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Mario Gomez im Interview

'Fühle mich pudelwohl in München'

Es war nur eine Schrecksekunde. Zum Glück. Mario Gomez konnte am Donnerstagvormittag - einen Tag nach seiner Schienbeinprellung, die er sich im Zweikampf mit Anatoliy Tymoshchuk zugezogen hatte - wieder ohne Probleme trainieren. Das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bremen am Samstag kann kommen! Und Gomez wird alles daran setzen, seine Führung in der BL-Torschützenliste auszubauen und den FCB zu einem wichtigen Sieg zu schießen.

In der neuesten Ausgabe des Bayern-Magazins zieht der Nationalstürmer Bilanz und wagt einen Blick in die Zukunft, die er am liebsten beim deutschen Rekordmeister verbringen möchte. fcbayern.de veröffentlicht Auszüge des Interviews, das sie in voller Länge im Bayern-Magazin lesen können.

Das Interview mit Mario Gomez

Bayern-Magazin: Mario, Du triffst seit Monaten wie am Fließband und wirst geradezu mit Lob überschüttet. Hättest Du vor rund einem Jahr gedacht, dass Du es beim Rekordmeister jemals noch dazu bringen könntest?
Gomez: „Das ist schwierig zu sagen. Natürlich hört und liest man so was lieber als das, was damals über mich berichtet oder gesagt wurde. Aber ich konnte das in der schlechten Phase richtig einordnen und kann das auch jetzt, wo es gut bei mir läuft. Ich suche mir da ein gesundes Mittelmaß, denn damals war es nicht so schlecht, wie es von vielen gemacht wurde. Es gab viele Umstände, die dazu geführt haben, genauso wie jetzt dazu, dass ich eine sehr gute Zeit habe.“

Bayern-Magazin: Trotzdem muss es doch guttun, wenn ein Ottmar Hitzfeld sagt, dass Du für den FC Bayern so wichtig bist wie Messi für Barcelona oder wenn Willy Sagnol sagt, Du seist der einzige Spieler beim FC Bayern, „der nicht ersetzt werden kann“.
Gomez: „Klar! Ottmar Hitzfeld ist ja nicht irgendwer, sondern ein absoluter Kenner der Fußballwelt, und das schon seit vielen Jahren. Er hat schon so viele Spieler selbst erlebt, da hat das natürlich eine ganz andere Aussagekraft. Das gleiche gilt für Willy. Wenn solche Leute das sagen, macht mich das stolz und es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin, ich diesen Weg aber auch nicht mehr verlassen darf. Ich will dieses Niveau halten und mich noch weiter verbessern.“

Bayern-Magazin: Wenn man sich Deine Trefferquoten anschaut, wird das sicherlich aber nicht so einfach. Im Kalenderjahr 2011 hast Du in 30 Bundesligaspielen 29 Mal getroffen…
Gomez: „Stimmt, die ist schon unglaublich hoch. Und daran werde ich jetzt auch gemessen. Wenn ich mal ein oder zwei Spiele nicht treffe, fangen die Leute schon an unruhig zu werden. So ist das nun mal, wenn man so erfolgreich ist. Aber auch damit kann ich leben. Ich muss einfach Sorge dafür tragen, dass ich fit bleibe und hoffen, dass ich auch von Verletzungen verschont werde. Ich habe mir noch nie eine Marke gesetzt, das werde ich auch niemals tun. Ich habe aber immer gesagt: wenn ich gesund und fit bin und auch spielen darf, dann werde ich meine Tore machen.“

Bayern-Magazin: Ribéry, Robben, Müller, Kroos und Schweinsteiger - wenn man sich Deine Nebenleute in der Offensive anschaut, könnte man auch sagen, da muss man als Stürmer einfach viele Tore schießen.
Gomez: „Sicherlich sehen einige Tore einfach aus, weil ich am Ende der Kette stehe. Aber das ist auch eine Qualität, da zu sein, wo der Ball hinkommt. Das muss man sich erarbeiten, und das habe ich in den letzten Jahren gemacht.“

Bayern-Magazin: Trainer Jupp Heynckes wird ein großer Anteil zugemessen am derzeitigen Erfolg und wie ihr Fußball spielt. Wie ist Dein Verhältnis zu ihm?
Gomez: „Zunächst mal ist es ein sehr, sehr angenehmes Arbeiten mit ihm, ein sehr gutes Miteinander. Aber nur weil man sagt er sei sehr menschlich, heißt das ja nicht, dass er nur schulterklopfend durch die Gegend läuft. Er sieht sich als Teil des Ganzen, aber natürlich gibt er die Richtung vor. Er ist sehr, sehr fordernd in der täglichen Arbeit, er ist ein absoluter Profi. Aber: Er besitzt eine natürliche Autorität, die er nicht durch irgendwelche aufgezwungenen Dinge untermauern muss. Er genießt den Respekt eines jeden Spielers, jeder schätzt seine Arbeit. Wir als Mannschaft haben einfach ein hervorragendes Verhältnis mit ihm.“

Bayern-Magazin: Christian Nerlinger sprach nach Deinem Hattrick gegen Neapel von einem perfekten Spiel. Ist Dir aus Deiner Sicht schon einmal ein perfektes Spiel gelungen?
Gomez: „Nein. Die erste Halbzeit gegen Neapel kam dem sicherlich sehr nahe, viel besser geht es nicht. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir als ganze Mannschaft nicht mehr gut gespielt, da zähle ich mich ganz klar dazu. Hätten wir das Tempo genauso hochgehalten, dann hätten wir sicherlich fünf oder sechs zu eins gewonnen. So wurde es noch mal richtig eng.“

Bayern-Magazin: Du spielst jetzt seit zweieinhalb Jahren für den FC Bayern. Ist München für Dich schon so etwas wie Heimat geworden?
Gomez: „Ja, meine zweite Heimat auf jeden Fall. Ich habe mich privat von Anfang an pudelwohl in dieser Stadt gefühlt. Ich habe hier alles, was ich mir für ein schönes Leben vorstelle. Ich mag die Mentalität der Leute hier, all die vielen schönen Plätze in dieser Stadt. Egal, was in meiner Fußballkarriere noch passieren wird, ich möchte später in München wohnen bleiben.“

Bayern-Magazin: Dann spricht ja nichts dagegen, Deinen 2013 auslaufenden Vertrag zu verlängern, oder?
Gomez: „Es gehören immer zwei Seiten dazu, aber es gibt für mich keinen Grund, über einen anderen Verein nachzudenken. Solange ich hier gebraucht werde, werde ich auch hier bleiben. Und ich werde alles dafür geben, dass das noch ganz lange so ist.“

Bayern-Magazin: Klingt ein wenig danach, als möchtest Du für immer beim FC Bayern spielen…
Gomez: „Natürlich will ich nicht nur bleiben, weil mir die Stadt so gut gefällt. Das hat ganz klar in erster Linie sportliche Gründe. Die Qualität der Mannschaft ist sehr hoch, auch im internationalen Vergleich. Und was die ganze Struktur und Organisation angeht ist der FC Bayern sicherlich einer der besten Klubs der Welt. Wie gesagt: solange ich gebraucht werde, gibt es für mich keinen Grund, woanders hinzugehen.“

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