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'Ich brauche Rhythmus'

Robben macht den ersten Schritt zurück

Erstmals machte die Meldung etwa 90 Minuten vor dem Anpfiff die Runde in den Katakomben der Allianz Arena. Arjen Robben spielt von Beginn an! So richtig glauben wollte das kaum einer. Erst als 30 Minuten später die Aufstellungen bekannt wurden, waren die letzten Zweifel ausgeräumt. Robben stand erstmals nach seiner Leistenoperation vor sechs Wochen nicht nur im Kader, sondern auch in der Startelf des FCB. Die Überraschung war Jupp Heynckes gelungen.

„Normalerweise fängt man nach so einer langen Verletzungspause auf der Bank an“, weiß auch Robben. „Der Trainer hat mich am Freitag gefragt, ob ich von Anfang an spielen wolle“, erzählte er. Da Bastian Schweinsteiger (verletzt) und Anatoliy Tymoshchuk (gesperrt) fehlten, wollte Heynckes „mehr Erfahrung“ auf dem Platz haben. „Dann habe ich gesagt: Wir machen es.“

Zuvor hatten Robben im Training einen starken Eindruck hinterlassen. „Er hat sehr gut gearbeitet, ist motiviert, ehrgeizig“, hatte Heynckes berichtet. Also kehrte Robben nach sieben Wochen auf den Rasen zurück, stand erstmals seit drei Monaten überhaupt wieder in der Startelf des FC Bayern. Denn schon vor seiner Leisten-OP Anfang Oktober war er wegen einer Schambeinentzündung lange ausgefallen. „Ich bin zwischendurch mal kurz zurückgekommen, aber das zähle ich überhaupt nicht mit. Deswegen würde ich eher von drei Monaten Pause sprechen“, sagte der Holländer.

'Ich bin zufrieden'

Bei seinem Überraschungscomeback am Samstag, noch dazu gegen starke Dortmunder, war Robben diese Pause natürlich anzumerken. „Man kann nicht erwarten, dass einer, der wochenlang weg war, das Spiel gleich im Alleingang entscheidet. Das ist völlig normal. Man muss etwas Geduld haben“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. „Es braucht noch ein bisschen Zeit“, weiß auch Robben selbst.

Auch wenn er noch nicht ganz der Alte ist, bereitete Robben gegen Dortmund die einzige nennenswerte Bayern-Chance in der ersten Halbzeit durch Franck Ribéry vor (29. Minute), kein Spieler wurde häufiger gefoult als er (fünf Mal). „Das war kein kleines Spiel, um wieder anzufangen“, sprach der Turbodribbler nach dem Schlusspfiff von einem Duell „auf hohem Niveau. Das ist etwas ganz anderes als Training. Ich bin zufrieden, dass ich 70 Minuten durchgehalten habe.“

'Ich brauche Rhythmus'

Diese 70 Minuten waren Robbens erster Schritt zurück. Weitere sollen möglichst bald folgen. „Es war gut, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte der 27-Jährige, „ich brauche den Rhythmus, ich brauche Spiele, um fit zu werden und auf mein Niveau zu kommen.“ Dafür gibt es bis zur Winterpause noch genügend Möglichkeiten. „Wir sind froh, dass er zurück ist“, freute sich Rummenigge über Robbens Comeback. Denn, wie Schweinsteiger es ausdrückte: „Mit ihm sind wir noch stärker.“

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