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Schweinsteiger-Ersatz

Heynckes will 'eins zu eins' wechseln

Es war kein schöner Anblick. Bastian Schweinsteiger mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einer Trage, die Hände vors Gesicht geschlagen. Nur wenige Stunden nach seiner Auswechslung gegen den SSC Neapel stand fest: Bayerns Mittelfeldmotor hat sich das Schlüsselbein gebrochen, die Vorrunde ist für Schweinsteiger beendet (eigener Bericht). „Sein Ausfall ist schwerwiegend. Er hatte eine absolute Topform und ist für mich eine große Spielerpersönlichkeit“, sagte Cheftrainer Jupp Heynckes am Freitag.

Ein großer Verlust also für den FC Bayern. Doch die Saison geht weiter, am Sonntag (17.30 Uhr) steht das Derby beim FC Augsburg an. Zwar ohne Schweinsteiger, aber wieder mit elf Bayern-Profis, die alles geben werden, um die wichtigen drei Punkte im Kampf um die Bundesliga-Tabellenspitze zu ergattern. Man dürfe jetzt „nicht lamentieren“, blickte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach vorne, „ich bin überzeugt: Der Trainer wird das irgendwie kompensieren.“

Und Präsident Uli Hoeneß sagte: „Dieser Aufschrei, der da durch Deutschland geht, den kann ich nicht nachvollziehen. Es ist ein Schlüsselbeinbruch. Das ist von den Möglichkeiten, die da waren, die am wenigsten Schlimme!“ Die befürchtete Schultereckgelenkssprengung hätte für Bayerns-Vizekapitän womöglich eine monatelange Pause bedeutet.

Glück im Unglück also für Schweinsteiger. Zum Rückrundenstart sollte der Nationalspieler wieder dabei sein. Heynckes berichtete am Freitag, er habe bereits mit dem Patienten telefoniert. „Es geht ihm relativ gut. Natürlich bedauert er seine lange Ausfallszeit, aber war schon wieder guten Mutes. Er ist ein optimistischer Typ.“ Schweinsteiger wird sicherlich vom Fernseher aus seinen Teamkollegen am Sonntag die Daumen drücken. Und er wird gespannt sein, wer ihn auf der Sechser-Position vor der Abwehr vertreten wird.

Pranjic? Kroos? Gustavo? Tymo? Alaba?

Alternativen gibt es für Heynckes zahlreiche. Im DFB-Pokal gegen den FC Ingolstadt ersetzte Daniel Pranjic den grippekranken Schweinsteiger, nach seiner Auswechslung gegen Neapel bildeten Anatoliy Tymoshchuk und Luiz Gustavo die Doppel-Sechs - zwei mögliche Szenarien. Ein weitere Möglichkeit wäre, Toni Kroos von der Zehn eine Position nach hinten zu beordern - wie Joachim Löw das in der Nationalmannschaft zuletzt praktiziert hatte.

Dies hätte allerdings weitere Rochaden zur Folge: Thomas Müller würde dann nach innen rücken, seine Position auf rechts außen müsste ebenfalls neu besetzt werden. Heynckes aber schloss mehrere Umstellungen aus: „Ich bin der Meinung, dass man eins zu eins wechseln sollte, wenn eine Mannschaft gut funktioniert.“

Heynckes lobt Alaba

Bliebe noch Alternative Nummer vier: David Alaba. Der Österreicher hat seine Qualitäten im defensiven Mittelfeld bereits während seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim (Rückrunde 2010/11) unter Beweis gestellt. „Er hat sein Spiel umgestellt und ist mittlerweile am Ball viel ruhiger, agiert mit Übersicht“, lobte Heynckes seinen Youngster.

Bayerns Cheftrainer hat die Qual der Wahl - trotz des Ausfalls von Schweinsteiger. „Wir haben auch in dieser Saison schon den Ausfall von einem Weltklasse-Spieler wie Robben hinnehmen müssen - und bislang ganz gut kompensiert“, sagte Heynckes. Im Fall des verletzten Schweinsteiger soll dies nun auch klappen, der Kader habe ausreichend Qualität. Heynckes: „Ich bin überzeugt, dass das, was ich machen werde, funktionieren wird.“

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