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'Unbegrenzte Möglichkeiten'

Toni Kroos: Torschütze, Vorbereiter, Malocher

Eine Drehung, ein kurzer Blick, ein Lupfer - und schon zappelte der Ball im Tor des 1. FC Köln. Was so spielerisch und einfach aussah, war für Toni Kroos ein Treffer mit ganz langem Anlauf. 32 Mal hat er es in der laufenden Saison schon versucht, aber erst mit seinem 33. Torschuss gelang ihm endlich sein erster Treffer. „Es wurde ja auch mal Zeit“, meinte der Torschütze nach seinem erst zweiten Bundesligator für den FC Bayern mit einem Augenzwinkern, stellte dabei aber klar: „Ich habe immer gesagt, am wichtigsten ist der Erfolg der Mannschaft.“

Und diese steht nach dem 3:0-Sieg gegen den 1. FC Köln erstmals seit der Saison 2007/08 zur Halbzeit an der Tabellenspitze und startet damit von der Pole Position in die Rückrunde. Einen guten Anteil an dem Erfolg hat auch Kroos, der sich unter Trainer Jupp Heynckes zum unumstrittenen Stammspieler entwickelte. In 15 von 16 Saisoneinsätzen stand der 21-Jährige in der Startelf, ebenso wie in allen Champions-League- und DFB-Pokalspielen.

„Ich spüre das Vertrauen des Trainers. Und zu Saisonbeginn habe ich sehr gute Spiele gemacht, ich bin gut in die Saison reingekommen. Ich konnte die Konstanz bis zum Ende der Vorrunde hochhalten. Das ist hervorragend für mich”, zog der Nationalspieler nach dem Sieg gegen Köln ein positives Fazit einer „sehr guten“ Hinrunde. „Wenn wir jetzt noch im Pokal gewinnen, war es eine hervorragende“, stellte Kroos erneut den mannschaftlichen Erfolg vor den persönlichen.

Gegen die Rheinländer war Kroos der überragende Akteur auf dem Platz. Herausragende 122 Ballkontakte standen nach 90 Minuten für ihn zu Buche, fast doppelt so viel wie beim besten Kölner Henrique Sereno (64). Auch die Statistiken der meisten Torschüsse (3), Torschussvorlagen (4) sowie der gespielten Pässe (102) führte der Mittelfeldspieler an. Und als zählbare Erfolge standen am Ende ein Tor, das erste seit seinem Premierentreffer im Oktober 2010 beim 4:2 gegen den SC Freiburg, und eine Vorlage zum 2:0 durch David Alaba.

Weiter als Overath und Netzer

„Toni hat sich enorm weiterentwickelt“, hatte Heynckes erst vor ein paar Tagen in einem Interview mit dem kicker gesagt. „Ich hatte immer Vertrauen zu ihm und wusste, dass er bei mir diese Fortschritte machen würde. Mit dem nötigen Vertrauen ist er explodiert.“ Heynckes sieht seinen Spieler mit der Rückennummer 39 inzwischen sogar „weiter als etwa Wolfgang Overath und Günter Netzer mit 21 Jahren, obwohl beide weltklasse waren.“

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich zu Wochenbeginn erfreut über die Entwicklung des gebürtigen Greifswalders. „Der, der den größten Schritt in diesem Jahr in der Hinrunde unter Jupp Heynckes gemacht hat ist für mich Toni Kroos“, meinte Rummenigge bei LIGA total!. „Ich finde, er hat bei Bayern München und auch in der Nationalmannschaft einen sehr großen Schritt getan. Er ist jetzt absoluter Stammspieler in beiden Mannschaften.“

Noch Luft nach oben

Und das auf zwei verschiedenen Positionen. Überzeugte Kroos zunächst als Zehner, fand er sich nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Bastian Schweinsteiger auch als Sechser immer besser zurecht. „Toni hat inzwischen erkannt, „dass Fußball nicht nur Begabung ist, sondern auch Maloche. Und bei ihm ist noch Luft nach oben“, sagte Heynckes und attestierte dem versierten Techniker „unbegrenzte Möglichkeiten“.

Über welches Repertoire Kroos verfügt, ließ sein Treffer zum 3:0 gegen Köln erahnen, als er seinen früheren Mannschaftskollegen Michael Rensing aus kurzer Distanz überlupfte. „Ich weiß von früher, dass Michael früh runter geht. Deswegen habe ich es so versucht“, erklärte Kroos später sein Tor. Die Fans des FC Bayern jedenfalls haben die konstant starken Leistungen des bald 22-Jährigen auf ihre Weise honoriert. Sie wählten Kroos im November erstmals zum Bayern-Spieler des Monats. Die Chancen, auf eine Titelverteidigung im Dezember stehen dabei nicht allzu schlecht.

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