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'Es war fantastisch'

FCB überzeugt mit Klasse - und Moral

Dieses Spiel hatte alles. Flutlicht, Tore, Platzverweise, allerhöchste Fußballkunst, aber auch Kampf, Leidenschaft, Drama und Spannung bis zum Schlusspfiff. „Es war ein fantastisches Champions-League-Spiel“, schwärmte Karl-Heinz Rummenigge, der auch aufgrund des Ergebnisses „total zufrieden“ die Allianz Arena verließ. 3:2 (3:1) hatte der FC Bayern den SSC Neapel besiegt und das Tor zum Champions-League-Achtelfinale damit weit aufgestoßen. Rein rechnerisch fehlt dem Rekordmeister in den zwei ausstehenden Spielen nur noch ein Punkt zum Weiterkommen.

Doch die Freude über diesen „Riesenschritt“ (Rummenigge) war so gedämpft wie das rote Leuchten der Allianz Arena im dichten Nebel dieses Abends. Denn in der 50. Minute verlor der FC Bayern seinen „Mittelfeldmotor“ (Gomez). Bastian Schweinsteiger erlitt einen Schlüsselbeinbruch und - das war schnell klar - fällt für den Rest der Hinrunde aus. „Das ist ein schwerer Schlag, ein Schock“, sagte Philipp Lahm.

„Er ist der Taktgeber im Mittelfeld, er hatte eine überragende Form“, unterstrich Jupp Heynckes die Bedeutung Schweinsteigers für den FC Bayern. Schweinsteigers Verletzung sei eine „Schlüsselszene“ im Spiel gewesen. „Man hat gesehen, dass es einen Bruch in unserem Spiel gab, als er ausgewechselt wurde.“ Mario Gomez sagte: „Die Mannschaft war geschockt. Wir haben danach Halt gesucht und ihn nicht gefunden.“

'Spielerisch der bisherige Saisonhöhepunkt'

Und so wurde es noch einmal spannend in der Allianz Arena. Dabei hatte der FC Bayern zuvor eigentlich alles nicht nur im Griff gehabt, sondern erneut Fußball „zelebriert“, wie es Uli Hoeneß am Wochenende zuvor ausgedrückt hatte. Mit einem lupenreinen Hattrick (17., 23., 42.) sorgte Mario Gomez (Nerlinger: „Eine Weltklasse-Leistung von ihm“) schon vor der Pause für klare Verhältnisse. „In der ersten Halbzeit haben wir überragenden Fußball gespielt“, sagte Rummenigge, Christian Nerlinger sprach von „brillantem Fußball aus einem Guss“ und „spielerisch dem bisherigen Saisonhöhepunkt“.

„Das war eine der besten ersten Halbzeiten, die ich beim FC Bayern miterlebt habe“, schwärmte auch Kapitän Lahm vom Spielrausch des Rekordmeisters vor der Pause. Heynckes lobte das „sehr flüssige Kombinationsspiel“ und die „wunderschön herausgespielten Tore“ seiner Mannschaft. Der FCB-Chefcoach machte aber quasi mit dem Halbzeitpfiff noch eine weitere Schlüsselszene aus, die ihm nicht gefiel: „Das unnötige Foul, woraus ein Freistoß resultierte, der dann zum ersten Gegentreffer führte“. Federico Fernandez (45.) köpfte zum 1:3 ein - und in der Pause schöpfte Neapel neuen Mut.

Neuer kaum gefordert

Fernandez war es auch, der in der Schlussphase (79.) erneut nach einer „vermeidbaren Standardsituationen“ (Manuel Neuer) Napoli sogar noch auf 2:3 heranbrachte. Mehr ließen die Bayern an diesem Abend aber nicht mehr zu. Überhaupt hatte Neuer im FCB-Tor kaum etwas zu halten. Abgesehen von den beiden Gegentreffern kam nur noch ein Ball auf seinen Kasten.

„Es zeichnet meine Mannschaft auch aus, dass sie Moral hat und hervorragend gekämpft hat. Wir haben verdient gewonnen“, war Heynckes in der umkämpften zweiten Halbzeit, in der sowohl Neapels Juan Zuniga (70.) als auch FCB-Innenverteidiger Holger Badstuber (77.) Gelb-Rot sahen, vor allem damit zufrieden, wie sein Team gegen die sich aufbäumenden Gäste dagegenhielt.

Zehn Punkte in der 'Horrorgruppe'

Moral, Charakter und spielerische Klasse - der FC Bayern kann nach dem Neapel-Spiel ein überaus positives Fazit ziehen. „Wir haben jetzt zehn Punkte in einer Gruppe, die man vorher als Horrorgruppe bezeichnet hat“, war Rummenigge mit dem bisherigen Abschneiden in der Champions League hochzufrieden.

Und so soll es weiter gehen - trotz Schweinsteigers Verletzung. „Jetzt liegt es an den anderen, dies zu kompensieren“, sagte der FCB-Vorstandschef, „wir dürfen nicht lamentieren. Wir werden trotzdem aussichtsreich in die nächsten Spiele gehen.“

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