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'Schmerzhafte Niederlage'

FCB glücklos im 'Rasenschach'

Die Szenen nach dem Schlusspfiff in der Allianz Arena ähnelten denen von vor neun Monaten. Ausgelassen feierten die Spieler von Borussia Dortmund mit den eigenen Fans den 1:0-Sieg gegen den FC Bayern; so wie schon am 26. Februar diesen Jahres, als der BVB in München 3:1 gewann. Und doch hatten diese beiden Jubelarien nur äußerlich viel gemein. Damals legten die Dortmunder den Grundstein zum späteren Titelgewinn, dieses Mal verhinderten sie lediglich, dass der Rekordmeister seinen Vorsprung an der Tabellenspitze weiter ausbaute.

„Es ist ein großer Unterschied zum 1:3 in der letzten Saison. Damals hatten wir vorher 13 Punkte Rückstand, jetzt haben wir noch zwei Punkte Vorsprung und sind Tabellenführer. Wir können aus der Position der Stärke die Dinge von oben anschauen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Spiel und ergänzte: „Vor ein paar Monaten aber war es eine Lektion, heute war es eine unglückliche Niederlage.“

Nach zuletzt fünf Gala-Auftritten in der Liga und 23:0 Toren begegnete dem FCB am Samstag mit dem amtierenden Meister ein Gegner „auf Augenhöhe“ (Rummenigge). In einer intensiven, spannenden und hochklassigen Partie zeigten beide Mannschaften „Rasenschach“, wie Bayern-Torwart Manuel Neuer nach dem Schlusspfiff in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena sagte. „Normalerweise ist dies ein typisches 0:0-Spiel“, analysierte auch FCB-Trainer Jupp Heynckes.

Dass am Ende erneut die Dortmunder jubeln konnten lag an Nationalspieler Mario Götze, der in der 65. Minute den Siegtreffer für die Westfalen erzielte. „Das hat er ohne Frage klasse gemacht, Kompliment!“, erklärte Rummenigge, der den Gästen „großen Respekt“ entgegen brachte. „Es ist kein Zufall, dass Borussia Dortmund im letzten Jahr deutscher Meister geworden ist. Das ist eine gute Mannschaft und das hat man auch heute Abend wieder gesehen.“

Von Beginn an setzte der BVB die Münchner mit großem läuferischen Aufwand unter Druck, verhinderte so einen kontrollierten Spielaufbau und zwang die Bayern somit immer wieder zu langen Bällen aus der eigenen Deckung. „Wir hatten uns sicherlich ganz was anderes vorgenommen heute, das ist klar“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. „Wir haben insgesamt nicht so ins Spiel gefunden, wie man es bei Heimspielen von uns gewohnt war. Dortmund hat es sehr gut gemacht und wir haben die notwendigen Mittel nicht gefunden.“

„Wir haben es nicht geschafft, das Tempo hoch zu halten, Druck aufzubauen. Es war nicht einfach gegen Dortmund, die sehr geschickt gespielt und oft gedoppelt haben“, meinte auch Heynckes, der vor allem bemängelte, dass seine Mannschaft „im Kollektiv, vor allem in der Rückwärtsbewegung, nicht so gespielt hat, wie wir es gewohnt sind. Wir haben es versäumt, viel aggressiver zu agieren, Druck aufzubauen und den Gegner zu Fehler zu zwingen.“

Am Dienstag gegen Villarreal

Er habe aber schon beim Abschlusstraining am Freitag „einige Dinge beobachtet, die mir nicht ganz so gefallen haben“, erklärte Heynckes in Anschluss an das Spitzenspiel. Bei dem „einen oder anderen Spieler“ habe er die „Spannung und Konzentration“ vermisst, die in der Vorbereitung auf so ein Spiel nötig seien. Und genau daran will der 66 Jahre alte Fußballlehrer ansetzen, denn bereits am Dienstag steht in der Champions League gegen den FC Villarreal die nächste Aufgabe für seine Elf auf dem Programm.

„Ich denke, dass sich die Mannschaft am Dienstag anders präsentieren wird“, so Heynckes. „Wir müssen wieder zulegen“, forderte auch Nerlinger, der den FCB angesichts des Zwei-Punkte-Vorsprungs auf den BVB weiterhin in einer „sehr guten Ausgangsposition“ weiß. Rummenigge hakte die „schmerzhafte Niederlage“ dann auch schnell ab: „Jetzt heißt es am Dienstag gewinnen. Dann können wir in das Achtelfinale der Champions League einziehen, das ist jetzt unsere Verpflichtung.“

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