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Butt zeigt erneut: Auf mich ist Verlass!

Jupp Heynckes ist ein Gentleman. Er weiß, was sich gehört. Und so war es eine Selbstverständlichkeit für den 66-Jährigen, im für den FC Bayern unbedeutenden letzten Gruppenspiel der Champions League bei Manchester City einigen Akteuren aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben. Als „Belohnung“ (Heynckes) für die starken Trainingsleistungen. Heynckes wusste bereits vor der Partie: Er hat weit mehr als elf Spieler im Kader, auf die er sich verlassen kann.

Einer von ihnen ist Jörg Butt. Bayerns Routinier. Bayerns Nummer zwei. Am Mittwochabend durfte der 37-Jährige mal wieder ran, Manuel Neuer bekam eine Pause verordnet. Und Butt zeigte einmal mehr, dass er noch nichts verlernt hat. Mehrmals bewahrte Butt die Bayern vor einem höheren Rückstand - insbesondere gegen Ende der ersten Halbzeit. Sein Hoheitsgebiet, den Strafraum, hatte er voll und ganz unter Kontrolle. Bei den Gegentreffern durch David Silva und Yaya Touré war der Oldenburger chancenlos.

Seine eigene Leistung wollte Butt nach der Partie nicht bewerten. Eigenlob ist für den Norddeutschen ein Fremdwort. Stattdessen ärgerte er sich über die Niederlage: „Man ist nie zufrieden, wenn man ein Spiel verliert.“ Der Unmut war aber schließlich schnell verflogen. Die Freude darüber, dass er noch einmal die Möglichkeit bekam, in der Champions League aufzulaufen, überwog. „Es ist immer eine schöne Geschichte, hier in England zu spielen“, erklärte Butt. Insbesondere, wenn es die 90. Europacup-Partie der Karriere ist.

Sollte Neuer in den nächsten Monaten nichts zustoßen, wird es wohl Butts letzter Auftritt auf der großen europäischen Bühne gewesen sein. Im Sommer läuft sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister aus, Butt wird dann anderen Tätigkeiten nachgehen. Dass der Keeper stets Topleistungen zeigt, wenn er gebraucht wird, begründete Butt mit seiner großen Routine: „Das hat auch viel damit zu tun, wie man sich mental darauf vorbereitet. Es war ja nicht mein erstes Spiel auf dem Niveau.“

Butts Traum vom Champions-League-Sieg

Insgeheim habe er schon darauf gehofft, in Manchester zum Einsatz zu kommen, berichtete Butt und fügte an: „Es ist wichtig für die Spieler, die in letzter Zeit nicht so häufig ran durften, auf diesem Niveau Spielpraxis zu sammeln.“ Nur so sei es möglich, in den Momenten, in denen man gebraucht wird, voll da zu sein. In den kommenden Monaten wird Butt voraussichtlich wieder auf der Bank Platz nehmen.

Der Torhüter sieht das gelassen im Herbst seiner erfolgreichen Karriere (386 Bundesliga-Spiele, 62 im Bayern-Trikot), die ihren Höhepunkt im Double-Gewinn 2010 (Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger) fand. Fehlt in Butts Sammlung eigentlich nur noch der Triumph in der Champions League. Zweimal stand er im Finale (2002, 2010), zweimal durfte er den Pokal nur anschauen. 2012 soll sich das ändern: „Ich habe den großen Traum, im Mai das Endspiel in München zu spielen.“ Und zu gewinnen.

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