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'Ein schöner Tag'

Robben hofft auf das Ende seiner Leidenszeit

Nachdem Arjen Robben zusammen mit Franck Ribéry den FC Bayern zurück an die Bundesliga-Spitze geschossen hatte, kämpfte der lange verletzte Niederländer mit den Tränen. „Das ist eine schwere Zeit, das darf man nicht unterschätzen. Entschuldigung“, sagte er ergriffen. Nach dem richtungsweisenden 2:1-Führungstreffer beim 4:1 des FCB gegen Werder Bremen küsste Robben erst den abgetapten Ringfinger. Dann entlud sich der Frust vieler Wochen in einem lauten Jubelschrei Richtung Tribüne, wo seine Liebsten saßen.

„Die Familie ist das Wichtigste in meinem Leben. Wenn du dann so ein Tor schießt, kommt das vielleicht ein bisschen raus“, bekannte der 27-Jährige an einem für ihn emotionalen Fußballtag. In der 60. Minute eingewechselt hatte er mit zwei verwandelten Foulelfmetern (69./83.) großen Anteil am Sieg des Rekordmeisters und damit an der Rückkehr an die Tabellenspitze. Franck Ribéry (22./77.) zeichnete für die anderen beiden Treffer verantwortlich.

„Natürlich hat die Hereingabe von Arjen Robben geholfen“, sagte Trainer Jupp Heynckes, der seinen Flügelflitzer beim Stand von 1:1 ins Spiel gebracht hatte. „Ich habe in dieser Woche im Training gesehen, dass er sehr engagiert bei der Sache war. Ich hatte ein gutes Gefühl, dass er, wenn er hereinkommt, für Wirbel sorgt und am Umschwung maßgeblich beteiligt sein wird.“ Und der erfahrene Fußballlehrer sollte recht behalten mit seiner Einschätzung.

„Es ist ein schöner Tag für mich“, freut sich Robben hinterher. Erst eine Schambeinentzündung, dann eine Leisten-OP, dazu immer wieder Schmerzen - Robben genoss den Augenblick nach den vielleicht „schwierigsten sechs Monaten“ seiner Karriere. „Ich will noch nicht sagen, dass es jetzt vorbei ist, aber es ist eine schwere Zeit für mich. Da ist es schön, so reinzukommen und der Mannschaft ein bisschen zu helfen. Ich bin noch lange nicht fit und noch lange nicht da, wo ich sein muss.“

Kollegen freuen sich

Auch Heynckes weiß, dass der Turbodribbler keine leichte Phase hinter sich hat. „Er hat eine Verletzung, die sehr schwierig war. Mal hat er sich gut gefühlt, am Tag später dann wieder Beschwerden gehabt“, erklärte der Bayern-Trainer, der seinem Spieler mit den Rückennummer zehn am Mittwoch in der Champions League bei Manchester City einen Startelfeinsatz in Aussicht stellte. „Ich hoffe für Arjen, dass jetzt sein Martyrium zu Ende ist und er schwungvoll von Anfang an für uns spielen kann.“

Das hofft auch Robben, der die hohen Erwartungen an seine Person bremste. Er sei in den letzten Monaten auch „auch ein bisschen unsicher“ gewesen, ob „ich auf mein Niveau zurückkommen kann. Das habe ich geschafft. Es ist noch nicht vorbei, aber ich hoffe, dass ich 2012 wieder richtig angreifen kann. Heute konnte ich wieder ohne Schmerzen spielen. Das war für mich eine Freude.“

Seine Mannschaftskollegen jedenfalls freuen sich über die Rückkehr des Vizeweltmeisters, der schon so viele wichtige Tore für den FC Bayern erzielt hat. „Arjen hat heute gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Dass er immer wieder Aktionen hat. Dass er die wichtigen Tore macht. Das wissen wir“, sagte Kapitän Philipp Lahm. Und Ribéry, Robbens kongenialer Partner, meinte: „Ich hoffe, dass er jetzt keine Schmerzen mehr hat und zu 100 Prozent zurückkommt. Ich freue mich für ihn.“

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