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'Ein schöner Abschluss'

FCB-Stars verabschieden sich in den Urlaub

Es wurde mal wieder spät. Erst deutlich nach Mitternacht landete der Bayern-Tross am Münchner Flughafen. Müde, aber auch erleichtert und zufrieden stapften die Profis zum Mannschaftsbus, ehe sie sich in den wohlverdienten Urlaub verabschiedeten. Der FC Bayern kurz vor Weihnachten 2011: Bundesliga-Tabellenführer, Champions-League-Achtelfinalist - und seit dem „verdienten“ (Karl-Heinz Rummenigge) 2:1-Sieg beim VfL Bochum am Dienstagabend DFB-Pokal-Viertelfinalist. „Ich bin froh, dass es so ein schöner Abschluss geworden ist“, erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Cheftrainer Jupp Heynckes resümierte: „Es ist wichtig für uns, in allen drei Wettbewerben zu überwintern bzw. positiv dazustehen.“ In der Bundesliga sammelte der deutsche Rekordmeister sieben Punkte mehr als in der Vorrunde 2010/11, in der europäischen Königsklasse ließ man internationale Spitzenteams wie Manchester City und den SSC Neapel problemlos hinter sich. Die laut Heynckes „sehr gut kämpfenden“ Bochumer erwiesen sich im DFB-Pokal-Achtelfinale allerdings als harte Nuss.

„Zu behäbig und ideenlos“ (Holger Badstuber) starteten die Münchner in die Partie beim Tabellenneunten der Zweiten Liga. Offensiv kreierte der FCB kaum einen Chance, defensiv agierte man beim Gegentreffer von Giovanni Federico (26.) zu nachlässig. „Wir hatten in der ersten Halbzeit nicht zu 100 Prozent die richtige Einstellung“, monierte Kapitän Philipp Lahm. Auch Heynckes war mit dem Auftreten seiner Elf „nicht zufrieden“. Bochum habe immer wieder Nadelstiche gesetzt und so dem FCB Probleme bereitet, analysierte der 66-Jährige.

Heynckes: „Es war ein typisches Pokalspiel, wo der Underdog über sich hinaus wächst.“ In der Halbzeitpause fand der FCB-Trainer die richtigen Worte. Die Münchner präsentierten sich in der Folge „wesentlich agiler, druckvoller und spielfreudiger“ (Heynckes), was zum Ausgleichstreffer durch Toni Kroos führte (52.) - seinem ersten Treffer im diesjährigen DFB-Pokal. Arjen Robben sorgte schließlich mit seinem Last-Minute-Tor (90.+1) für strahlende Gesichter im Lager des FC Bayern.

FCB bleibt Hotelnacht erspart

Der Holländer bewahrte sein Team vor der Verlängerung - und vor einer weiteren Hotelnacht in Essen. „Dann hätten wir ein Problem gehabt. Wir hätten in München nur bis 0.30 Uhr landen können“, berichtete Rummenigge gegenüber FCB.tv. Der Urlaub wäre somit etwas kürzer ausgefallen. Der Vorstandsvorsitzende: „Vielleicht hatten die Spieler das im Hinterkopf und haben deswegen nochmal richtig Gas gegeben.“

Zum zehnten Mal in den letzten elf Spielzeiten steht der Rekordpokalsieger damit im Viertelfinale. „Ich bin sehr froh, alle sind sehr froh“, sagte Franck Ribéry, der Robbens Siegtreffer mustergültig vorbereitet und über 90 Minuten eine überzeugende Leistung gezeigt hatte. „Unglaublich wichtig“ sei der Sieg für die zwölf Tage Urlaub gewesen, auf die sich die Bayern-Stars nun freuen dürfen.

Nicht alle reisen nach München zurück

Für einige Profis begann die Weihnachtszeit sogar schon ein paar Stunden früher. Heynckes, Robben, Manuel Neuer, Toni Kroos oder auch die Co-Trainer Peter Hermann und Hermann Gerland traten die Rückreise nach München erst gar nicht mehr an und machten sich von Bochum aus sofort auf den Weg zu ihren Liebsten. Bei der Auswahl der Urlaubsziele gibt es unterschiedliche Geschmäcker.

Während Bastian Schweinsteiger sommerliche Temperaturen bevorzugt, wird Nationaltorhüter Neuer zwischen den Jahren versuchen beim Skifahren zu entspannen. Ribéry zieht es in seinen französischen Heimatort Boulogne-sur-Mer. Das ungemütliche, nasskalte Wetter dort hält ihn nicht davon ab. „Wichtiger ist, dass ich mit meiner Familie zusammen bin, dass wir feiern, lachen und den Kopf freibekommen“, sagte der Flügelflitzer.

Robben appelliert an Teamkollegen

Am 2. Januar startet mit dem Trainingslager in Katar die Vorbereitung auf die Rückrunde. Dann werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison gelegt. „Die Preise“, weiß Robben, „werden erst im nächsten halben Jahr verteilt“. Bei aller Zufriedenheit über die „optimale Vorrunde“ appellierte der Niederländer an seine Teamkollegen: „Wir sind erst bei der Hälfte. Das müssen wir realisieren.“ Doch zunächst gilt: „So schöne Weihnachten hatten wir lange nicht mehr.“ (Lahm)

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