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Stolz, gerüstet, titelhungrig

'Der FC Bayern ist ein Hort der Glückseligkeit'

Es gab viel Applaus, wieder einmal starke Wirtschaftszahlen, Wortmeldungen in Versform - und ein Geständnis. Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern am Freitagabend gestand Uli Hoeneß, dass ihm die Länderspielpause zu schaffen mache, so sehr wie vielleicht nie zuvor. „Es fehlt irgendwas“, grübelte der Präsident des Rekordmeisters und kam zu dem Schluss, dass er „süchtig“ sei. Süchtig nach dem Spiel, das der FC Bayern in dieser Saison bisher gezeigt hat.

Die 3.235 anwesenden Vereinsmitglieder, darunter der mit Standing Ovations empfangene Bastian Schweinsteiger, spitzten im „Schmuckstück“ (Hoeneß) AUDI Dome bei Hoeneß' Rede die Ohren. Pointiert und amüsant, aber auch klar und deutlich sprach der Präsident über die aktuelle Situation des FC Bayern. „Ich bin selten so stolz auf Bayern München gewesen wie in diesem Moment“, betonte Hoeneß, „unser Verein genießt auf der ganzen Welt einen Ruf, wie ich das ganz selten erlebt habe.“

'Wir sind Herr im eigenen Haus'

Zuvor hatte Karl Hopfner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, den zweithöchsten Umsatz der Klubgeschichte (328,5 Millionen Euro) und einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 1,3 Millionen Euro verkündet. Die Zahl der Mitglieder (171.345) und Fanclubs (2.952) erreichte Rekordhöhe. Trotz Finanz- und Euro-Krise. Trotz eines sportlich nicht befriedigenden Jahres. Der FC Bayern sei ein „Hort der Glückseligkeit“, meinte Hoeneß, „dafür bin ich unglaublich dankbar.“

„Wir sind autark und unabhängig von derzeitigen Marktgegebenheiten. Wir sind Herr im eigenen Haus und werden das auch bleiben“, sagte Hopfner unter großem Applaus. Für das Financial Fairplay, das die UEFA gerade einführt, sei der FCB „im Gegensatz zu anderen europäischen Klubs bestens gerüstet. Die Regeln des Financial Fairplay leben wir seit Jahren.“ Auch nächstes Jahr werde der Klub wieder ein positives Ergebnis vorlegen können, ist Hopfner überzeugt. Voraussetzung sei aber sportlicher Erfolg. „Ein Jahr ohne Titel ist ein verlorenes Jahr. Das brauchen wir nicht zweimal in Folge.“

Die Deutsche Meisterschaft gab Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, als klares Ziel für diese Saison aus. Von einem Triumph in der Champions League - das Finale 2012 findet in der Allianz Arena statt - wagt er hingegen, nur „vorsichtig“ zu träumen. „Die Mannschaft hat die Qualität. Aber man braucht auch Glück. Als Parole möchte ich ausgeben: Versuchen ja, verlangen bitte nein! Druck ist im Fußball manchmal kontraproduktiv.“

'Der Trend ist positiv'

Die bisherigen Leistungen in dieser Saison stimmen Rummenigge auf jeden Fall zuversichtlich, auf der nächsten Jahreshauptversammlung auch wieder Trophäen präsentieren zu können. In der Bundesliga und in seiner Champions-League-Gruppe ist der FCB Tabellenführer, im DFB-Pokal hat er das Achtelfinale erreicht. Spitze findet der FCB-Vorstandschef dabei auch „die Art und Weise, wie die Mannschaft im Moment auftritt. Wir können alle stolz und zufrieden sein. Unsere Mannschaft spielt erstklassigen Fußball. Der Trend ist positiv - und wie Uli Hoeneß immer sagt: The trend is your friend.“

Entscheidenden Anteil am derzeitigen Erfolg habe die Transferpolitik im vergangenen Sommer, sagte Hoeneß. „Hut ab!“, sagte der Präsident in die Richtung von Rummenigge, Hopfner und Sportdirektor Christian Nerlinger. „Was in diesem Jahr an Transfers geleistet wurde, ist unglaublich. Alle Schwachstellen, die wir in der Mannschaft hatten, sind ausgemerzt worden.“

'Glücksgriff' Heynckes

Vor allem zwei Verpflichtungen hoben die Verantwortlichen an diesem Abend unter großem Applaus der versammelten Mitglieder hervor: die von Manuel Neuer (Hoeneß: „Der beste Torwart der Welt. Er passt zum FC Bayern wie kaum ein anderer.“) und die von Trainer Jupp Heynckes. „Diese Entscheidung war ein Glücksgriff“, sagte Rummenigge, „er macht seinen Job bemerkenswert. Unaufgeregt und mit höchster Qualität. Es ist ihm wunderbar gelungen, die Balance zwischen unserer spektakulären Offensive und einer Defensive, die Beton anrührt, hinzubekommen.“

Eine Verlängerung von Heynckes' bis 2013 laufenden Vertrag kann sich Rummenigge gut vorstellen. Doch das habe Zeit. „Jupp will im Moment keinen Vertrag verlängern. Nicht weil er 2013 aufhören will, sondern weil er sagt: Ich will erst einmal die Ziele in dieser Saison einfahren“, erzählte Rummenigge. „In aller Ruhe“ warte man daher mit Gesprächen bis nächsten Sommer.

Hoeneß zufrieden

Nicht nur an dieser Stelle wurde viel geklatscht im AUDI Dome, der bei seinem Debüt als Veranstaltungsort für die Jahreshauptversammlung von Hoeneß als „ein Stück Heimat“ für die große Bayern-Familie gelobt wurde. Nach dreieinhalb Stunden konnte der FCB-Präsident die Versammlung schließlich beenden. „Ein moderner Verein, der in den Wurzeln der Tradition verhaftet ist, aber den Blick für die Zukunft nicht verloren hat - das ist der FC Bayern München 2011“, stellte er zufrieden fest, „ich bin stolz, Präsident dieses Vereins zu sein.“

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