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Robbens Happy End

Matchwinner, Rückkehrer, Botschafter

Einen besseren Schlusspunkt hätte Arjen Robben hinter das Fußballjahr 2011 nicht setzen können. Weder für den FC Bayern noch für sich. In der Nachspielzeit des letzten Spiels, in allerletzter Minute, hat er ein Tor erzielt. Den 2:1-Siegtreffer beim VfL Bochum, der dem FC Bayern den Viertelfinal-Einzug im DFB-Pokal sicherte. „Ich hatte schon gedacht, dass wir noch eine halbe Stunde länger spielen müssen“, hatte der 27-Jährige nicht mehr mit einer Entscheidung in der regulären Spielzeit gerechnet. Die in letzter Minute abgewendete Verlängerung hatte auch einen ganz praktischen Nutzen für ihn. „Die halbe Stunde kann ich gut gebrauchen, schließlich habe ich noch zweieinhalb Stunden mit dem Auto zu fahren.“

Von Bochum aus ging es für Robben nämlich direkt in seine Heimat nach Holland. Dort wurde er am Mittwoch beim FC Groningen als offizieller Botschafter der Stiftung des Klubs vorgestellt, aus dessen Jugendakademie er hervorging. „Die oft als hart und kalt bezeichnete Fußballwelt hat auch eine soziale Seite“, sagte der 27-jährige FCB-Profi zu seinem Engagement für die Stiftung, die Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und sozialer Zusammenhalt unterstützt. „Ich möchte dazu einen wesentlichen Beitrag leisten“, betonte Robben.

Ähnliches hatte er am Abend zuvor bereits im Trikot des FC Bayern getan. Zum Jahresabschluss gelang ihm sein erstes Tor aus dem Spiel heraus seit drei Monaten und ein entscheidendes noch dazu. „Franck hat den Ball, tritt an, geht an seinem Gegenspieler vorbei“, beschrieb Robben die Szene in der Bochumer Nachspielzeit. „Ich weiß, dass er den Ball gerne in den Rücken der Abwehrspieler passt. Da habe ich gewartet und den Ball richtig getroffen. Den Ball musst du ruhig treffen. Mit zu viel Kraft fliegt er aus dem Stadion.“ Sein Flachschuss passte perfekt.

Robbens Happy End

Es war Robbens persönliches Happy End 2011. Fast drei Monate lang (Ende August bis Mitte November) - wenn man von drei Kurzeinsätzen absieht - war er in der Hinrunde ausgefallen. Eine Schambeinentzündung und eine Leisten-OP hatten ihn ausgebremst. Erst zum Hinrunden-Endspurt war er wieder fit und stand in fünf der letzten sieben Spiele vor der Winterpause in der FCB-Startelf. Auch in Bochum.

Dort hatte er wie alle Bayern 90 Minuten lang zu kämpfen. „Auch für mich war es schwierig. Es gab eine Phase in der ersten Halbzeit, da habe ich fast zehn Minuten lang den Ball nicht berührt“, erzählte der holländische Turbodribbler, der trotzdem die meisten Torschüsse aller Spieler auf dem Platz abgab (5) und vor seinem Treffer zwei gute Chancen hatte: einen Kopfball (27. Minute) und einen Schlenzer (70.). Und dann war da noch jene Szene in der 41. Minute.

'Das war dumm. Entschuldigung'

Robben kam im Strafraum zu Fall und sah Gelb wegen einer angeblichen Schwalbe. Die Zeitlupe bewies: Bochums Marcel Maltritz hatte den FCB-Profi klar gefoult. Doch Robben lief noch einen Schritt weiter, ehe er fiel. „Ich habe gesehen, ich schaffe den Ball nicht mehr und gehe zu Boden. Das darf ich nicht machen. Das war dumm. Da muss ich früher fallen. Entschuldigung“, sagte der Gefoulte nach dem Schlusspfiff. „Wenn er gleich liegen bleibt, ist es ein klarer Elfmeter“, meinte Maltritz.

In der Nachspielzeit endete die Partie schließlich sowohl für Robben als auch für den FC Bayern versöhnlich. Dabei unterstrich der Matchwinner mit seinem Siegtor auch, warum der FC Bayern seinen 2013 auslaufenden Vertrag verlängern möchte. „Die Tendenz ist klar: Er soll über 2013 hinaus bleiben“, sagte Jupp Heynckes kürzlich in einem kicker-Interview. Denn: „Wir brauchen einen Topspieler wie ihn. Er ist ein Spieler, der den Unterschied macht.“

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