präsentiert von
Menü
Gladbachs Sportdirektor im Interview

Eberl: 'An eine Niederlage denke ich nicht'

Er ist ein waschechter Bayer - und einer der Architekten des Gladbacher Höhenflugs. Max Eberl, geboren im niederbayerischen Bogen und fußballerisch ausgebildet im junior team des FC Bayern, ist Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach. Der heute 38-Jährige wurde 1989 zusammen mit Christian Nerlinger und Markus Babbel Deutscher B-Jugend-Meister im FCB-Trikot, zwischen 1991 und 1994 bestritt er 48 Regionalliga-Spiele für den FCB II, einmal (Oktober 1991) kam er für den Rekordmeister in der Bundesliga zum Einsatz.

Nach seiner Zeit in München spielte Eberl in Bochum und Fürth, ehe er von 1999 bis 2005 für Gladbach spielte. Insgesamt kam der Verteidiger in seiner Profi-Karriere auf 215 Einsätze in der ersten und zweiten Liga. 2005 begann bei der Borussia seine zweite Karriere, erst als Nachwuchskoordinator, dann seit Oktober 2008 als Sportdirektor. Vor dem Rückrundenauftakt sprach Eberl mit fcbayern.de über den Rückrundenstart, den Gladbacher Erfolg und den Weggang von Marco Reus.

Das Interview mit Max Eberl:

fcbayern.de: Vor einem halben Jahr startete Borussia Mönchengladbach mit einem 1:0-Sieg beim FC Bayern in die Saison. War es ein historischer Erfolg?
Eberl: „Ein Sieg beim FC Bayern ist für jeden Verein etwas ganz Außergewöhnliches. Für Borussia Mönchengladbach ganz besonders, denn wir hatten vorher erst einmal in München gewonnen. Für uns war das 1:0 von München enorm wichtig, denn es hat uns Selbstvertrauen für die ganze Hinrunde gegeben.“

fcbayern.de: Der FC Bayern brennt jetzt natürlich auf Revanche. Sind die Bayern dadurch ein noch schwierigerer Gegner?
Eberl: „Die Bayern sind, unabhängig vom Hinspiel, ein extrem schwerer Gegner. Wir wollen aber gut in die Rückrunde kommen, wir haben Respekt vor den Bayern, aber keine Angst.“

fcbayern.de: Disziplin, Ordnung, Mannschaftsgeist - sind das die Schlüssel zum Erfolg für Gladbach?
Eberl: „Ohne diese drei Dinge ist es im Fußball schwer, Erfolg zu haben, keine Frage. Ich denke aber, dass taktischer und technisch anspruchsvoller, schneller Fußball mindestens genauso wichtig ist.“

fcbayern.de: Ihre Mannschaft hat die beste Gladbacher Hinrunde seit 35 Jahren gespielt. Wie groß ist die Gefahr, dass sich jetzt eine gewisse Zufriedenheit breit macht?
Eberl: „Die Gefahr sehe ich nicht. Wir haben zwar eine gute Hinrunde gespielt und sind auch im Pokal noch vertreten, wir haben aber erst eine Saisonhälfte gespielt und noch nichts erreicht. Und das weiß auch die Mannschaft.“

fcbayern.de: Wie gehen Sie mit der gestiegenen Erwartungshaltung an Ihre Mannschaft um?
Eberl: „Wir sind keine Träumer und wissen, wo wir herkommen. Noch Ende Mai haben wir zwei ganz knappe Relegationsspiele gegen Bochum gespielt, ein halbes Jahr später stehen wir nach einer sehr guten Hinrunde auf Platz vier. Ich spüre auch im Umfeld keine verrückten Erwartungshaltungen, die Fans freuen sich über die tollen Leistungen der Mannschaft, aber sie sind realistisch und wissen das alles gut einzuordnen.“

fcbayern.de: Dante ist beim Auftakt Gelb-gesperrt. Wie schwer wiegt sein Ausfall?
Eberl: „Dante ist ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Vor allem er selbst ärgert sich sehr, gegen die Bayern nicht mitspielen zu können. Roel Brouwers wird ihn aber so zuverlässig ersetzen, wie er es in der Vergangenheit schon einige Male gemacht hat.“

fcbayern.de: Marco Reus beherrschte in der Winterpause mit der Ankündigung seines Wechsels nach Dortmund die Schlagzeilen. Sind Sie froh, dass er seine Zukunftsentscheidung jetzt schon getroffen hat?
Eberl: „Marco hat mit offenen Karten gespielt, das war sehr ehrlich und korrekt von ihm. Und da er die Entscheidung schon getroffen hatte, gab es für uns keinen anderen vernünftigen Weg, als sie frühzeitig öffentlich zu machen. Ich glaube nicht, dass ihn das in irgendeiner Weise beeinflusst. Auch in der Hinrunde herrschte viel Rummel um seine Person, da hat er das hat auch immer ausblenden können.

fcbayern.de: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf Freitag? Wäre eine Niederlage gegen den FC Bayern ein großer Dämpfer für Sie und Ihr Team?
Eberl: „Wir freuen uns alle, dass es wieder losgeht. An eine Niederlage denke ich nicht. Wir haben in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren, wir werden alles dafür geben, dass es dabei bleibt.“

Weitere Inhalte