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Vor Derby in Augsburg

FCB will Tabellenführung 'zementieren'

Ein Auswärtsspiel steht an. Für gewöhnlich chauffiert der Mannschaftsbus die Bayern-Profis dann zum Flughafen. Von dort jetten die Münchner nach Italien, Spanien, England oder durch die Bundesrepublik. Nicht so am Samstagabend, wenn sich der Bayern-Tross auf den Weg nach Augsburg begibt. Ein Flugzeug ist für die kürzeste Auswärtsreise seit rund zehn Jahren (damals Unterhaching) nicht nötig, die Bayern werden die rund 70 Kilometer mit dem Bus zurücklegen - und versuchen, am Sonntag (17.30 Uhr) beim FCA im dritten Derby (Ingolstadt, Nürnberg) innerhalb von zwölf Tagen drei wichtige Zähler in der Bundesliga zu erspielen.

Augsburg gegen Bayern - das gab es in der Geschichte der Bundesliga noch nie (eigener Bericht). Und es wird ein Duell der Gegensätze: Tabellen-Letzter gegen den souveränen Spitzenreiter, Aufsteiger gegen den deutschen Rekordmeister, die schwächste Offensive der Liga gegen die stärkste. Keine Frage: Der FC Bayern geht als Favorit in Partie beim FCA. Doch genau darin liegt die Gefahr, wie Cheftrainer Jupp Heynckes weiß: „Es ist das Spiel des Jahres für Augsburg, das Stadion ist ausverkauft. Man muss die 90 Minuten erst mal spielen.“

Der 66-Jährige forderte vier Tage nach dem 3:2-Sieg gegen den SSC Neapel in der Champions League „eine Topleistung“ von seiner Mannschaft, um eine böse Überraschung zu vermeiden. Und nicht nur Heynckes warnte vor den Augsburger, die im letzten Heimspiel Werder Bremen ein 1:1 abtrotzten, zuhause allerdings noch ohne Sieg sind. „Vorsicht! Das wird ein ganz schweres Spiel“, betonte Präsident Uli Hoeneß im Laufe der vergangenen Woche.

Drei Punkte beim FC Augsburg wären Goldwert für den deutschen Rekordmeister, um mit „viel Ruhe“ (Heynckes) in die anstehende Länderspielpause zu gehen. Vorausgesetzt Schalke gewinnt am Sonntagnachmittag nicht in Hannover, wo die Bayern ihr letztes Auswärtsspiel unglücklich mit 1:2 verloren hatten, könnte der FCB den Vorsprung auf die Verfolger in der Tabelle auf fünf Punkte ausbauen. Sportdirektor Christian Nerlinger brachte es auf den Punkt: „Wir müssen nachlegen, um unsere Stellung in der Bundesliga zu zementieren.“

Ohne Schweinsteiger, Robben und Breno

Nicht mithelfen beim Erreichen dieses Ziels kann Bastian Schweinsteiger, der nach seiner Operation am gebrochenen Schlüsselbein erst in der Rückrunde wieder ins Geschehen eingreifen wird (eigener Bericht). Ansonsten kann Heynckes mit Ausnahme der beiden Rekonvaleszenten Arjen Robben und Breno aus dem Vollen schöpfen. Dennoch: Die zweite Halbzeit gegen Neapel, als der FCB fast noch einen 3:0-Vorsprung aus der Hand gegeben hätte, soll den Spielern für Sonntag als warnendes Beispiel dienen.

„Am Mittwoch hat man gesehen, dass nicht alles immer so rund läuft. Diese Fehler müssen wir vermeiden“, forderte Heynckes, der aber davon überzeugt ist, dass sein Team die Augsburger „nicht auf die leichter Schulter“ nehmen werde. Am Samstag nach dem Abschlusstraining stand eine ausführliche Videoanalyse des kommenden Gegners auf dem Programm. Heynckes: „Wir werden uns auf Augsburg einstellen.“

Trotz Ausfälle: Luhukay jammert nicht

Mit Sicherheit wird Heynckes seinen Spielern auch mitgeteilt haben, dass FCA-Trainer Jos Luhukay mit einigen personellen Problemen zu kämpfen hat. Nach Axel Bellinghausen (Knie), Uwe Möhrle (Adduktoren) und Torsten Oehrl (Rot-Sperre) wird auch Stammkeeper Simon Jentzsch fehlen. Der 35 Jahre alte Routinier unterzog sich am Freitag einer Operation am rechten Ringfinger und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Für Jentzsch steht Nachwuchskeeper Mohamed Amsif vor seinem Bundesligadebüt.

„Wir wollen aber nicht jammern oder lamentieren. Das sind Probleme, die wir lösen müssen. Wir wissen, dass keine normale Leistung reichen wird, um erfolgreich zu sein“, erklärte Luhukay. Sein Gegenüber Heynckes betrachtet den Ausfall Jentzsch‘ zwar als „Riesen-Verlust“ für die Augsburger, oft wachse aber ein Ersatztorhüter gerade in solchen Partien über sich hinaus. „Ich hoffe nicht, dass das am Sonntag der Fall sein wird“, sagte Heynckes.

'Sie werden bis zum Umfallen kämpfen'

Augsburg gegen den FC Bayern - die Kräfteverhältnisse sind eigentlich klar verteilt. Bis zu den drei Punkten ist es aber noch ein weiter, steiniger Weg. Der erfahrene Heynckes weiß: „Sie werden sicher nicht vor dem Spiel die weiße Fahne hissen, sondern bis zum Umfallen kämpfen.“ Doch Torero Mario Gomez, der am vergangenen Mittwoch einen lupenreinen Hattrick schnürte, nannte das Erfolgsrezept: „Wenn wir die Konzentration hochhalten, werden wir gewinnen!“

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