns zu sicher gefühlt“, sagte Neuer, „wir haben stark abgebaut. Das hätte bestraft werden können.“

Von ihren Fans nach vorne gepeitscht in der mit 30.660 Zuschauern ausverkauften Arena wuchsen die Gastgeber über sich hinaus. „Wir haben dem Gegner die Initiative überlassen, das war nicht so klug“, sagte Heynckes, „da sind wir in Bedrängnis gekommen, es wurde noch einmal richtig eng. In der letzten halben Stunde war es ein Arbeitssieg.“

Heynckes zeigt Verständnis

Mario Gomez, der zuvor sein 13. Saisontor erzielt hatte und damit schon jetzt die beste Hinrunde seiner Karriere perfekt gemacht hat, bemängelte fehlende Präzision, unnötige Ballverluste und mangelndes Zweikampfverhalten. „Wir waren zu hektisch. Es muss unser Anspruch sein, das ruhiger runterzuspielen“, pflichtete Toni Kroos ihm bei. Krönung war in der Nachspielzeit die Rote Karte für Anatoliy Tymoshchuk. „Wenn ich so den Zweikampf gehe und zu spät komme, ist die Konsequenz die Rote Karte. Das muss er wissen“, meinte Heynckes.

Der FCB-Chefcoach hatte bei aller angebrachten Kritik jedoch auch Verständnis für die Leistung seiner Spieler in der zweiten Halbzeit. „Man hat gesehen, dass bei dem einen oder anderen, der immer gespielt hat, die Kräfte nachgelassen haben“, erinnerte der Bayern-Trainer daran, dass der FCB in Augsburg das siebte Spiel innerhalb von drei Wochen bestritt. „Spiele, die nicht so gut laufen, muss man auch erst mal gewinnen. Das ist uns gelungen“, betonte Philipp Lahm.

Jetzt gegen Dortmund

Entscheidenden Anteil daran hatte diesmal auch Manuel Neuer. Der bislang in vielen Spielen fast beschäftigungslose Nationalkeeper hielt die drei Punkte fest. „Er hat seinen Job gemacht“, sagte Hoeneß nur und lächelte, wohlwissend, wie außergewöhnlich Neuers Reflex kurz vor Schluss gegen Kapllani war.

An der Tabellenspitze wuchs der Vorsprung des FC Bayern durch den Sieg in Augsburg auf fünf Punkte an. Gelassen kann der Rekordmeister nun dem Spitzenspiel am nächsten Spieltag gegen Titelverteidiger Dortmund entgegensehen. Der BVB sei „der schärfste Konkurrent um die Meisterschaft“, ist Neuer überzeugt, „es wird ein Duell auf Augenhöhe.“ Dabei muss Bayern mit Bastian Schweinsteiger (verletzt) und Tymoshchuk (gesperrt) auf zwei Sechser verzichten. Heynckes ist dennoch zuversichtlich: „Wir werden auch das hinkriegen.“

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