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'Er ist der Beste'

Neuer zeigt seine ganze Klasse

Es lief die 83. Minute in der Augsburger SGL arena. Mit 2:1 führte der FC Bayern zu diesem Zeitpunkt gegen den Aufsteiger, der in dieser Phase großen Druck auf den Tabellenführer ausübte und auf den Ausgleich drängte. Nach einem Steilpass von Daniel Baier tauchte plötzlich der eingewechselte Edmond Kapllani vor dem Tor der Bayern auf. Es war die große Chance zum 2:2 - doch der Angreifer scheiterte an der rechten Hand von Manuel Neuer, der mit einem klasse Reflex den knappen Sieg sicherte.

„Ohne Manuel hätten wir heute 2:2 gespielt“, lobte Trainer Jupp Heynckes nach dem Schlusspfiff seine Nummer eins, Neuer habe die „Großchance in Weltklassemanier vereitelt. Dafür haben wir ihn verpflichtet.“ Sportdirektor Christian Nerlinger schloss sich den Worten Heynckes‘ an: „Wir haben Manuel Neuer den Sieg zu verdanken. Er hat den Sieg mit einer Weltklasseaktion gerettet.“ Etwas nüchterner brachte es Vereinspräsident Uli Hoeneß auf den Punkt: „Er hat seinen Job gemacht.“

Lange war Neuer vor dem heranstürmenden Kapllani stehen geblieben, um so den Stürmer zu zwingen, die erste Aktion vorzunehmen. „Das sind Automatismen, die man zum Teil einstudieren kann. Aber man weiß nie, was der Stürmer macht“, erklärte Neuer hinterher. Er habe zudem versucht, „meinen Arm lang zu machen. Das hat super geklappt“, so Neuer, der jedoch auch einräumte: „Ich hatte in der Situation auch Glück.“

Neuers Parade ist umso höher einzustufen, als dass der 25-Jährige bis dahin kaum geprüft worden war. Insgesamt zwei Schüsse gaben die Augsburger auf Neuers Tor ab: Zum einen der Anschlusstreffer von Hajime Hosogai in der 59. Minute, und schließlich Kapllanis Schuss in der Schlussphase. „Es ist nicht so einfach, wenn man vorher wenig zu tun hat und dann so eine Großchance vor sich hat. Wichtig war, dass ich den Ball gehalten habe“, berichtete Neuer.

Lob von allen Seiten

„Wir wissen ja, dass er der Beste ist“, stimmte auch Mario Gomez in die Lobeshymnen auf seinen Torhüter mit ein. „Viele sehen ja gar nicht, dass er auch in den Spielen, wo er vielleicht nichts zu tun hat, sehr, sehr wichtig ist. Weil er unglaubliche Ruhe ausstrahlt und die Abwehr von hinten heraus dirigiert. Heute konnte er sich mal auszeichnen, so dass es jeder gesehen hat. Aber für uns ist er schon die ganze Saison sehr wichtig.“

Doch nicht nur aus dem eigenen Lager gab es lobende Worte für Neuer. Seit seinem Wechsel zum FC Bayern habe er sich „in jedem Fall wieder verbessert. Er ist konstanter geworden. Auch reifer, weil er merkt, der Druck ist größer“, schwärmte der ehemalige Nationaltorhüter Jens Lehman im TV-Sender Sky über seinen Nachfolger im DFB-Tor. Neuer habe das „größte Potenzial“ und sei noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung: „Er wird in fünf, sechs Jahren noch besser sein als jetzt.“

Wiedersehen mit Amsif

Einen weiteren Anhänger weiß Neuer im Tor der Augsburger. Der junge Mohamed Amsif, der gegen den FC Bayern sein Bundesligadebüt feierte, stammt wie Neuer aus der Jugend des FC Schalke 04, beide trainierten früher häufig miteinander. Diesmal standen sie sich gegenüber und nach dem Spiel gestand Amsif: „Ich schaue mir einiges von ihm ab, das ist sehr lehrreich für mich.“ Zum Abschied durfte er sich über Neuers Trikot freuen. „Das kommt in die Schublade oder den Keller - da wird es aufgehängt.“

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