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'Ich will immer treffen'

Torhungriger Gomez ist noch lange nicht satt

Für Mario Gomez begann der Arbeitstag an seiner ehemaligen Wirkungsstätte denkbar unglücklich. Fünf Minuten waren im Südderby zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern gespielt, als Arjen Robben den Torjäger des Rekordmeisters mustergültig bediente, dieser jedoch diese „Tausendprozentige“, wie er die Chance später nannte, nicht im Stuttgarter Tor unterbrachte, sondern den Ball durch die Beine laufen ließ.

„Es war sehr kurios“, beschrieb Gomez jene Szene, als er, hart bedrängt vom Stuttgarter William Kvist („Der hat wie verrückt gezogen“), frei vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten musste, um die frühe Führung der Münchner zu erzielen. „Ich habe dagegengehalten. Und plötzlich war der Ball schon da, der Arjen hat mir einen Tunnel verpasst“, meinte der 26-Jährige nach dem Spiel ungläubig und mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Kein Wunder, dass der ehemalige Stuttgarter anschließend den einen oder anderen lockeren Spruch von seinen Mannschaftskollegen über sich ergehen lassen musste. Während Sportdirektor Christian Nerlinger noch von einer „unglücklichen Situation“ für Gomez sprach, meinte Vorlagengeber Robben mit einem breiten Grinsen: „Ich habe Mario gesehen, er hätte ihn nur reinschieben müssen. Ich weiß immer noch nicht, was er gemacht hat. Aber da ist etwas falsch gelaufen.“

Während für andere Spieler nach dieser Szene die Partie vielleicht gelaufen gewesen wäre, ließ sich Gomez von der vergebenen Torchance nicht unterkriegen, im Gegenteil: „Auch wenn es sich komisch anhört, aber ich habe mich im Spiel gar nicht so wahnsinnig geärgert. Es schoss mir schnell durch den Kopf: Hier hast du das Toreschießen gelernt, da wirst du schon noch ein oder zwei Tore machen“, erklärte der TORero hinterher. „Und das hat ja dann auch ganz gut geklappt.“

Sieben Tore in vier Spielen

Nur acht Minuten nach dieser ausgelassenen Chance - Stuttgart war unmittelbar danach in Führung gegangen - verlängerte er in artistischer Manier eine Maßflanke von Rafinha zum 1:1-Ausgleich ins Tor der Schwaben. „Das Tor war weltklasse“, urteilte Nerlinger über Gomez‘ 14. Saisontreffer. Dieser gab das Kompliment aber weiter an den Flankengeber. „Ich habe mich sehr, sehr gefreut, dass der Rafa so einen geilen Ball in die Mitte spielt. Es gibt für einen Stürmer nichts Besseres als so eine Flanke in den freien Raum.“

Auch beim zweiten Treffer in der 57. Minute machte er alles richtig, als er einen Querpass von Philipp Lahm mit einem platzierten Flachschuss zum 2:1-Siegtreffer vollendete. Insgesamt sechs Mal schoss Gomez am Sonntag auf das Stuttgarter Tor, so oft wie auf der Gegenseite alle Schwaben zusammen. In den letzten vier Spielen gegen seinen Ex-Klub gelangen dem Modellathleten nun schon sieben Tore und eine Vorlage. Kein Wunder, dass er danach sagte: „Es ist etwas Besonderes für mich hier in Stuttgart.“

Noch lange nicht satt

Und der Torschützenkönig der Vorsaison, der mit nun 15 Treffern schon wieder die Rangliste anführt, ist noch lange nicht satt. „Kein Spieler war schon mit 18 perfekt. So ist es bei mir auch. Ich versuche nach wie vor, mich zu verbessern. Ich glaube, das geht, bis ich aufhöre zu spielen. Das ist mein Ziel. Ich versuche, das Beste für die Mannschaft zu tun. Das klappt im Moment sehr, sehr gut.“

„Er hat eine beeindruckende Quote. Er kann sehr zufrieden sein mit der Vorrunde“, freute sich Nerlinger mit dem Nationalspieler über dessen 23 Saisontreffer in allen Wettbewerben. „Ich bin Stürmer und will immer treffen. Das ist mein Job. Ich bin in einer hervorragenden Mannschaft der vorderste Spieler und dafür da, Tore zu machen, im Moment klappt das ganz gut, es gibt auch Tage an denen es nicht so gut klappt. Ich bleibe da sehr demütig und mache meine Arbeit weiter.“ So wie am Sonntag in Stuttgart.

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