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'Jetzt geht's richtig los'

FC Bayern freut sich auf die K.o.-Runde

Zwei Stunden nach dem Schlusspfiff richtete sich der Blick längst wieder nach vorne. Als Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge um kurz vor Mitternacht im ehemaligen Herrenhaus Worsley Park vor den Toren Manchesters das traditionelle Bankett bei einer Champions-League-Reise eröffnete, war die vorangegangene 0:2 (0:1)-Niederlage bei Manchester City ebenso abgehakt wie die abgeschlossene Gruppenphase, in der sich der deutsche Rekordmeister bereits vorzeitig Platz eins und damit den Einzug ins Achtelfinale gesichert hatte.

„Das Entscheidende ist bereits nach dem fünften Spieltag zu verkünden gewesen: Die Mannschaft war mit 13 Punkten klar Gruppen-Erster und qualifiziert“, erklärte Rummenigge, der Trainer Jupp Heynckes und den Spielern zu diesem „Etappenziel“ gratulierte. Ein „glückliches Loshändchen“ wünschte sich Rummenigge für die Achtelfinal-Auslosung am 16. Dezember in Nyon, „das werden wir vonnöten haben, weil wir wollen weit kommen. Jetzt geht's richtig los!“

Zur ersten Niederlage im letzten Gruppenspiel wollte Rummenigge dann auch „nicht viel zu sagen“. Die von Trainer Jupp Heynckes gleich auf sieben Positionen runderneuerte Startelf zog sich gegen den im Vorfeld zum Mitfavoriten eingestuften Spitzenreiter der englischen Premier League, der trotz des Sieges die Versetzung in die K.o.-Runde nicht geschafft hat und nun gemeinsam mit dem Lokalrivalen Manchester United in der Europa League ran muss, mehr als achtbar aus der Affäre.

„Vor dem Spiel hatten wir große personelle Probleme. Die Mannschaft, die heute auf dem Spielfeld stand, hat kämpferisch überzeugt. Die Spieler haben alles gegeben“, war auch Heynckes zufrieden mit der Vorstellung seines Teams, bei dem die wichtigsten Leistungsträger fehlten. „Dafür, dass die Mannschaft in dieser Zusammenstellung nie gespielt hat, war es kämpferisch sehr in Ordnung“, lobte Sportdirektor Christian Nerlinger und sprach von einer „akzeptablen Leistung“ gegen einen „hochkarätigen“ Gegner.

Heynckes: Das war kein B-Team!

„Natürlich“ habe der FCB auch in dieser Besetzung gegen ManCity gewinnen wollen, betonte Nerlinger, „aber letztlich konnten wir nicht so viel Druck nach vorne entfachen, um selbst Tore zu erzielen“. Den Vorwurf, im Gruppenfinale nur seinen zweiten Anzug ins Rennen geschickt zu haben, entgegnete Heynckes energisch: „B-Team gefällt mir überhaupt nicht. Das war immer noch eine Lizenzspielermannschaft. Sieben aktuelle A-Nationalspieler waren auf dem Spielfeld.“

Lange Zeit machte die neu formierte FCB-Elf den Sky Blues, die nur mit einem Sieg ihre Achtelfinalchance wahren konnten, das Leben schwer. Kompakt und diszipliniert agierend ließen sie in der Defensive kaum etwas zu und setzten in der Offensive immer wieder eigene Akzente. „Wir hatten heute eine relativ unerfahrene Truppe auf dem Platz, aber trotzdem haben wir das ordentlich gemacht“, sagte Nils Petersen. „Wir haben verloren, aber ich denke, dass wir uns gut geschlagen haben. Wir haben nicht gegen irgendjemanden gespielt“, meinte Jérôme Boateng an seiner ehemaligen Wirkungsstätte.

Fokussieren auf den VfB Stuttgart

Erst nach dem Führungstreffer durch David Silva (36. Minute) kam Manchester zu einigen hochkarätigen Chancen und hätte bis zur Halbzeitpause auch höher führen können, Yaya Touré (52.) erhöhte kurz nach dem Seitenwechsel auf 2:0. Nachdem wenig später die Kunde von Neapels 1:0 in Villarreal die Runde durch das Stadion machte, war die Partie im mit 46.002 Zuschauern gefüllten Etihad Stadium für die Gastgeber gelaufen. Spätestens nach dem 2:0 von Napoli war das Vorrunden-Aus Manchesters besiegelt.

Doch damit hielt sich beim FCB schon kurz nach dem Schlusspfiff niemand mehr auf. Der Blick richtete sich sowohl zur Auslosung in der kommenden Woche (Heynckes: „Wir nehmen's so, wie es kommt“) als auch zum bevorstehenden Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Sonntag. „Gegen Stuttgart wird es besonders wichtig, gleich nachzulegen“, meinte Thomas Müller.

Für fcbayern.de in Manchester: Carsten Zimmermann

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