präsentiert von
Menü
Feuerwerk mit Bussi

Ein Herbstmeister in Festtagsstimmung

Funken sprühten, Glocken, Sterne und Tannenbäume flimmerten über den Rasen, Laserstrahlen durchschnitten stimmungsvoll das weite Rund der Allianz Arena, untermalt von weihnachtlicher Musik - feierlich beendete der FC Bayern am Freitagabend sein Bundesligajahr 2011. Ein Jahr, in dessen zweiter Hälfte der Rekordmeister die Verhältnisse im deutschen Fußball-Oberhaus wieder zurechtgerückt hat. Mit dem abschließenden 3:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln sicherte sich der FCB zum 17. Mal die Herbstmeisterschaft, mit drei Punkten Vorsprung vor Titelverteidiger Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04.

„Wenn man alles zusammenzählt, können wir sehr, sehr zufrieden sein. Inklusive Feuerwerk am Schluss, das war auch sehr schön“, verließ Uli Hoeneß in Festtagsstimmung die Allianz Arena. „Der FC Bayern ist aktuell in allerbester Verfassung“, stellte der FCB-Präsident fest, „mit so einem Weihnachtsergebnis gewinnt man für eineinhalb Monate Lebensqualität. Wenn du immer Zweiter, Dritter, Vierter mit zehn Punkten Abstand bist, das macht dich krank.“

Nach drei Jahren ohne Herbstmeisterschaft überwintert der FC Bayern in der Bundesliga endlich wieder ganz oben. Statistisch bedeutet dies, dass die Münchner zu 87,5 Prozent auch am Saisonende auf Platz eins stehen werden. In 14 der vorangegangenen 16 Fälle war dies der Fall. „Kompliment an die Mannschaft und den Trainer“, war Karl-Heinz Rummenigge hochzufrieden, merkte aber auch an: „Das Fell des Bären muss am Ende des Tages auch erlegt werden.“

Rekord-Tordifferenz

Ihre Ambitionen auf die Meisterschale haben die Bayern in der Hinrunde unterstrichen. „Wir haben uns ein kleines Polster verschafft. Wir müssen die Gegner auf Distanz halten, dann werden wir Meister“, sagte Mario Gomez, der mit 16 Saisontreffern großen Anteil an der Tordifferenz von +33 nach der Hinrunde hat - ein Bundesligarekord! „Die Mannschaft hat hohe Qualität. Das zeigt das tolle Torverhältnis“, sagte Rummenigge. 43 Tore erzielten die Münchner in 17 Spielen, dabei mussten sie nur zehn Gegentreffer hinnehmen.

Zum Abschluss blieb Manuel Neuer im Tor einmal mehr beschäftigungslos, vorne zappelte der Ball dreimal im Tor des Gegners. Dabei hatte es zur Pause noch 0:0 gestanden und die Bayern waren nur noch zu zehnt auf dem Platz, nachdem Franck Ribéry Gelb-Rot gesehen hatte (33. Minute). „Ich war ziemlich unruhig in der Halbzeit. Ich habe nicht gedacht, dass wir souverän gewinnen“, erzählte Hoeneß.

'Das war eine Zehnerkette'

Doch kurz nach der Pause erlöste einmal mehr Gomez (48.) den drückend überlegenen FCB. „Wir haben schon viele Gegner gehabt, die sehr defensiv spielen, aber so was Extremes habe ich noch nicht erlebt. Das war eine Zehnerkette“, meinte der Bayern-Torjäger zur Defensivtaktik der Kölner. „Unser großes Glück war, dass sie einmal Fußball spielen wollten von hinten raus und das ging in die Hose.“

David Alaba (63.) und Toni Kroos (88.) sorgten schließlich dafür, dass sich die Dominanz des FCB (67 Prozent Ballbesitz, 17:4 Torschüsse, 23:5 Flanken) auch im Ergebnis niederschlug. „Es war ein verdienter Sieg, auch in der Höhe“, sagte Jupp Heynckes. Selbst Ribérys „unnötiger“ (Hoeneß) Platzverweis trübte die Münchner Festtagsstimmung nicht. „Franck hat uns so viel Freude gemacht in diesem halben Jahr“, meinte Hoeneß, „den muss man jetzt in den Arm nehmen und sagen: Haste Mist gebaut. Aber wir sind ja in der Weihnachtszeit. Friede, Freude, Eierkuchen. Da muss man auch mal vergessen können.“

Ein Bussi für Heynckes

In Erinnerung bleiben wird auf jeden Fall, wie beeindruckend die Mannschaft in dieser Hinrunde auftrat. „Wir haben über die ganze Strecke eine total zufriedenstellende Leistung gebracht“, sagte Hoeneß. Dies sei ein Verdienst des Trainers. „Der Trainer ist immer der Hauptverantwortliche für Ruhe in der Mannschaft, für Harmonie, für taktisch kluges Verhalten. Er hat den allergrößten Anteil an dieser Entwicklung.“ Ob er Heynckes jetzt ein extragroßes Weihnachtsgeschenk machen werde, wurde der FCB-Präsident gefragt. Hoeneß lächelte: „Er bekommt ein Bussi von mir.“

Hoeneß' eigener Weihnachtswunsch lautet: „Es soll so bleiben, wie es ist.“ Das gilt für die Bundesliga. Im DFB-Pokal können die Bayern am Dienstag zum Jahresabschluss beim VfL Bochum noch ins Viertelfinale einziehen und damit für das i-Tüpfelchen einer klasse ersten Saisonhälfte sorgen. „Das war eine sehr gute Hinrunde“, sagte Kroos, „wenn wir jetzt noch im Pokal gewinnen, war es eine hervorragende.“

Weitere Inhalte