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Vierkampf um die Spitze...

...aber nur Bayern spricht vom Titel

Bayern 37, Dortmund 37, Schalke 37, Gladbach 36 - nach dem Rückrundenstart hat sich der Kampf um die Meisterschaft zugespitzt. Das Verfolger-Trio aus dem Westen profitierte von der Niederlage des FC Bayern, so dass die ersten vier Klubs der Tabelle bis auf einen Punkt zusammengerückt sind. Aufgrund der besseren Tordifferenz hat der FC Bayern, der als einziger Bundesliga-Klub in der Rückrunde noch auf drei Hochzeiten tanzt, weiter die Nase vorn.

„Wir haben immer gesagt, dass es kein Selbstläufer wird“, sagte Christian Nerlinger zur außergewöhnlichen Tabellensituation. Zuletzt hatten vor 20 Jahren (1991/92) in der Rückrunde drei Teams punktgleich auf Platz eins gestanden. Der FCB-Sportdirektor hat „in erster Linie“ Dortmund als größten Titelkonkurrenten auf der Rechnung, „aber auch Mönchengladbach und Schalke.“ Genauso sieht es auch Jupp Heynckes: „Der größte Rivale ist Borussia Dortmund, aber man darf auch Schalke und Gladbach nicht unterschätzen.“

„Unser ärgster Konkurrent - neben uns selbst - ist immer noch Dortmund“, sagte am Wochenende Philipp Lahm. Am Montag führt der FCB-Kapitän in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker weiter aus: „Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass es Schalke oder Gladbach packen - obwohl Gladbach sechs Punkte gegen uns geholt hat. Wir und Dortmund machen einen stabileren Eindruck, unabhängig vom Rückrundenbeginn.“

Während man in München wie jedes Jahr die Meisterschaft als Ziel ausgegeben hat, meiden die Konkurrenten in diesem Punkt eine klare Aussage. Dortmunds Kevin Großkreutz wertete den 5:1-Sieg des BVB am Sonntag in Hamburg als „ein Zeichen für uns selbst“. Der Offensivspieler weiter: „Bayern ist und bleibt Favorit. Wir müssen unser Ding weiter durchziehen. Was dann dabei rauskommt, wird man sehen.“ Stürmer Robert Lewandowski sagte: „Wir schauen nicht, auf welchem Platz wir stehen. Wir konzentrieren uns auf jedes Spiel.“

Keine 40 Kilometer weiter westlich wagt es ebenfalls kaum einer, das M-Wort auszusprechen. Von der Meisterschaft zu reden, bringe nur Unglück, sagte Schalke-Trainer Huub Stevens, „wir haben noch nicht die Stabilität. Ganz oben sehe ich uns noch nicht.“ Auch die Abwehrspieler Benedikt Höwedes („Mit den Bayern sollten wir uns nicht messen.“) und Christian Fuchs („Bayern-Verfolger? Das nehmen wir nicht in den Mund.“) stapeln tief.

Gladbach gegen den Abstieg

Nur Schalkes Torjäger Klaas-Jan Hunterlaar sprach kürzlich offen aus: „Natürlich können wir Meister werden. Wir versuchen, dass es in diesem Jahr klappt.“ Bayern und Dortmund spielte der Holländer aber die Favoritenrolle zu. „Sie sind noch ein bisschen stabiler.“

Gut 70 Kilometer südwestlich von Gelsenkirchen befindet man sich offiziell sogar noch im Abstiegskampf. Mit dem Sieg gegen den FC Bayern sei man der magischen 40-Punkte-Marke, die gemeinhin als Garant für den Ligaverbleib gilt, wieder ein Stück näher gekommen, meinte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Erst wenn diese Marke erreicht sei, „können wir über andere Ziele reden.“ Eberl glaubt: „Die Meisterfrage wird sich zwischen Dortmund und Bayern entscheiden.“

'Von Spiel zu Spiel'

Mit dem Titelkampf wollen die Fohlen auch nach dem Erfolg vom Freitag weiter nichts zu tun haben. Unisono betonten sie nach dem Schlusspfiff, nur „von Spiel zu Spiel“ zu schauen. „Unser Ziel ist, weiter zu punkten, Spiel für Spiel um jeden Punkt zu kämpfen“, sagte Trainer Lucien Favre. Der Schweizer erinnerte daran, dass seine Mannschaft vor einem halben Jahr beinahe abgestiegen sei. „Deshalb müssen wir weiter am Boden bleiben.“

In der Tabelle jedenfalls ist Gladbach nach 18 Spieltagen in die obersten Regionen vorgestoßen. Nur ein Punkt trennt das Favre-Team vom Spitzenreiter aus München. Dort verfolgt Franz Beckenbauer gespannt den Vierkampf um die Meisterschaft. Der FCB-Ehrenpräsident meinte: „Es bleibt spannend - und das ist gut.“

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