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Neuer-Interview, Teil II

'Die bayrische Mentalität passt sehr gut zu mir'

Manuel Neuer - Torwart des FC Bayern, Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Viel mehr geht eigentlich nicht. In der vergangenen Woche wurde der 25-Jährige zudem zum zweitbesten Keeper der Welt gewählt. Der Fußballer Manuel Neuer hat einiges zu bieten - genau wie der Mensch Manuel Neuer, der durch den Wechsel von Gelsenkirchen nach München ebenfalls einen wichtigen Schritt in seinem noch jungen Leben vollzogen hat. Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit fcbayern.de erklärt Neuer unter anderem seine menschliche Entwicklung und verrät wie das Leben als Prominenter so abläuft.

Das Interview mit Manuel Neuer, Teil 2:

fcbayern.de: Manuel, Spielst Du eigentlich auch so gerne Playstation wie viele Deiner Teamkollegen?
Neuer: „Nein, überhaupt nicht. Ich habe zwar eine geschenkt bekommen, aber ich nutze sie fast nie. Wenn ich mal einen Tag frei habe, schaue ich mir lieber einen guten Film an. Ich bin nicht der Typ, der vor Konsolen sitzt.“

fcbayern.de: Wie schwer fiel Dir das Verlassen Deiner Heimat Gelsenkirchen im vergangenen Sommer?
Neuer: „Ich habe 25 Jahre dort gewohnt, kannte nur Schalke und die Nationalmannschaft. Durch den Wechsel nach München kam ich in ein komplett anderes Umfeld, meine Familie war nun weit weg, ich habe ein anderes Trikot getragen - eine Riesenumstellung, die ich aber auf gar keinen Fall bereue.“

fcbayern.de: Hast Du Dich auch als Mensch weiterentwickelt?
Neuer: „Klar. Man entwickelt sich automatisch weiter. Auf einmal stand ich komplett auf eigenen Beinen. Die Automatismen, die ich 25 Jahre kannte, gab es nicht mehr. Ich musste mich anpassen und alles selbst organisieren. Ich war erst mal ein Fremder in einer neuen Umgebung.“

fcbayern.de: Empfindest Du mehr Druck durch den Wechsel nach München?
Neuer: „Ich habe schon bei Schalke viel Verantwortung übernommen. War dort bei vielen wichtigen Gesprächen dabei. Auch wenn der FC Bayern eine noch größere Nummer ist - mehr Druck verspüre ich nicht.“

fcbayern.de: Worüber ärgerst Du dich besonders nach Spielen und wie gehst Du mit Frust um?
Neuer: „Man ärgert sich über Fehler im Spiel, ganz klar, auch über Tore, an denen man keine Schuld hat, aber im Spiel habe ich keine Probleme damit. Ich habe aber früher unter Helmut Schulte gelernt, dass ein Torwart immer bei null anfängt, auch wenn man 0:2 hinten liegt, es geht immer wieder von neuem los. Das ist reine Kopfsache und ich versuche mir das auch immer einzureden im Spiel. Das Schlimmste ist einfach für mich, wenn wir verlieren.“

fcbayern.de: Schaust Du Dir Deine Fehler hinterher noch einmal an?
Neuer: „Direkt nach dem Spiel nicht, aber mit Toni Tapalovic analysiere ich natürlich schon meine Aktionen.“

fcbayern.de: Wie läuft die Zusammenarbeit mit ihm?
Neuer: „Ich kannte ihn ja schon. Es läuft super. Der weiß genau, wie ich ticke, was ich brauche. Er kennt die richtige Dosierung vor Spielen und ich kann mit ihm offen sprechen, wie ich mich fühle. Ich kann mich hundertprozentig auf ihn verlassen. Wenn ich nachts um drei aufstehen würde und wollte Flanken üben, dann würde er dastehen und für mich da sein. Andererseits wenn ich mal platt bin und nicht mehr kann, zieht er auch sein Ding durch, wenn er glaubt, dass das wichtig für mich ist.“

fcbayern.de: Pflegst du eigentlich Dein größtes Kapital, Deine Hände, besonders?
Neuer: „Eigentlich nicht. Ich benutze eine ganze normale Bodylotion zum Eincremen nach dem Duschen. Da mache ich keine Experimente. Wichtig ist, dass meine Fingernägel nicht zu lang sind.“

fcbayern.de: Wie gehst Du mit den Anforderungen an einen Profi um? Interviews, Autogrammwünsche, Fotos, nervt das nicht irgendwann?
Neuer: „Das kann schon anstrengend sein, aber das gehört einfach dazu. Wir stehen einfach oft im Mittelpunkt und sind für viele Kinder Vorbild. Wir haben früher auch unsere Vorbilder gehabt, deshalb wollen wir so viele Wünsche wie möglich erfüllen. Das ist keine Last, eher eine Bestätigung, wenn so viele, und gerade Kinder, etwas von einem wollen und glücklich sind.“

fcbayern.de: Hat sich Deine Bekanntheit durch den Wechsel zum FCB noch einmal gesteigert?
Neuer: „Ja, das ist schon so.“

fcbayern.de: Und wie bewegst Du Dich in München?
Neuer: „Das ist kein Problem. Die Leute in der Stadt sagen einfach ‚servus‘ und ich kann weitergehen. Es werden relativ wenig Fotos gemacht und wenn dann von Touristen. Der eigentliche Münchner ist relativ gelassen. Die lassen mich eh in Ruhe und das finde ich sehr gut. Die bayrische Mentalität passt da sehr gut zu mir.“

fcbayern.de: Wer war für Dich der beste deutsche Torhüter?
Neuer: „Aufgrund meiner Schalker Vergangenheit war Jens Lehmann mein Vorbild. Er hat das modernste Torwartspiel in Deutschland gespielt. International war mein Vorbild Edwin van der Sar. Aber ich war auch von Oliver Kahn begeistert, weil er sehr ehrgeizig war und immer Erfolg wollte.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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